Ich sah ein ockergelbes Musselinkleid-Hemd mit breitem lila Samtband
geputzt. An der Brust eine große lila-weiße Kamee. Dann sah ich an dem
herrlichen Fräulein Schw... eine weiße seidene Wolke, am Rande bestickt
mit grellem Silberschimmer aus großen viereckigen Silberplättchen. Dann
sah ich an der braunen Frau S. eine schwarze Tüllrobe, mit schwarzem
Hut, mit einer schwarzen samtenen Tulpe an der Brust. Kardinalfarbene
Seidenrobe, bestickt mit kardinalfarbigen Glasperlen. Eine staubgraue,
nebelgraue Tüllrobe, mit breiten ockergelben Samtbändern. Eine
erbsengrüne Tüllrobe, mit hechtgrauen Glasperlen bestickt; braungelbe
Orchideen an der Brust. Frauenschuh. Dann sah ich eine — — — da wußte
ich gar nicht, was sie anhatte; denn ich sah nur ihr Antlitz, ihr süßes,
süßes Antlitz, mit den klaren schimmernden Madonnenaugen — — —. Da sagte
eine ältere Dame zu mir: „Nicht wahr, das bemerke ich sofort, die
Toilette dieser jungen Dame ist ganz nach Ihrem etwas aparten und
übertriebenen Geschmack — — —!?!“ — „Jawohl“, erwiderte ich, „obzwar ich
gar nicht sah, was sie anhatte — — —.“ — „Ja, Sie urteilen eben auch nur
nach dem Äußeren, mein Lieber, sehen Sie wohl?!?“ — „Ja, leider“,
erwiderte ich und starrte die Madonnenaugen an — —. Sie hieß Kl. P. und
dennoch kann niemand ahnen, wer es ist — — —.