II.

Im Kreise trotten sie herum

Und keiner spricht,

Der Hof liegt stumm

Im grellen Licht.

Das Unkraut wuchert rings, es zaust

Der Wind die Stirn,

Und Unkraut haust

In ihrem Hirn.

O Simson, drehe nur den Stein!

Was für ein Korn

Mag das wohl sein?

Fragst Du im Zorn.

Die Mühle, die das Schicksal treibt,

Mahlt nicht zum Scherz,

Du Narr, zerreibt

Verstand und Herz.

Sie kommen! klipp, klapp, geht der Schuh,

Er ist von Holz,

Jetzt hast Du Ruh,

Verdammter Stolz!

Daß keiner seufzt und keiner zuckt,

Ihr wißt es doch:

Wer auch nur muckt,

Der fliegt ins Loch.

Das ist mein Zirkel, Tag für Tag

Bin ich sein Gast,

Auf jeden Schlag

Schon längst gefaßt.

Gesellschaft, hab ich Dich verletzt,

Dich keck bedroht,

Gibst Du mir jetzt

Kein Zuckerbrot.

Genossen, Brüder von der Zunft,

Seid nicht erbost,

Denn die Vernunft

Gewährt uns Trost.

Es ist so süß, im Sonnenbrand

Sich auszuruhn

Und mit Verstand

Mal nichts zu tun.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 109 / 211 题