V.

Es steigt der Ruhm, wenn Helden fallen!

Er hörte in des Grabes Nacht

Das Lied durch alle Lande schallen,

Das ihm Unsterblichkeit gebracht.

Die Erde sprach: Im Sturmeswehen

Ist ihm der Sieg gefolgt, das Glück,

Noch niemals sah vorübergehen

Die Weltgeschichte solch Geschick.

Auf dieses Mannes Sarg der Hügel

Sei höher noch als je getürmt,

Den Erdball leitete sein Zügel,

Den Himmel hat er fast gestürmt.

Bezwungen hat er diese Erde,

Zu eng war ihm der weite Raum,

Daß er des Schicksals Meister werde

Verlangte seiner Seele Traum.

Im Trotz hat er mit allen Sinnen

Sich wider Gottes Schluß gebäumt,

Wenn seinem herrischen Beginnen

Das Ende je zu lang gesäumt.

Er, der mehr als ein Mensch gewesen,

Sprach laut zu Rom: Die Welt war dein,

Du fällst. So hab ich es gelesen

Im Schicksalsbuch. Das Reich ist mein.

Ein Priesterkönig! zwei Idole

In einem, Leuchtturm und Vulkan!

Der Louvre ward zum Kapitole

Und St. Cloud ward zum Vatikan.

Als Cäsar hätte vor dem Volke

Stolz zu Pompejus dieser Mann

Gesagt: Siehst in der Feuerwolke

Mein Schwert Du? trag es mir voran!

In seinen wilden Phantasieen,

In seiner Seele heißem Traum

Sah er Nationen vor sich knieen,

Sie küßten seines Mantels Saum.

Die Räume wollte er, die Zeiten

Im Sturme durcheinander wehn,

Paris durch alle Welten breiten

Und in Paris die Welten sehn.

Er wollte in der Erde Mitten

Errichten seinen hohen Thron,

Zu einem Volk die Menschheit kitten

Wie Cyrus einst in Babylon.

Er wollte in vermeßnem Prahlen

Auf ewig gründen seinen Ruhm,

Jehovah sollte überstrahlen

Des neuen Gottes Heiligtum.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 43 / 211 题