Auch diese neue Auflage des _dritten_ Bandes der Wanderungen hat
eine Umgestaltung erfahren. Wie bei Band ~I~ und ~II~ ist alles
dem Spezialtitel _Nicht_-Entsprechende fortgelassen und durch
ausschließlich Havelländisches oder doch dem Flußgebiet der Havel
Angehöriges ersetzt worden. Auf diese Weise kamen hinzu: das
Havel-Luch, Oranienburg, Tegel, Fahrland, die Fahrlander Chronik,
Sakrow, „Wer war er?“, Falkenrehde, „Zwei heimlich Enthauptete“ und
_Wust_, das Geburtsdorf Hans Hermanns von Katte. Daran schließt sich
noch Kloster _Chorin_, das, wiewohl außerhalb des Flußgebietes der
Havel gelegen, um _Lehnins_ willen, dessen Tochterkloster es war, mit
herangezogen wurde. Wobei zugleich der Wunsch mitwirkte, dem mehrere
Kapitel umfassenden Abschnitt von der Kolonisation der Mark durch die
Zisterzienser wenigstens annähernd einen Abschluß zu geben.
Das Historische (im Gegensatze zu „Oderland“) tritt im ganzen genommen
in diesem dritten Bande zurück, und Landschaft und Genre prävalieren.
An nicht wenigen Stellen entstand für mich die Frage, ob ich nicht,
über die bloße Form hinaus, auch _inhaltlich_ zu Änderungen zu
schreiten und von einem inzwischen erfolgten Wechsel der Dinge Notiz zu
nehmen hätte. Um ein paar Beispiele zu geben: das Friedrichsche Ehepaar
auf der Pfaueninsel ist gestorben, Etzin ist niedergebrannt und der
in Trümmern liegende Teil der Lehniner Klosterkirche ist neuaufgebaut
worden. Ich hab' es aber mit Rücksicht darauf, daß alles Umarbeiten
und Hinzufügen in der Regel nur Schwerfälligkeiten schafft, schließlich
doch vorgezogen, das Meiste so zu belassen, wie sich's etwa um's Jahr
1870 dem Auge präsentierte und bitte den Leser, wo sich die Benötigung
dazu herausstellen sollte, dies freundlichst im Auge behalten zu wollen.
=Berlin=, 24. April 1880.
=Theodor Fontane.=