II.

Still gleiten zarte Finger durch die Tasten,

Ein letzter Strahl vergoldet Turm und Dach,

Die alte Weise zwingt den Tag zu rasten,

Entschlafne Zeiten werden wieder wach,

Verschüchtert suchen Töne im Gemach

Nach ihres Atems Hauch, dem längst verblaßten.

Was ist es nur, das mich zur Ruhe wiegt,

Mag noch ein Glück mein armes Sein umwerben?

Was will das Lied, das schmeichelnd mich umschmiegt,

Die Melodie, die plötzlich mich besiegt,

Die in den kleinen Garten, um zu sterben,

Durch das halboffne Fenster zitternd fliegt?

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 89 / 211 题