Nach der Schlacht bei Cannae

Der eine Consul tot, der andere verschollen,

Der Aufidus schwillt an, es wälzt die trübe Flut

Zum Meer die Waffen und die Leichen. Rot wie Blut

Wölbt sich der Himmel über Rom, die Donner grollen.

Vergebens fällt der Opferstier, die Götter wollen

Nicht sprechen, keine Vogelschau schafft neuen Mut,

Die Bücher der Sibylle schweigen. Schrecken ruht

Und Trauer auf der Stadt, des Schicksals Würfel rollen.

Am Abend steht die Menge auf dem Aquäduct,

Die Väter und das Volk. Nur ein Gedanke zuckt

Durch Tausende. Sie spähn hinaus in bangem Schweigen.

Sie sehen schon im letzten Abendsonnenstrahl

Auf seinem Elephanten jenen Hannibal

Von den Sabinerbergen klirrend niedersteigen.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 126 / 211 题