Die Dogaressa

Die Herren plaudern in den lichten Säulengängen,

So malte sie des göttlichen Vecellio Hand;

Noch röter leuchtet heut das rote Prachtgewand

Im Glanz der schweren Ketten, die darüber hängen.

Sie blicken in die trübe Flut, die in der engen

Lagune, aus der weiten Adria verbannt,

Vorüberrauscht, sie sehn den Himmel, lachend spannt

Er sich ob buntem Volk, ob fröhlichen Gesängen.

Die stolzen Nobili im purpurfarbenen Kleid,

Mit kaltem Herrenblick und blitzendem Geschmeid

Bewegen ernst sich auf der weißen Marmortreppe.

Die Dame dehnt im Sessel lässig sich und stumm,

Sie dreht sich langsam zu dem kleinen Neger um

Und lächelt. Dieser Wicht trägt die brokatne Schleppe.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 132 / 211 题