Von Kortina brachen wir auf, Automobil, 9 Uhr morgens, und schlängelten
uns hinauf, auf den Falzaregopaß, 2117 Meter. Hinter dem Hotel pflückte
ich „Speik“, diese weiße duftende Bergblume, Kindheitserinnerung. Der
Boden war schwarz, weich und feucht; und überall rieselte Schneewasser.
Und dann hinab ins Tal. Und von da aus sogleich wieder auf den
Pordoihjochpaß, Kristomanos-Schutzhaus, 2250 Meter. Da gab es gar keine
Blumen mehr, wie herrlich. Der starre Sturm verbat sich alles Blühen.
Er stöhnte und beherrschte! Wie wenn man als Kind eine große Seemuschel
ans Ohr dicht anlegt, so brauste es. Nur sagt man in jenem Falle,
das Tosen des Meeres sei in der Muschel eingefangen. Hier aber ist
nichts eingefangen; man sieht das Brausen über die kahlen gelb-braunen
Wiesen; ganz aus erster Hand vernimmt man den Sturm. Im wunderbar
warmen geschützten Speisezimmererker nahm ich ihr Bild heraus (Kl. P.),
betrachtete es lange. Ich dachte: „Mit dir hier zu sein!“ Aber es wird
nie, nie, nie, nie sein — — —. Wie schade.