Die Tränke

In einer tiefen Falte der gewellten Erde

Dehnt stille träumend sich des Teichs Melancholie,

Als Schwemme dient der Ort dem bunt gefleckten Vieh,

Im Wasser bis zum halben Leibe steht die Herde.

Da sind sie, wo der Weg zur Tränke niedersteigt,

Die Kühe schreiten schwer, die muntern Rosse laufen,

Die Ochsen schwarz und rot, die stets in dichten Haufen

Den Hals zur Sonne blökend strecken, die sich neigt.

Nun sinkt das All ins Nichts, mit jedem Tage sterben

Den längst gewohnten Tod die Dinge, es entfärben

Sich Licht und junger Trieb und Glanz und Blütenduft;

Ein Leichentuch legt auf die Saat sich feuchte Luft,

Endlos versinkt der Weg in Wolken grauen Dampfes,

Die Rinder röcheln wie im Schmerz des Todeskampfes.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 175 / 211 题