Ich schleudere hiermit meinen Bannfluch gegen _alle jene_, die, in
„bestgemeinter Absicht“ oder aus Geschäftsinteresse, sich in neuerer
Zeit gegen die _Kinotheater_ wenden! Es ist die beste, einfachste, vom
öden _Ich_ ablenkendste Erziehung, besser jedenfalls, tausendmal besser
als die bereits als „freche Gaunerei“ entlarvte „Kunstdarbietung“,
ausgeheckt in ehrgeizigen, verdrehten Gehirnen und präpariert für den
„seelischen Poker-Bluff“; infame Düpierung _einfach-gerader_
Menschenseelen! Im Kino _erlebe ich die Welt_; und selbst die erfundenen
Sketches sind schon, der Natur der Sache nach, auf _edel-primitive_
Wirkung hin gearbeitet, Seelenkonflikte a la „_3 und 2 macht 5_“, nicht
aber absichtlich 6 oder 7! Das Volk _soll sich erheben für die
Kinotheater_ und sich nicht neuerdings in kleinsten und belanglosesten
Angelegenheiten _beschwatzen_ und _betören_ lassen von den
„_psychologischen Clowns_“ der Literatur! Meine zarte 15jährige Freundin
und ich, 52jähriger, haben bei dem Natursketch: „_Unter dem
Sternenhimmel_“, in dem ein armer französischer Schiffzieher seine tote
Braut flußaufwärts zieht, schwer und langsam, durch blühende Gelände,
heiß geweint! Wehe euch, deren „_trockenen Geist_“ wir „_trockenen
Herzens_“ angeblich begeistert _genießen_ müssen! Wir _müssen_ und
_wollen nicht_!
Ein „berühmter Schriftsteller“ sagte zu mir: „Wir sind jetzt unter uns,
was finden Sie eigentlich Besonderes an den Kinovorstellungen?!?“
„Nein,“ sagte ich, „_wir_ sind _nicht_ unter uns, sondern _Sie_ sind
_unter mir_!“