Vielleicht bin ich dazu nicht imstande. Was nützte es, sofern du mein
Vermögen in Zweifel ziehst, wenn ich dir sagen wollte: ich will
Gestalten geben, deren Seele das reinste und empfindlichste Instrument
ist für das unbegreifliche Spiel des Schicksals? Ich will meine eigene
Furcht, mein eigenes Entzücken, meine eigenen Vorstellungen von Leben,
Gott und Tod zum Bilde machend, Wesen darstellen, die unter dem Druck
und Anhauch solcher Gefühle unvermittelter, vielfacher tönend reagieren;
die das Erstaunen des Kindes noch in sich tragen vereint mit der
Erfahrenheit des weisen Zuschauers und die unter dem Kleid des Alltags
dennoch wandeln wie wir alle wandeln, unwissend woher, unwissend wohin.
Ich will den einen zum Schatten machen, denn sein Dasein, seine
Leidenschaften, seine Triebe, seine Taten sind ihm und andern unbewußt
dunkel und nichtig wie Schatten, jenem aber, der zur Seite steht, nichts
will, nichts gibt, nichts vermag, nichts bedeutet, zur charakteristischen
Gestalt verhelfen. Ich will nicht die Verknüpfung äußerer Erlebnisse
geben, sondern die Wirrnis der inneren, ich setze keinen Ehrgeiz darein,
Fäden zu knüpfen und zu lösen. Ich möchte keine Gewitter geben, sondern
die Entwicklung des Gewitters, die schwülen Lüfte des ahnungsvollen
Tages, alles was vorher geht, was Verantwortung trägt. Ich will keine
prahlerischen Ereignisse, sondern ich suche den kleinen Schmerz, der in
tausendfachen Bildungen die Seele dem Verderben entgegenschleppt, und
dies alles will ich wieder einer großen Harmonie zuführen, die
mannigfach geteilten Motive dem Unendlichen vermählen.