DER ALTE:

Weil ich an dieser Bemerkung sehe, wie wenig du mich noch verstanden

hast. Wenn die großen Meister suchen, so wollen sie den Einklang

schaffen zwischen Stoff und Form. Sie wissen, daß es ohne solche

Harmonie überhaupt kein Kunstwerk gibt. Und weil sie das wissen und auf

diesem Wege zur Vollkommenheit streben und sich wohl hüten werden, die

Fülle ihrer Mittel an den falschen Gegenstand oder am falschen Ort zu

verschwenden, so wird immer etwas entstehen, was der Kunst und ihrer

eigenen Schöpferpersönlichkeit gemäß ist. Sie suchen mit sehenden Augen,

ihr aber sucht als Blinde; sie gehen den geraden Weg und kommen an ein

Ziel, wenn auch nicht immer an das gewünschte; ihr aber taumelt im

Kreise herum. Die Suchenden, die nicht um das Wesen wissen, sind zum

Untergang verurteilt.

Imaginäre Brücken: Studien und Aufsätze · 第 37 / 106 题