TABELLEN

161 von den Regierungstruppen in München Ermordete 43

Die von Rechts begangenen politischen Morde 73

Die von Links begangenen politischen Morde 79

Die Formen der politischen Morde 81

Die Sühne der politischen Morde 81

Kapp-Regierung und bayrische Räteregierung 99

Die strafgerichtliche Behandlung des Kapp-Putsches 100

Das Schicksal von 775 Kapp-Offizieren 101

Militärs der Kapp Regierung und der bayrischen

Räteregierung 102

Kappisten und Räterepublikaner in der Provinz 105

Die folgenden Zeilen berichten über die politischen Morde, die seit dem

9. November 1918 in Deutschland vorgekommen sind. Dabei sind gleichmäßig

die von Links und die von Rechts begangenen Morde dargestellt. Ein Fall

wurde aufgenommen, falls es sich dabei um eine vorbedachte,

gesetzwidrige, durch innerpolitische Motive verursachte Tötung eines

namentlich bekannten Deutschen durch einen anderen Deutschen handelte,

wobei der Vorgang sich nicht als Massenhandlung sondern als individuelle

Tat qualifizierte. Ich habe nur solche Fälle aufgenommen, wo die

erschießende Partei nicht behauptet hat, daß sie von der Menge

angegriffen wurde, und wo es sich nicht um eine Lynchung durch eine

namenlose Menge oder andersgeartete Massenhandlungen, sondern um ganz

bestimmte Täter handelte.

In der Auswahl der Fälle bin ich bei den Morden von Rechts viel

vorsichtiger verfahren als bei denen von Links. Ich habe daher mehrere

Fälle von Links mitaufgenommen, die mehr den Charakter von Tumulten als

von politischen Morden hatten.

Auf die Exaktheit der Angaben habe ich in jedem einzelnen Falle die

größtmögliche Sorgfalt verwendet und versucht, überall aktenmäßige

Genauigkeit zu erreichen. Ich habe mich gestützt auf Gerichtsakten,

Urteile, Entscheidungen über Einstellung des Verfahrens, Zeugenaussagen,

Mitteilungen von Rechtsanwälten, von Hinterbliebenen, endlich

Zeitungsnotizen. Die Prozeßberichte habe ich hauptsächlich in den

rechtsstehenden Zeitungen studiert. In allen Fällen, wo das Material

nicht genau war, wurde an die Angehörigen und Berichterstatter

geschrieben. Blieben die Nachrichten unvollständig, so blieben die

betreffenden Fälle weg. Ich kann somit jede hier vorgebrachte Behauptung

einwandfrei belegen. Prinzipiell wurden nur solche Fälle aufgenommen, in

denen der Name des Opfers mir bekannt wurde. Wo sich im Text auch

anonyme Fälle finden, dienen sie nur zur Veranschaulichung der

betreffenden Vorgänge. Nur an zwei Stellen bin ich von diesem Prinzip

abgewichen. (Seite 18 und 32.)

Der jeweilige Stand des Verfahrens war am schwierigsten zu ermitteln. Es

ist daher möglich, daß in Fällen, wo mir kein Verfahren bekannt wurde,

ein solches tatsächlich schwebt oder das Verfahren bereits eingestellt

wurde. Dagegen glaube ich, daß die Zahl der von mir angeführten

Bestrafungen vollständig ist.

Das Buch kann keinen Anspruch darauf erheben, alle politischen Morde

darzustellen, die in den letzten Jahren in Deutschland vorgekommen sind.

Ich bitte daher alle Leser, welche weitere Fälle wissen, hierüber an den

Verlag der Neuen Gesellschaft, Berlin-Fichtenau, zu schreiben.

Das vorliegende Buch ist eine Fortsetzung und Erweiterung meiner

Broschüre »Zwei Jahre Mord.« Ich hatte darin unter anderm die Behauptung

aufgestellt, daß die deutsche Justiz über 300 politische Morde

unbestraft läßt und hatte erwartet, daß dies nur zwei Wirkungen haben

könne. Entweder die Justiz glaubt, daß ich die Wahrheit sage, dann

werden die Mörder bestraft. Oder sie glaubt, daß ich lüge, dann werde

ich als Verleumder bestraft. Tatsächlich ist etwas Drittes, völlig

unvorhergesehenes eingetreten:

Obwohl die Broschüre keineswegs unbeachtet blieb, ist von behördlicher

Seite kein einziger Versuch gemacht worden, die Richtigkeit meiner

Behauptungen zu bestreiten. Im Gegenteil, die höchste zuständige Stelle,

der Reichsjustizminister, hat meine Behauptungen mehrmals ausdrücklich

bestätigt. Trotzdem ist nicht ein einziger Mörder bestraft worden.

Berlin, 16. Oktober 1922.

Vier Jahre Politischer Mord · 第 11 / 146 题