Kurt _Eisner_ war Führer der Münchener Revolution vom 7. November und
seither Ministerpräsident. Am 21. Februar wurde er auf dem Weg zum
Landtag, wo er seinen Posten wegen der heftigen Angriffe gegen ihn
niederlegen wollte (Mitteilung des W. T. B. vom 21. 2. 1919), von dem
Leutnant Graf _Arco-Valley_ durch zwei Kopfschüsse getötet. Arco wurde
gleich darauf von einem Mann der Begleitung Eisners niedergeschossen,
jedoch später wiederhergestellt. Am 20. Januar 1920 wurde Arco zum Tode
verurteilt. »Als der Verurteilte nach Verlesung des Todesurteils die
Bitte an die ihm Wohlgesinnten richtete, von unüberlegten Taten
abzusehen und am nationalen Aufbau mitzuarbeiten, erfolgte ein
elementarer Beifallsausbruch der Zuhörerschaft, der sich in immer
wiederholten Bravorufen und Händeklatschen minutenlang fortsetzte ...
Die Menge auf der Straße empfing den Transport mit brausenden Hochrufen,
man schwenkte Hüte und wehte mit Tüchern.« (»Deutsche Tageszeitung«, 20.
Januar 1920.) Arco wurde gleich darauf zu lebenslänglicher Festungshaft
begnadigt. Im Jahre 1922 wurde die Haft über Arco derartig gemildert,
daß er tagsüber als Praktikant auf einem in der Nähe von Landsberg
befindlichen Gut arbeiten kann.