Heute kamen die Gefangenen mit Hammermeister aus Bueni (Goritz) hier
an, aber nur 17 Mann, auch wieder große kräftige Kerls, vor denen man
sich fürchten konnte. So wild und wüst im Aussehen, wie man sich die
Räuber vorstellt. Von den 25 Gefangenen waren sechs schon bei Goritz
ausgebrochen, dann noch zwei bei Winkler; sie stecken natürlich hier in
unserer Nähe im Pori.
Eine Freude! Von Tom Nachricht; er ist gestern bis zu Stephan, also
zehn Stunden, durchmarschiert. Meinen Spaziergang machte ich durch die
Stadt. Die verschiedensten Gomas (Spiele, Tänze) gesehen, denn Leute
von Kilimatinde tanzen anders wie die von Tabora, an der Küste usw.,
auch die Weiber und Männer tanzen wiederum verschieden. Die beginnende
Dunkelheit begünstigte mein Inkognito, war ich aber doch erkannt, dann
beeilten sich die Tänzer, mir ihre schönsten Touren zu zeigen und mir
zu huldigen, was mich natürlich möglichst schnell vertrieb. So in der
Dunkelheit durch die breit angelegten Straßen zu wandern, die sehr
sauber gehalten werden, ist recht interessant. Das ganze Leben spielt
sich auf der Straße ab. Alles lustwandelt, tanzt oder sitzt auf der
Veranda, denn die Wohnung dient nur zum Schlafen oder als Zuflucht bei
Kälte. Die Türe steht stets offen, und da es auf der Straße dunkel ist
(zu Laternen haben wir es noch nicht gebracht), heben sich die um das
Feuer hockenden Gestalten wunderschön ab. Auf der Veranda sitzen sie
auch bei einem kleinen Licht.