Cartagena de Indias, 1533-1585-1697.[4]

Verträumte Stadt, voreinst die Königin der Meere!

Heut tummelt in der Bucht sich ungestraft der Hai,

Die Schatten dehnen sich in ödem Einerlei

Dort wo die Flut gewiegt Galione und Galeere.

Franz Drakes Eisenfaust brach Deine stolze Wehre,

Die Mauer und den Turm schlug Englands Neid entzwei,

Und Wunden klaffen noch, die Spur von Pointis' Blei,

Ein düsterer Perlenkranz der Trauer und der Ehre.

Die Sonne kocht das Meer, das sich nur träge kräuselt,

Die Königin, sie schläft, vom Windeshauch umsäuselt,

Sie träumt von altem Ruhm und vom Conquistador,

Von ihrem jähen Fall, die Trümmer sieht sie qualmen;

In heißen Nächten schreckt sie angsterfüllt empor ....

Dann schläft sie wieder ein, umrauscht von schlanken Palmen.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 137 / 211 题