Der Hund bellt -- heult --

Alle schlafen -- aber das Wort kann nicht schlafen -- das Wort muß leben

-- lodern -- zerstören --

Er klettert auf die Straßenlaterne, zerschlägt sie vorsichtig, entzündet

die Fackel aus dem Schuppen, schlägt das Fenster ein -- Licht fällt in

das Haus -- das Wort fällt in das Haus und der Dichter rast durch die

dunklen Gassen.

* * * * *

Ruth fährt auf aus dem Schlaf. Sie trägt ein Kind im Leib. Ach nein. Die

Feuerwehr ...

* * * * *

Der Säugling der Nachbarin ist verbrannt. Sonst wurde alles gerettet.

Und die Teilnahme der ganzen Stadt wendet sich der Familie des

geisteskranken Volksschullehrers zu.

Ruth besuchte Thomas mit Onkel Gustav in seiner Zelle. Er saß

zusammengekrümmt über einem leeren Papier. Seine Augen blickten nicht

mehr in sich hinein, aber hinaus und in das Leere. Und seine Knochen

waren ohne Mark. Leer.

-- Ruth, sagte er, denk bloß, alles ist verbrannt.

Sie gingen. Onkel Gustav weinte. Ruth schwieg. Aber sie trug eine kleine

Leiche in sich, fühlte die winzigen, angstverkrümmten Knochen.

Drei Tage später kam der blasse Bub, rot geheult. Thomas war zum Fenster

hinausgesprungen. Ruth nickte nur. Auf dem Steinpflaster liegt ein

schwerer Knochenhaufen. Zerschmettert.

-- Sei ruhig, sagte sie zu dem aufgeregten Buben, was weinst du. Schäm

dich.

Die Vergiftung · 第 21 / 30 题