10. März 1898.

Heute besuchten Tom und ich den kranken Leutnant Orthmann. Um jede

Zugluft abzuhalten, sind die Wände der Strohhütte ganz dicht verstopft

worden; so kann der arme Patient sich nicht einmal die Zeit mit Lesen

vertreiben. Wir haben ihm in der Boma ein luftiges, lichtes Zimmer

herstellen lassen, damit er dort seine Krankheit leichter übersteht.

Mein Name wird hier schon als Machtmittel mißbraucht! Von unseren

Wahehe wird mir gemeldet, daß 20 Händler und Träger nebst zwei Eseln

in der Gegend umherziehen und von den Leuten Chakula eintreiben -- und

zwar in meinem Namen! Tom schickte sofort eine Askari-Patrouille hinter

ihnen her, die die Kerle auch richtig abfaßte. Heute erscheinen sie

de- und wehmütig und spielen die reuigen Sünder. Zunächst müssen sie

den Eigentümern die gestohlene Chakula bezahlen und dann erhalten sie

wegen Mißbrauchs meines Namens pro Mann 25 Hiebe. Das hat hoffentlich

gewirkt.

Von Quawas nächster Umgebung, seiner Leibgarde, stellten sich heute

drei Mann mit Gewehren Modell 71. -- Das Ende des Gefürchteten naht!

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 106 / 132 题