Da nun alle urkundlichen Zeugnisse irgend eines Zusammenhanges
zwischen Bacon und Shakespeare gänzlich fehlen, so haben die
Baconianer, wie man sie nennt, aus der Noth eine Tugend gemacht und
den völligen Mangel aller sachlichen Beweise für den Beweis der Sache
ausgegeben: so geflissentlich und so gründlich habe Bacon alle Spuren
vertilgt, die seine Autorschaft hätten verrathen können! Da er von
einer gleichzeitigen Größe, wie Shakespeare, hätte reden müssen,
nirgends aber geredet hat, so habe er absichtlich aus tief versteckten
Gründen geschwiegen, welche letztere sich der eindringenden
Nachforschung daraus erklären, aber auch nur daraus: daß er selbst
Shakespeare war! Alle urkundlichen Gegenbeweise aber, deren es viele
und unumstößliche giebt, gelten für Schliche und Machinationen, um die
Autorschaft Bacons zu verbergen und die Welt zu dupiren.
Niemals, solange es eine historische Kritik giebt, hat man dem Mangel
aller Urkunden und Zeugnisse eine solche Beweiskraft zugeschrieben.
Ueber Bacon, den Dichter der Shakespeare-Dramen, herrscht ein
absolutes Schweigen, er ist in den Schleier des tiefsten Geheimnisses
gehüllt: darin besteht das Bacon-Geheimniß. Wo sich aber ein Mysterium
findet, da werden wohl auch die Mythen nicht ausbleiben.