Die Textilsammlung des k. k. Österreichischen Museums kann wohl
als eine der reichsten heute bestehenden angesehen werden. Da die
Erzeugnisse der Textilkunst jedoch Schädigungen durch Licht, Luft
und eigenes Gewicht am meisten ausgesetzt sind, so müssen sie in der
Hauptsache in ganz anderer Weise zur Aufstellung gebracht werden als
die meisten übrigen Gegenstände eines kunstgewerblichen Museums. Auch
beanspruchen die Textilobjekte bei ihren verhältnismäßig großen Flächen
Wände von solcher Ausdehnung, daß sie schon aus diesem Grunde nicht
gleichzeitig zur Ausstellung gelangen können. Ferner ist ein großer
Teil der Stoffmuster naturgemäß nicht eigentliches Schauobjekt, sondern
nur bei genauem Studium geeignet, Vorteil zu bringen.
Man hat sich daher bemüssigt gesehen -- wie es übrigens auch in
den meisten andern Museen geschehen ist --, nur einen Teil der
Textilgegenstände dauernd zur Ausstellung zu bringen und in diesem
Falle die Stücke gegen Gefahren des Lichtes usw. durch verschiebbare
Vorhänge und andere Schutzvorrichtungen zu sichern, die übrigen
Stücke jedoch wissenschaftlich geordnet in Schränken zu verwahren
und nur zeitweise und in bestimmten Gruppen zur Schau zu stellen.
Jedoch werden auch die nicht ausgestellten Objekte künstlerisch oder
wissenschaftlich Studierenden jederzeit zugänglich gemacht, zu welchem
Zwecke man sich nur durch den Saaldiener an den Abteilungsleiter zu
wenden braucht.
Es sind auch alle Objekte (oder Gruppen) mit kurzen technischen und
historischen Angaben versehen, und es ist in den Textilsälen außer der
jeweils gegenwärtigen Ausstellung immer Zeitpunkt und der Inhalt der
folgenden durch Anschlag bekanntgegeben.