Ihr hochgepriesenen Meister gabt
Ein reiches Leben jenen Leibern,
Den saft- und kraftgeschwellten Weibern,
Die Ihr geliebt, bewundert habt.
Chlorosen mochtet Ihr nicht schildern,
Nie haben Fratzen fahl und bleich
Wie Mondesschein im tiefen Teich
Herumgespukt auf Euren Bildern,
Mit Stirnen, düster wie die Nacht,
Wie Klagelieder müd und traurig,
Mit Augen, daraus flackernd, schaurig
Das Siechtum, die Verzweiflung lacht,
Die Grazien, mit erlognen, ekeln,
Gefälschten Reizen, die geziert,
Im Morgenkleide, parfümiert
Und schlaff sich auf dem Sofa räkeln.
Nie habt Ihr mit der Lust gespielt!
Ihr, die Ihr keine Freude scheutet,
Habt nie das Laster angedeutet,
Das frech und lüstern blinzelnd schielt.
Ihr zeigtet nie im Schmutz der Gasse
Frau Venus, die spazieren geht,
Nie habt durchs Fenster Ihr gespäht,
Ob nacktes Fleisch sich sehen lasse.
Wie Ohnmacht sich hysterisch spreizt,
Der Schäferin verbuhlte Künste,
Des Schlafgemaches schwere Dünste,
Sie haben niemals Euch gereizt.
Nein! Eure Frauen, die im festen,
Im großen Schritt, im leichten Tanz
Sich frei bewegten, die im Glanz
Gethront, in schimmernden Palästen,
Sie waren anders anzuschauen,
Sie führten, von Gesundheit strotzend,
Mit königlicher Miene, trotzend,
Am Narrenseil den geilen Faun.