Der Abend des Sämanns

Nun will der müde Tag entweichen,

Still liegt vor mir das weite Tal;

Die Sonne sendet im Erbleichen

Hernieder einen letzten Strahl.

Dem armen Alten dort, der schweigend

Sich durch die graue Flur bewegt

Und in die Furchen, tief sich neigend,

Der Zukunft frohe Ernten legt.

Und wie der lange schwarze Schatten

Des alten Mannes Werk durchmißt,

Weiß der, dies Werk ging gut von statten

Am Tage, der gesegnet ist.

So geht er säend auf und nieder,

Er schreitet durch die weite Flur,

Er kommt und geht und streuet wieder,

Stumm folgt mein Sinnen seiner Spur.

Verschleiert ruhen alle Fernen,

Der Schatten wächst, er rauscht und schwillt,

Er reckt empor bis zu den Sternen

Des Sämanns königliches Bild.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 27 / 211 题