Naturempfinden ist wie die _Mutterliebe_ eine ewige rastlose Emotion.
Man kann nicht sagen: Hier ist es schön! Man muß erfüllt sein, krank,
von allem anderen losgelöst, begeistert, gerührt, dankbar und erstaunt!
Man muß sich sagen: Wie komme ich dazu, das zu erleben, zu erschauen?!
Es muß ein „Nervenrausch“ sein, sonst ist es nichts, nichts! Es darf
keinerlei Zweck haben für die werte Gesundheit, es muß von selbst wirken
und beglücken, wie das Antlitz der jungen Mutter, die sich über die
Wiege des soeben erwachten Kindchens beugt. Ein Glücksschimmer ist da
über seinem Antlitz, weshalb, das weiß niemand. So muß die Natur wirken!
Sie ist kein hygienisches Heilmittel, pfui, sie ist ein _Mysterium_.
Nimm gewisse Vögel aus dem Wald, und sie sterben vor Gram. Gib sie
zurück, und sie zwitschern Dankgebete. So ist das Naturempfinden. Eine
heiße, süße, zehrende Leidenschaft der Seele! _Sport_ und _Hygiene_ sind
Börsenmanöver, die die modernen Menschen mit dieser Kirche „Natur“
effektuieren!