Der Schläfer im Tal

Ein grüner Winkel, wo im engen Bette munter

Das Bächlein singt und Silberfetzen aufgeräumt

An Gräser hängt, wo von dem stolzen Berg herunter

Die Sonne glänzt, ein Tal, das hell im Lichte schäumt.

Ein junger Krieger schläft barhaupt mit offnem Munde,

Der Nacken badet tief im frischen blauen Kraut,

Der bleiche Jüngling dehnt sich auf dem weichen Grunde,

Das grüne Lager ist vom Sonnenlicht betaut.

In Lilien ist der Fuß gebettet, um die Wangen

Spielt eines kranken Kindes Lächeln, das umfangen

Vom Traume ruht. Natur, umhüll ihn warm und gut,

Denn ihm ist kalt. Die Brust trinkt nicht der Blumen Düfte,

Er schläft im Sonnenbrand, die Hand auf seiner Hüfte,

Darunter sickert aus dem Herzen rotes Blut.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 160 / 211 题