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[Illustration]
[Illustration]
Erzgebirgisches Wanderbuch.
Erzgebirgisches Wanderbuch
148 _Ausflüge_ und _Wanderungen_ in die
Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge
Bearbeitet von
Max Wenzel, Chemnitz
Mit einer farbigen Übersichtskarte und einem Plane
des Zeisigwaldes.
[Illustration]
H. Thümmlers Verlag, Chemnitz
1919/20.
Is dir dei Harz racht trüb un schwar,
bedrückt dich dies un dos,
do nahm dein Wanderstacken har
un mach dich of dr Stroß!
De liebe Sonn, die maants su gut,
de Vögle singe fruh,
de Blümle nicken gal un rut,
un 's Bachel lacht derzu.
Der Wald, dar rauscht sei altes Lied,
's is alls su hall, su frei, --
wu alls su schie un lustig gieht,
mußt du aa fröhlich sei!
Du gauchzt als wie e Hädelerch
bei setter Lust un Pracht:
Wie hoot Gott uner Arzgeberg
su gar fei schie gemacht!
Max Wenzel.
Vorwort.
Dieses Buch will zunächst für die Freunde unserer Heimat einen
Wegweiser zu den mannigfachen Schönheiten der Chemnitzer Umgebung
und des Erzgebirges darstellen. Es soll aber auch allen denen ein
Führer sein, die durch die Ungunst der Verhältnisse gehindert sind,
größere Reisen auszuführen. Sie werden erkennen, daß das Gute für uns
Chemnitzer sehr nahe liegt, sie also nicht in die Ferne zu schweifen
brauchen, um sich bei der Mutter Natur Trost und Erholung bei allem
Niederdrückenden zu suchen.
Bei der überreichen Fülle von Wanderzielen war es natürlich
ausgeschlossen, jeden landschaftlich schönen Punkt zu berücksichtigen,
indes ist der Versuch gemacht worden, aus jeder Gegend die
besuchenswertesten Strecken und Orte zu Wanderungen zu empfehlen.
Die Überschriften der einzelnen Gruppen geben nur im allgemeinen
die Wandergebiete an, die Grenzen zu den Nachbargebieten sind nicht
streng gezogen. Neben kurzen Spaziergängen sind Halbtags-, sowie
Tagesausflüge angeführt, auch Vorschläge für größere Wanderungen,
die sich auf mehrere Tage erstrecken, fehlen nicht. Dem beschränkten
Eisenbahnverkehr mußte vielfach Rechnung getragen werden, auch wurde
vermieden, zwischen die Wanderungen Bahnfahrten einzuschieben. Die
Grenzen zwischen Sachsen und Böhmen bilden hoffentlich bald kein
Hindernis mehr. Die Wanderzeiten sind für bequeme Wanderer berechnet,
4--4½ ~km~ wurden für die Stunde vorgesehen. Das Empfehlen von
Gasthäusern wurde meist unterlassen, da die Erfahrung lehrte, daß bei
den bestehenden Verhältnissen solche Angaben meist unsicher sind. In
diesem Punkte halte man sich an den Inseratenanhang. Bei weiteren
Ausflügen empfiehlt es sich, am Vorabend der Wanderung den eigentlichen
Ausgangsort aufzusuchen, um die zeitraubende Bahnfahrt am Wandertage zu
vermeiden.
Allen denen, die den Herausgeber mit Rat und Tat unterstützten, sei
auch an dieser Stelle der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht.
Dankbar würden es Verlag und Herausgeber begrüßen, wenn aus den Kreisen
der Benützer Vorschläge für Erweiterung und Verbesserung dieses Buches
eingesendet würden.
Mit dem alten Heimatsgruße »Glück auf«
Der Herausgeber.
_Chemnitz_, im Sommer 1919.
Inhalts-Verzeichnis.
Seite
=Allgemeines= 1
Berge und Höhen, Burgen und Schlösser 4
Ruinen, Flußtäler 5
=1. Siegmar -- Jagdschenke -- Stelzendorf -- Höckericht-Teich
-- Neustadt -- Schönau= (1¾ Std.) 6
=2. Zur Pelzmühle= 7
~a~) Siegmar -- Pelzmühle (¼ Std.) 7
~b~) Rottluff -- Rabenstein -- Bad Grüna -- Pelzmühle
(2¼ Std.) 8
~c~) Kammwanderung nach der Pelzmühle (2 Std.) 11
=3. Siegmar -- Pelzmühle -- Bad Grüna -- Totenstein --
Tannenmühle -- Wüstenbrand= (2¾ Std.) 12
=4. In die Gegend von Hohenstein-Ernstthal= 14
~a~) Siegmar -- Totenstein -- Wind -- Berghaus (2¾ Std.) 14
~b~) Grüna -- Bad Grüna -- Rabensteiner Wald -- Tannenmühle
-- Wind -- Berghaus -- Hohenstein (3--4 Std.) 16
~c~) Wüstenbrand -- Heidelberg -- Wind -- Berghaus --
Windmühle -- Mineralbad -- Hüttengrund -- Hohenstein-Ernstthal
(4 Std.) 17
~d~) Hohenstein-Ernstthal -- Hüttengrund -- Forsthaus
Haynholz -- Hüttenmühle -- Bethlehemstift-- Hohenstein-Ernstthal
oder Kuhschnappel -- St. Egidien (2 Std.) 18
~e~) Mit Benutzung der elektrischen Bahn Hohenstein--Oelsnitz
nach Hartenstein (3--4 Std.) 19
=5. Küchwald-Wanderungen.= 20
~a~) Schloßteich -- Schloßplatz -- Küchwald -- Fischweg
(1½ Std.) 20
~b~) Schloßteichinsel -- Küchwald (Cottaschneise) -- Bismarckturm
(1½ Std.) 22
~c~) Schloßteichinsel -- Küchwald -- Saubornweg -- Bismarckturm
-- Endstation der Straßenbahn Borna
(1 Std. 20 Min.) 23
~d~) Schloßteichinsel -- Küchwald -- Borna -- Glösa --
Scheibe (ca. 2 Std.) 24
~e~) Burgstraße -- Landesanstalt -- Crimmitschauer Wald
-- Bismarckturm -- Borna -- Küchwald -- Schloßteich
(2 Std. 20 Min.) 25
~f~) Furth -- Glösa -- Auerswalde -- Wittgensdorf --
Heinersdorf -- Borna -- Küchwald (3½ Std.) 26
=6. Zum Kinderwalderholungsheim und zur Kinderwaldschänke
bei Ebersdorf= 29
~a~) Schloßteich -- Furth -- Glösa -- Strumpf --
Kinderwalderholungsheim (2 Std.) 30
~b~) Furth-Scheibe -- Kinderwalderholungsheim (1 Std.) 30
~c~) Hilbersdorf -- Kaserne -- Kinderwalderholungsheim
(¾ Std.) 31
~d~) Hilbersdorf -- Exerzierplatz -- Kohlung --
Kinderwalderholungsheim (¾ Std.) 31
=7. Ins Gebiet der unteren Chemnitz und Zwickauer
Mulde= 32
~a~) Wittgensdorf -- Herrnhaider Park -- Plantagengut
Göppersdorf -- Göppersdorf -- Burgstädt (1½ Std.) 33
~b~) Burgstädt -- Taurastein -- Markersdorf -- Schweizertal
-- Burgstädt (2 Std.) 34
~c~) Burgstädt -- Brauselochtal -- Rochsburg -- Höllmühle
-- Burgstädt (3¼ Std.) 36
~d~) Rochsburg -- Lunzenau -- Cossen (1 Std. 5 Min.) 38
~e~) Burgstädt -- Helsdorf -- Höllmühle -- Rochsburg (3 Std.) 39
~f~) Rochsburg -- Berthelsdorf -- Hohenkirchen -- Cossen
(1 Std. 40 Min.) 40
~g~) Burgstädt -- Chemnitztal -- Stein -- Göritzhain --
Seitenhain -- Wechselburg -- Rochlitzer Berg -- Rochlitz
(6 Std.) 42
~h~) Markersdorf-Taura -- Schweizertal -- Chemnitztal --
Göritzhain -- Seitenhain -- Wechselburg -- Rochlitzer
Berg -- Narsdorf (5 Std.) 46
~i~) Cossen -- Göhrener Viadukt -- Altzschillen -- Wechselburg
-- Rochlitzer Berg (2½ Std.) 47
~k~) Pumpschenke Chursdorf -- Höllmühle -- Spinnerei
Amerika -- Penig (2 Std. 40 Min.) 48
~l~) Penig -- Wolkenburg -- Waldenburg -- Grünfelder
Park -- Glänzelmühle -- Glauchau 49
~m~) Penig -- Rochsburg -- Lunzenau -- Wechselburg (4 Std.) 54
=8. Zeisigwald-Wanderungen= 54
~a~) Forststraße -- Goldborn -- Waldschenke -- Dosts Halde
-- Beutenbergturm -- ~D~-Flügel -- Pflanzgartenweg
-- Forststraße (1 Std. 10 Min.) 55
~b~) Schlachthof -- Genossenschafts-Molkerei -- Röhrweg --
Goldborn -- Paradiesweg -- Dosts Halde -- Beutenberg
-- Heideschenke -- Gablenz (2 Std.) 58
~c~) Schlachthof -- Waldschenke -- Euba -- Jägersruh --
Schere -- Adelsberg -- Gablenz (3½ Std.) 59
=9. Nach Schloß Lichtenwalde= 61
~a~) Schlachthof -- Zeisigwald -- Lichtenwalde (2 Std.) 61
~b~) Hilbersdorf -- Ebersdorf -- Brettmühle -- Lichtenwalde
(2 Std.) 64
~c~) Niederwiesa -- Schloß Lichtenwalde (1 Std. 10 Min.) 66
~d~) Braunsdorf -- Lichtenwalde (¼ Std.) 67
~e~) Schloßmühle -- Harraseiche -- Gunnersdorf -- Thümers
Kiefern -- Harrasfelsen -- Braunsdorf (2 Std.) 68
~f~) Schloßmühle -- Harrasfelsen -- Gunnersdorf -- Frankenberg
(2 Std.) 70
~g~) Harrasfelsen -- Altenhainer Mühle -- Flöha (1 Std.
10 Min.) 70
~h~) Schloßmühle -- Braunsdorf -- Finkenmühle -- Flöha
(1¼ Std.) 71
~i~) Schloßmühle -- Braunsdorf (¼ Std.) 71
~k~) Schloßmühle -- Landsknechtswinkel -- Hofewiese --
Niederwiesa (1 Std.) 72
=10. Durchs untere Freiberger Muldental nach Leisnig= 73
Limmritz -- Westewitz -- Hochweitzschen -- Klosterbuch --
Maylust -- Forstgarten -- Schießstände -- Leisnig (4 Std.) 73
=11. Ins untere Zschopautal= 77
~a~) Oberlichtenau -- Brettmühle -- Lichtenwalde -- Ortelsdorfer
Brücke -- Frankenberg -- Lützelhöhe -- Fischerschenke
-- Buchensteig -- Dreiwerden -- Mittweida
(5--6 Std.) 78
~b~) Ottendorf -- Wasserschenke Krumbach -- Zschöpchen --
Neusorge -- Jungfernsprung -- Neudörfchen -- Stadtpark
-- Mittweida (3 Std. 20 Min.) 82
~c~) Mittweida -- Stadtpark -- Neudörfchen -- Liebenhainer
Mühle -- Ringethal -- ~Via mala~ -- Mittweida (3 Std). 83
~d~) Ringethal -- Lauenhainer Mühle -- Mittweida
(1½ Std.) 85
~e~) Mittweida -- Lauenhainer Mühle -- Raubschloß --
Ringethal -- ~Via mala~ -- Mittweida (2½ Std.) 86
~f~) Mittweida -- Lauenhainer Mühle -- Ringethal --
Hermsdorf -- Lochmühle -- Kriebstein -- Waldheim
(4 Std. 10 Min.) 87
~g~) Waldheim -- Kriebstein -- Ehrenberg -- Lochmühle --
Hermsdorf -- Ringethal -- Lauenhainer Mühle --
Mittweida -- Dreiwerden -- Schönborn -- Krumbach --
Sachsenburg -- Frankenberg -- Harrassprung --
Lichtenwalde -- Flöha (10 Std.) 90
=12. In die Striegistäler und nach Hainichen= 92
Frankenberg -- Sachsenburg -- Rossauer Wald -- Crumbach
-- Hainichen (4½ Std.) 92
~a~) Kratzmühle -- Berbersdorf (1 Std. 25 Min.) 94
~b~) Kamera, Dorfstraße -- Ottendorf -- Kaltofen --
Kalkbrüche (1¼ Std.) 94
~c~) Kalkbrüche -- Arnsdorfer Mühle (1¼ Std.) 95
~d~) Hainichen -- Ottendorf -- Kaltofen -- Pappendorf --
Mobendorfer Heumühle -- Riechberg -- Bräunsdorf
Hainichen (5½ Std.) 95
=13. In die Hetzdorfer Schweiz= 96
~a~) Hetzdorf -- Bastei -- Lößnitztal -- Metzdorf -- Hohenfichte
-- Leubsdorf (2½ Std.) 96
~b~) Station Hetzdorf -- Bastei -- Vereins-Parkettfabrik
Metzdorf -- Lößnitztal -- Hammer-Leubsdorf --
Eppendorf -- Gahlenz -- Oederan (4½ Std.) 97
~c~) Station Hetzdorf -- Bastei -- Dorf Hetzdorf-- Karolinenhöhe
-- Börnichen -- Oederan (2¾ Std.) 97
=14. Die Grabentour von Freiberg (Halsbrücke) bis
Nossen und Roßwein= 98
Freiberg -- Herders Ruhe -- Halsbrücker Esse -- Krummhermersdorf
-- Oberreinsberg -- Zollhaus -- Nossen --
Altzella -- Roßwein (6¾ Std.) 98
=15. In den Tharandter Wald= 104
~a~) Bahnhof Tharandt -- Ruine -- Forstgarten -- Königsplatz
-- Bastei -- Königseichen -- Cottas Grab --
Heinrichseck -- Heilige Hallen -- Bahnhof Tharandt
(2½ Std.) 104
~b~) Tharandt -- Talmühle -- Hartha -- Grillenburg --
Seerenteich -- Edle Krone (3½ Std.) 106
~c~) Tharandt -- Stille Liebe -- Edle Krone (1¼ Std.) 107
~d~) Tharandt -- Breiter Grund -- Werther-Denkmal --
Köhlerhütte -- Bellmanns Los -- Tiefer Grund --
Warnsdorfer Quelle -- Grillenburg -- Klingenberg
(3¼ Std.) 108
~e~) Tharandt -- Bellmanns Los -- Tiefer Grund -- Katzentreppen
-- Unverhofft Glück -- Edle Krone (2¼ Std.) 110
=16. In die Weißeritztäler= 110
~a~) Hainsberg -- Rabenauer Grund -- Rabenauer Mühle --
Rabenau -- Spechtritzmühle -- Spechtritz -- Borlas --
Wilde Weißeritz -- Annaplatz -- Johannahöhe -- Unverhofft
Glück -- Edle Krone (5--5½ Std.) 111
~b~) Hainsberg -- Rabenauer Grund -- Rabenauer Mühle
-- Rabenau -- Spechtritzmühle -- Seifersdorf --
Dippoldiswalder Heide -- Einsiedlerstein -- Johannaturm
-- Dippoldiswalde -- Kipsdorf -- Bärenfels --
Schellerhau -- Rehefeld -- Niklasberger Kreuz --
Niklasberg -- Warteck -- Moldau (2 Tage) 113
~c~) Moldau -- Niklasberger Kreuz -- Eichwald -- Teplitz
-- Mariaschein -- Mückentürmchen -- Zinnwald --
Altenberg -- Kipsdorf (2 Tage) 119
=17. In das Gebiet um Frauenstein= 124
~a~) Schmiedeberg -- Saubachtal -- Ammelsdorf -- Körnermühle
-- Frauenstein -- Ratsmühle -- Claußnitz --
Sayda (6¼ Std.) 124
~b~) Klingenberg -- Frauenstein -- Ratsmühle -- Claußnitz
-- Sayda -- Olbernhau (4 Std. 20 Min.) 127
=18. Auf dem östlichen Kammweg ins Natzschungtal= 129
Moldau -- Niklasberger Kreuz -- Neustadt -- Willersdorf
-- Fleyh -- Göhren -- Bad Einsiedel -- Seiffen --
Olbernhau -- Bruchberg -- Sophienstein -- Stößerfelsen
-- Gabrielahütten -- Natzschungtal -- Kallich --
Reitzenhain (2 Tage) 129
=19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau= 135
~a~) Leubsdorf -- Grünhainichen -- Floßmühle -- Reifland
(2¾ Std.) 135
~b~) Reifland -- Neunzehnhain -- Waldkirchen (3 Std.) 136
~c~) Reifland -- Rauenstein -- Lengefeld -- Heinzebank --
Wolkenstein (3¾ Std.) 137
~d~) Rauenstein -- Lengefeld -- Adlerstein -- Lauterbacher
Knochen -- Lauterbach -- Ruine Lauterstein -- Zöblitz
(3 Std. 10 Min.) 139
~e~) Zöblitz -- Morgensternhöhe -- Vogeltoffelfelsen --
Teufelsmauer -- Nonnenfelsen -- Katzenstein --
Pobershau -- Marienberg (4 Std.) 141
~f~) Zöblitz -- Katzenstein -- Grüner Graben -- Kühnhaide
-- Reitzenhain (5 Std.) 145
~g~) Reitzenhain -- Kallich -- Natzschungtal-- Gabrielahütten
-- Olbernhau (5½ Std.) 145
~h~) Olbernhau -- Steindl -- Kleinhan -- Gabrielahütten --
Natzschungtal -- Olbernhau (6¼ Std.) 146
~i~) Reitzenhain -- Satzung -- Hirtstein -- Schmalzgrube --
Jöhstadt -- Weißer Hirsch -- Konduppelbachtal --
Königswalde -- Annaberg (7 Std.) 148
=20. Ins Assigbachtal und zur Ruine Hassenstein= 151
Reitzenhain -- Assigbachtal -- 3. Grundmühle -- Tschoschl
-- Krima-Neudorf -- Platz -- Ruine Hassenstein --
Sonnenberg (7¼ Std.) 151
=21. Ins obere Zschopautal= 154
~a~) Flöha -- Schweddey -- Augustusburg -- Kunnerstein --
Erdmannsdorf oder Hennersdorf (2¾ Std.) 154
~b~) Flöha -- Struthwald -- Erdmannsdorf -- Augustusburg
-- Dorfschellenberg -- Leubsdorfer Spinnerei --
Hohenfichte -- Metzdorf -- Hetzdorfer Bastei -- Bahnhof
Falkenau (5 Std. 20 Min.) 157
~c~) Gablenz -- Schere -- Kunnersdorf -- Kunnerstein --
Augustusburg (2½ Std.) 160
~d~) Kunnerstein -- Hennersdorf -- Witzschdorf -- Waldkirchen
-- Zschopau (2 Std. 20 Min.) 162
~e~) Zschopau -- Bodemerkanzel -- ~Via mala~ -- Wilischthal
-- Scharfenstein (2 Std.) 164
~f~) Zschopau -- Ziegenrück -- Scharfensteiner Kanzel --
Scharfenstein (1½ Std.) 165
~g~) Scharfenstein -- Hopfgarten -- Warmbad -- Wolkensteiner
Schweiz -- Wolkenstein (2¾ Std.) 167
~h~) Dittersdorf -- Weißbach -- Wilischthal -- Scharfenstein --
Wolkenstein (5 Std.) 168
=22. Durch das Preßnitztal zum Haßberg, Kupferhübel,
Herrgottstuhl und Keilberg (2 Tage)= 169
1. Tag: Steinbach -- Schmalzgrube -- Christophhammer
-- Haßberg -- Preßnitz -- Kupferberg -- Kupferhübel
-- Kleintal -- Pürstein (7½ Std.) 170
2. Tag: Okenau -- Herrgottstuhl -- Krondorf -- Hauenstein-Warta
-- Hüttmesgrün -- Hauensteiner Forsthaus
-- Hofberg -- Keilberg -- Oberwiesenthal 173
=23. Nach Annaberg, dem Pöhlberg und Bärenstein
oder Scheibenberg= 174
~a~) Bahnhof Schönfeld -- Markus Röhling -- Käthchenstein
-- Schreckenberg -- Frohnauer Hammer --
Annaberg -- Pöhlberg (3 Std.) 175
~b~) Pöhlberg -- Floßgraben -- Morgensonne -- Dorf
Bärenstein -- Bärenstein -- Cranzahl (4 Std.) 178
~c~) Pöhlberg -- Königswalde -- Pöhlatal -- Bärenstein
(2½ Std.) 179
~d~) Annaberg -- Buchholz -- Schlettau -- Stadt Scheibenberg
-- Scheibenberg -- Bahnhof Scheibenberg
(3½ Std.) 180
=24. Zum Fichtel- und Keilberg= 182
~a~) Bärenstein -- Kretscham-Rothensehma -- Rotes Vorwerk
-- Fichtelberg -- Neues Haus -- Gottesgab --
Keilberg -- Oberwiesenthal (6½ Std.) 183
~b~) Weipert -- Schlössel -- Lauxmühle -- Hofberg -- Keilberg
(3¼ Std.) 187
~c~) Cranzahl -- Kretscham-Rothensehma (1½ Std.) 188
~d~) Crottendorf -- Joachimsthaler Straße -- Reitsteig --
Fichtelberg (3¼ Std.) 189
~e~) Mittweida-Markersbach -- Mittweidatal -- Nitzschhammer
-- Wolfner Mühle -- Fichtelberg (4 Std.) 190
~f~) Oberrittersgrün -- Tellerhäuser -- Fichtelberg (3½ Std.) 191
~g~) Johanngeorgenstadt -- Schwarzwassertal -- Gottesgab
-- Fichtelberg -- Keilberg -- Oberwiesenthal
(6¾ Std.) 192
=25. Nach Einsiedel und Umgebung= 193
~a~) Altchemnitz (Neue Welt) -- Einsiedel (1¼ Std.) 194
~b~) Bernsdorf (Feldschlößchen) -- Reichenhain -- Pfaffensteig
-- Niederwald -- Einsiedel (1¾ Std.) 195
~c~) Altchemnitz -- Promenadenweg -- Erfenschlag --
Stiefelmühle -- Pfarrhübel -- Einsiedel (1 Std. 20 Min.) 196
~d~) Erfenschlag -- Niederwald -- Goldner Hahn -- Talsperre
-- Einsiedel (2 Std.) 197
~e~) Erfenschlag -- Alte Harth -- Berbisdorf -- Eibenberg
-- Geiersberg -- Einsiedel (2¾ Std.) 198
~f~) Bernsdorf -- Erfenschlag -- Pfarrhübel -- Geiersberg
-- Schieferwinkel -- Einsiedel (3 Std.) 200
~g~) Einsiedel -- Wettinhöhe -- Mühlbergweg -- Dittersdorf
(2 Std.) 201
~h~) Einsiedel -- Talsperre -- Herrenteich -- Wettinhöhe --
Bahnhof Einsiedel (1 Std. 10 Min.) 202
~i~) Einsiedel -- Körnerhöhe -- Kemtauer Felsen -- Bahnhof
Dittersdorf -- Waldesrauschen -- Einsiedel
(3 Std.) 203
~k~) Einsiedel -- Dittersdorfer Höhe -- Fischzuchttal --
Einsiedel (2¼ Std.) 204
~l~) Dittersdorfer Höhe -- Dittmannsdorf -- Hennersdorf
(2 Std.) 205
~m~) Einsiedel -- Fischzuchttal -- Dittersdorfer Höhe --
Dittersdorf (2 Std.) 206
~n~) Einsiedel -- Waldesrauschen -- Dittersdorf -- Kemtauer
Felsen -- Burkhardtsdorf (3 Std.) 207
~o~) Einsiedel -- Fischzuchttal-- Oberwald -- Dittmannsdorf
-- Sternmühle -- Adelsberg -- Neue Schenken --
Feldschlößchen (5 Std.) 208
~p~) Gablenz -- Adelsberg -- Sternmühle -- Poetenweg --
Erdmannsdorf (3 Std.) 210
~q~) Altchemnitz -- Klaffenbach -- Arnokreuz -- Bergschenke
-- Geiersberg -- Einsiedel (2½ Std.) 211
~r~) Dittersdorf -- Gelenauer Steig -- Kalkofen -- Burgstein
-- Oberer Hammerbergweg -- Dittersdorf (2 Std.) 212
=26. Ins Gebiet der Greifensteine= 214
~a~) Dittersdorf -- Kemtauer Felsen -- Auerbach -- Jahnsbach
-- Greifensteine -- Ehrenfriedersdorf (5 Std.) 215
~b~) Burkhardtsdorf -- Besenschenke -- Thum -- Greifensteine
-- Ehrenfriedersdorf -- Saubachtal -- Kalter
Muff -- Bahnhof Wolkenstein (5¼ Std.) 217
~c~) Jahnsbach -- Greifensteine -- Greifenbachtal --
Walthers Höhe -- Geyer -- Ehrenfriedersdorf --
Thum -- Burkhardtsdorf (5¾ Std.) 218
~d~) Zwönitz -- Niederzwönitzer Wald -- Gifthütte --
Greifenstein -- Walthers Höhe -- Geyer -- Ehrenfriedersdorf
(4 Std.) 220
=27. Stadtparkgänge= 221
~a~) Treffurthbrücke -- Stadtpark -- Wind -- Eichhörnchen
-- Markersdorf -- Altchemnitz -- Stadtpark (2 Std.
40 Min.) 221
~b~) Treffurthbrücke -- Stadtpark -- Helbersdorf --
Markersdorfer Schmiede -- Harthau -- Altchemnitz
(Neue Welt) (2 Std. 5 Min.) 223
=28. Ins Zwönitz- und Würschnitztal= 224
~a~) Stollberg -- Tabakstanne -- Thalheim (1½ Std.) 224
~b~) Pfaffenhain -- Goldbach -- Tabakstanne -- Thalheim
(2 Std.) 226
~c~) Stollberg -- Heiliges Holz -- Großer Stein -- Brettmühle
-- Guter Brunnen -- Zwönitz (2½ Std.) 226
~d~) Zwönitz -- Moosheide -- Grünhain -- Spiegelwald --
Fürstenbrunn -- St. Oswaldskirche -- Langenberg --
Schwarzbach -- Elterlein (5 Std.) 227
~e~) Zwönitz -- Ziegenberg -- Moosheide -- Schatzenstein --
Elterlein -- Schwarzbach -- Förstel -- Langenberg --
Schwarzenberg (4½ Std.) 230
~f~) Grünhain -- Spiegelwald -- Fürstenbrunn -- Oswaldkirche
-- Waschleithe -- Grünhain bez. Zwönitz
(2¾ bez. 4¼ Std.) 232
~g~) Lößnitz -- Alberoda -- Dürre Henne -- Hohe Warte --
Prinzenhöhle -- Niederschlema -- Floßgraben -- Aue
(3¾ Std.) 233
~h~) Stollberg -- Oberdorf -- Beutha -- Raum -- Meisterei
-- Prinzenhöhle -- Stein -- Hartenstein -- Raum --
Beutha -- Stollberg (5¾ bis 6 Std.) 235
=29. Ins Schwarzwasser-, obere Muldental und zum
Auersberg= 237
~a~) Schwarzenberg -- Konradswiese -- Morgenleite --
Jägerhaus am Ochsenkopf -- Antonsthal -- Erlabrunn
-- Johanngeorgenstadt (5¼ Std.) 238
~b~) Schwarzenberg -- Antonsthal -- Jägerhaus am
Ochsenkopf -- Morgenleite -- Bockau -- Rechenhaus
-- Floßgraben -- Auerhammer -- Aue (7¼ Std.) 240
~c~) Schwarzenberg -- Morgenleite -- Konradswiese --
Bockau -- Rechenhaus -- Floßgraben -- Aue (5¼ Std.) 242
~d~) Aue -- Floßgraben -- Bockau-- Jägerhaus am Ochsenkopf
-- Morgenleite -- Konradswiese -- Schwarzenberg
(6 Std.) 242
~e~) Aue -- Köhlerturm a. d. Gleesberg -- Schneeberg --
Floßgraben -- Aue (3¾ Std.) 244
~f~) Aue -- Konradswiese -- Morgenleite -- Jägerhaus am
Ochsenkopf -- Sosa -- Eibenstock (5½ Std.) 246
~g~) Johanngeorgenstadt -- Kleiner Kranichsee -- Auersberg
-- Wildenthal -- Bockautal -- Eibenstock (4½ Std.) 247
~h~) Blauenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal -- Auersberg
-- Sauschwemme -- Steinbach -- Johanngeorgenstadt
(4½ Std.) 249
~i~) Blumenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal -- Auersberg
-- Oberwildenthal -- Weiters Glashütte --
Kranichsee -- Sachsengrund -- Morgenröte -- Rautenkranz
(8 Std.) 250
~k~) Eibenstock -- Karlsfeld -- Kranichsee -- Sachsengrund --
Morgenröte -- Rautenkranz (5½ Std.) 252
~l~) Erlabrunn -- Steinbach -- Auersberg (2½ Std.) 252
~m~) Eibenstock -- Burkhardtsgrün -- Filzteich -- Schneeberg
-- Floßgraben -- Aue (5 Std.) 254
~n~) Stollberg -- Oberdorf -- Beutha -- Raum -- Meisterei --
Prinzenhöhle -- Wildbach -- Keilberg mit Bismarckturm
-- Schneeberg -- Floßgraben -- Aue (7 Std.) 256
=30. Der Erzgebirgskammweg= 257
2½tägige Wanderung.
1. Halbtag: Blauenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal --
Auersberg (2¾ Std.) 257
2. Tag: Auersberg -- Sauschwemme -- Steinbach --
Johanngeorgenstadt -- Platten -- Abertham -- Pleßberg
-- Gottesgab -- Fichtelberg (7½ bis 8 Std.) 258
3. Tag: Fichtelberg -- Keilberg -- Kupferberg -- Preßnitz
-- Christophhammer -- Schmalzgrube (7 Std.) 259
=31. Die Höhenwege im Erzgebirge= 260
Höhenweg I 260
Höhenweg II und III 261
Druckfehlerberichtigung 262
Plan des Zeisigwaldes 263
Wanderregeln 264
Zehn Gebote für Erzgebirgswanderer 265
=Anhang=: Erzählung »'s Gartenhäusel« und Anzeigen A1--A62
Namenverzeichnis A63
Allgemeines.
Den Namen verdankt unser _Erzgebirge_ seinem Reichtum an erzhaltigem
Gestein, dessen Abbau im Jahr 1163 begann. Vorher war es unter dem
Namen _Miriquidi_, zu deutsch Schwarzwald, dunkler Wald, bekannt. Schon
die Edda führt diesen Namen an. Ältere römische Schriftsteller erwähnen
das _Herkynische Gebirge_, als einen mächtigen Gebirgszug von der Donau
bis zur Weichsel, der auch unser Gebiet mit einschließen würde. Auch
der Name »Böhmerwald« ist gebräuchlich gewesen. Zum Unterschied von
verschiedenen anderen Erzgebirgen bezeichnete man das unsere als das
Meißnische Erzgebirge.
Es bildet das Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen und erstreckt
sich von der Gottleuba bis zur Zwota und Zwickauer Mulde. Im Süden wird
es vom Eger- und Bielatal, im Norden vom sächsischen Tiefland begrenzt.
Von Süden aus gesehen erscheint das Erzgebirge als eine steile mächtige
Gebirgsmauer, zerklüftet und zerrissen durch zahlreiche tiefe, wenn
auch kurze, Täler und Schluchten. Der Kamm verläuft hauptsächlich in
Böhmen und bildet häufig Hochflächen, mächtige mit Wald, Sumpf oder
Moor bedeckte Flachlandschaften. Die mittlere Höhe ist 844 Meter.
Die höchsten Erhebungen -- Keil- und Fichtelberg -- befinden sich im
mittleren Teile. Von hier senkt sich der Kamm ziemlich rasch nach dem
westlich gelegenen Elstergebirge zu. Nach Osten verläuft er länger
und allmählicher zum Elbsandsteingebirge. Zahlreiche Straßen und vier
Gebirgsbahnen kreuzen den Kamm, der an vielen Stellen noch bewohnt ist.
Der Nordabhang dacht sich allmählich ab.
Der von Norden her Kommende genießt daher die Schönheiten des Gebirges
in fortwährenden Steigerungen. Der sanfte Nordabfall ermöglicht auch
dem Reisenden bis in die nächste Nähe der Bergherrlichkeiten fahren
zu können. Dem Chemnitzer im besonderen ist es dadurch vergönnt, auch
bei nur kurzer Reisezeit bis zum Kamm vordringen zu können. Reichlich
die Hälfte unseres Gebirges ist mit _Wald_ bedeckt. Der Heimatsbaum
des Erzgebirges ist die Fichte, besonders wirksam ist es, wenn
Buchenbestände den Fichtenwald durchsetzen, bei der Laubfärbung des
Herbstes besonders erzielt dies die reizvollsten Bilder.
Von der Rauhheit des Gebirges ist schon manches garstige Lied gesungen
worden. Die Schilderungen von der Unwirtlichkeit und Armut des Gebirges
sind übertrieben oder längst überwunden. Das ganze etwa 6560 ~qkm~
umfassende Gebirge zählt ungefähr 2 Millionen Einwohner. Ackerbau und
Industrie finden sich noch in den höchsten Gegenden.
Der Gebirgsbewohner hat sich der Natur seines Landes und dem Wechsel
in seinem Erwerbsleben angepaßt. Die frühere bergmännische Bevölkerung
hat den Übergang zur industriellen Betätigung dank ihrer Anstelligkeit
und Schmiegsamkeit leicht bewerkstelligt. Über die Mißhelligkeiten des
Lebens hilft dem Erzgebirgler sein Humor leicht hinweg. Derbkräftig
sind Satire und Ironie ausgebildet. In guten Zeiten lebt er gern etwas
lustig, wenn er es auch in ungünstigen Zeitläuften wieder büßen muß.
Man lebt eben gern »gemütlich«.
In den Gegenden der Spitzen- und Posamentenindustrie macht man
naturgemäß gern etwas »Staat«. Dem Fremden begegnet man mit Höflichkeit
und gibt auf Befragen gern und ausführlich Auskunft.
Heiterer Sinn und Tiefe des Gemütes spiegeln sich in der Sangesfreude
unserer Gebirgler wieder. Künstlerischen Drang beweisen auch die
Erzeugnisse volkstümlicher Weihnachtskunst, wie Krippen, Pyramiden usw.
Der Dialekt gehört zu den mitteldeutschen Mundarten, infolge der
reichlichen Zuwanderung fremder Bergarbeiter und Industriearbeiter
haben sich thüringische, fränkische, vor allem Harzer
Sprachbestandteile eingedrängt. Auffallend ist der Wechsel in der
Mundart bei den Bewohnern links und rechts der böhmischen Grenze.
Eine ziemlich umfangreiche Dialekt-Literatur ist vorhanden und weit
verbreitet.
Der einstmals berühmte Erzbergbau ist nahezu erloschen. Während des
Krieges zwang die Rohstoffnot dazu, in verschiedenen Gegenden den
Betrieb wieder aufzunehmen. Nur in den Kohlengegenden lebt die einstige
Bergherrlichkeit fort.
Mannigfaltig und vielgestaltig sind die Schönheiten des Gebirges.
Hochragende, aussichtsreiche Berge, liebliche Flußtäler, gigantische
Felsen, düstere Moore, stolze Burgen und Schlösser, betriebsame
fleißige Städte und Dörfer, idyllische Dörfchen und Mühlen, dazu der
prächtige Wald -- alles dies vereinigt sich, um dem Naturfreund zu
beweisen, daß das Erzgebirge keinesfalls hinter den übrigen deutschen
Mittelgebirgen zurückzustehen braucht. Von Chemnitz aus kann man in
bequemen Tageswanderungen viel Schönes sehen. Wer Gelegenheit hat, am
Sonnabend Nachmittag oder Abend schon die Bahn benutzen zu können, kann
ganz prächtige Wanderungen bis über den Kamm ausführen.
Berge und Höhen.
Adelsberg 508 ~m~
Auersberg 1018 ~m~
Bärenstein 898 ~m~
Beutenberg 426 ~m~
Bühl 627 ~m~
Dittersdorfer Höhe 554 ~m~
Donnersberg 836 ~m~
Dreibrüderhöhe 688 ~m~
Fichtelberg 1213 ~m~
Gahlenzer Höhe 466 ~m~
Geiersberg 536 ~m~
Geisingberg 823 ~m~
Gleesberg 602 ~m~
Greifenstein 727 ~m~
Jöhstädter Höhe 820 ~m~
Kahlenberg 895 ~m~
Keilberg 1245 ~m~
Kuhberg 795 ~m~
Kupferhübel 841 ~m~
Morgenleite 813 ~m~
Mückentürmchen 808 ~m~
Peindlberg 974 ~m~
Pleßberg 1027 ~m~
Pöhlberg 833 ~m~
Rochlitzer Berg 378 ~m~
Schatzenstein 762 ~m~
Scheibenberg 805 ~m~
Schwartenberg 788 ~m~
Spiegelwald 727 ~m~
Tellkoppe 758 ~m~
Totenstein 479 ~m~
Waltershöhe 697 ~m~
Burgen und Schlösser.
Colditz, Rochsburg, Kriebstein, Sachsenburg, Lichtenwalde,
Augustusburg, Scharfenstein, Wolkenstein, Frauenstein, Glauchau,
Wechselburg, Pürschenstein, Rothenhaus, Eisenberg, Hauenstein, Elbogen.
Ruinen.
Himmelstein, Hassenstein, Riesenstein, Frauenstein, Schönburg,
Tharandt, Niederlauterstein.
Künstlich: Schreckenberg bei Annaberg.
Flußtäler.
Elster, Zwickauer Mulde, Freiberger Mulde, Zwönitz, Schwarzwasser,
Chemnitz, Flöha, Sehma, Preßnitz, Zschopau, Müglitz, Schwarze Pockau,
Rote Weißeritz, Assigbachtal, Natzschungtal, Konduppelbachtal.
[Illustration]
Eine Reihe von Wanderungen, mit dem Ausgangspunkt Siegmar, zeigen dem
Naturfreund die Anmut der näheren Umgebung von Chemnitz. Die bequeme
Straßenbahnverbindung am Anfang oder Ende der Touren machen sie
auch nicht allzu rüstigen Fußgängern möglich. Die gern aufgesuchte
Pelzmühle wurde, ihrer günstigen Lage wegen, in den Mittelpunkt einiger
Wanderungen gestellt.
1. Siegmar -- Jagdschenke -- Stelzendorf -- Höckericht-Teich --
Neustadt -- Schönau.
Wanderzeit: 1¾ Std.
Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar; hierher mit der Straßenbahn.
Links durch die Eisenbahnbrücke, die Straße aufwärts zur _Jagdschenke_
(knapp ½ Stunde).
Zu Stelzendorf gehörendes einsames ländliches Gasthaus mit
großem Garten. Eigentum der Stadt Chemnitz. Am hinteren Ende
des Gartens, unter einer Eiche, ein einfaches Denkmal Theodor
Körners.
Wir wandern links die Fahrstraße aufwärts, genießen von der Höhe einen
schönen Rückblick, und gelangen in 25 Minuten nach _Stelzendorf_.
Behäbiges Bauerndorf mit etwas Strumpf- und Handschuh-Industrie.
Von der Restauration Riedel führt links ein Weg ab, den wir
einschlagen, dann den Fußweg am Zaune hin. Rechts liegt die Schule
mit Turm. Nach zirka 8 Minuten gelangen wir zum letzten Gute, am
ziegelbedachten Wohnhaus erkenntlich. Rechts weiter, an einem Teich
vorbei. Ein Fußweg bringt uns auf die Straße. Auf dieser zum Restaurant
»Zum Forsthaus«. Hier zeigt ein Wegweiser den Weg nach Neustadt.
Diesem folgen wir und kommen am Rande eines Gebüsches abwärts gehend
zum _Höckericht-Teich_. Hübsch gelegen, mit mancherlei Beute für den
Botaniker (Fieberklee u. a. m.) Wir gehen am Damm entlang und biegen
an seinem Ende rechts ein. Ein Fußweg führt uns durch Fichten, später
durch Feld, an den Neustadt-Schönauer Friedhof. Nun über die Bahngleise
und zum Gasthof _Neustadt_ (¾ Std.). Von hier mit der Straßenbahn
zurück nach Chemnitz.
Von der _Jagdschenke_ kann man auch in ½ Std. nach _Reichenbrand_
wandern. Zunächst rechts abwärts bis zur Wegteilung und nun links den
Fahrweg weiter. Von Reichenbrand nach Chemnitz die Straßenbahn benutzen.
2. Zur Pelzmühle.
~a~) Wanderzeit ¼ Std. -- Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar. Hierher mit
der Straßenbahn.
Auf der Landstraße bis zum Bahnviadukt. Dann rechts, an der
Schreibfederfabrik von Nevoigt vorbei. Zwei mächtige Hirschfiguren
zeigen den Eingang zur _Pelzmühle_, dem starkbesuchten Garten-
und Tanzlokal. Allerhand Sehenswürdigkeiten und Belustigungen,
besonders für Kinder. Auf dem großen Gondelteiche ist Gelegenheit zum
Motorbootfahren.
¼ Std. von der Pelzmühle entfernt liegt das _Karolabad_. Man erreicht
es am Pelzmühlenteich rechts vorbei den Feldweg bis zur Straßenkreuzung
wandernd. Nun wenige Schritte nach rechts aufwärts.
~b~) Über _Rottluff_, _Rabenstein_, _Bad Grüna_ zur _Pelzmühle_.
Wanderzeit: 2¼ Std. Ausgangspunkt: Endstation der
Straßenbahn in _Altendorf_ (Gasthaus Wiesenburg).
Die Landstraße entlang, am Straßenbahnhof vorbei. Nach wenigen Minuten
die Landstraße rechts weiter. Durch die Eisenbahnbrücke. Wegteilung.
Entweder links hinauf am Restaurant »Erholung«, dem Friedhof und dem
Gasthaus »Zur grünen Tanne« vorbei; oder die Landstraße weiter, über
die Brücke nach _Rottluff_. Nach Durchwandern dieses Dorfes gelangen
wir in das sich unmittelbar anschließende _Rabenstein_. Dorf mit zirka
4800 Einwohnern. Großes Kalkwerk. Zwei Rittergüter. Schöne gotische
Kirche. Wir gehen zunächst bis zum »Gasthaus Rabenstein«. Nun die
Chemnitzer Straße weiter bis Haus 90 ~b~ (rechte Seite). Auf der rechts
abbiegenden Röhrsdorfer Straße bis zur zweiten Telephonstange. Nun
links die Nordstraße weiter. Nicht irre machen lassen durch eine Reihe
von Feldwegen, die wir kreuzen. Einen Graben überschreiten, etwas
aufwärts und am Feldrande weiter. Links Haselnußhecken. Unterhalb sehen
wir die sogenannten Kalkwiesen. Bei Wegteilung rechts den schmalen Weg
hinauf, durch Buchenwald. Unter dem Viadukt der Wüstenbrand-Limbacher
Bahn hinweg, wieder durch Buchenwald und schließlich in den Hof
der _Brauerei Rabenstein_. Bierbetrieb in der Art des Münchner
Hofbräuhauses im kleinen. Wir sind wieder auf der Fahrstraße angelangt.
Halbrechts ein hübscher Blick in den Park des Schlosses Rabenstein.
Durch die Baumgruppen blickt die Ruine der alten Burg Rabenstein.
Die Nachrichten über diesen Herrschaftssitz reichen bis ins
14. Jahrhundert zurück, jedenfalls ist die Burg aber viel
älter. Am 10. Januar 1336 erteilte Kaiser Ludwig (1314--1347)
dem Markgrafen Friedrich von Meißen, seinem Schwiegersohne,
die Lehen über Burg und Stadt Waldenburg und auch über die
Burg zu Rabenstein, vorausgesetzt, daß der damalige Herr von
Waldenburg und Rabenstein, Adomant von Waldenburg, stürbe,
ohne Erben zu hinterlassen. Die Voraussetzung traf allerdings
nicht ein, etwa 40 Jahre später verkauften die Waldenburger
Burg und Herrschaft Rabenstein für 1700 Schock Freiberger
gute Groschen an das Benediktinerkloster zu Chemnitz. Aus
diesem Kaufvertrag ist der bedeutende Umfang der Herrschaft
zu ersehen. Als Lehnsträger werden genannt: Heinrich von
Kriebitzsch, der größere Teile von Grüna und Reichenbrand
besaß, Peter von Kyaw, mit Besitzungen in Helbersdorf und
Heinz von Höckericht auf Höckericht. Außerdem werden als
Freisassen oder bürgerliche Lehnsleute aufgeführt: Franz von
Schwenkenstein in Rottluff und Röhrsdorf, zwei Bauern in
Neustadt, damals Höckericht genannt, und Peter Arnold von der
Reißigmühle bei Chemnitz. Hierzu kommen die Dörfer Stein (damit
ist Niederrabenstein gemeint), Reichenbrand, Grüna, Löbenhain,
Kändler, Siegmar, Neustadt, Pleißa und Schönau, im ganzen neun
Dörfer. Oberrabenstein nennt der Vertrag nicht, da es nicht
als Dorf galt, sondern nur als Bestandteil des Rittergutes
Rabenstein. Der große Rabensteiner Wald, der heute noch
ungefähr neun Hektar umfaßt und die Stein-, Eisen-, Kalk- und
Erzgruben werden ganz besonders erwähnt. Dieser Kauf war die
Ursache eines langen verwickelten Rechtsstreites (1386--1449)
zwischen dem Chemnitzer Kloster und dem Burggrafen Albert V.
von Leisnig auf Rochsburg, der Ansprüche auf die von seinem
Vetter verkaufte Herrschaft geltend machte. Er zog mit seinen
Mannen vor die Burg Rabenstein, belagerte und erstürmte sie und
hielt den kriegerischen Abt zehn Tage lang in der Burgkapelle
gefangen, weswegen er sich vor dem päpstlichen Nuntius
verantworten mußte. 1548 bei der Auflösung der Klöster fiel die
Oberrabensteiner Herrschaft an die Krone. 1619 verkaufte sie
der Kurfürst Johann Georg an seinen Oberlandjägermeister Hans
Georg von Carlowitz für 1400 Gulden. Nach Zienerts Volkssagen
soll Carlowitz sehr mißgestaltet gewesen sein und soll an einem
unbekannten Orte des Schlosses eine Pfanne voll Geld vergraben
haben mit dem Bannspruche, daß ein Besitzer des Schlosses
aus seiner Familie, ebenso bucklig wie er, den Schatz finden
und heben solle. Der Schatz harrt noch seiner Auffindung,
wahrscheinlich weil die Besitzer einigemale wechselten.
Gegenwärtig gehört die Herrschaft der Familie Herfurth
in Chemnitz. Das Dorf zählt jetzt gegen 4000 Einwohner,
die hauptsächlich in der Textilbranche beschäftigt sind.
Bemerkenswert sind die Kalkwerke, die bis 1909 in Betrieb
waren. Besonders war das obere als altertümliches Bauwerk
geschätzt. Am 28. Juni 1914, dem Tage des Fürstenmordes in
Serajewo, diente das Kalkwerk als Schauplatz des Heimatsfestes.
Ein Naturtheater ist an diesem Platze geplant.
Von der Brauerei aus gehen wir links die Straße bis zum »Gasthof zum
Löwen«, dann die Bahnhofstraße weiter zum Bahnhofsrestaurant. Nun
rechts hinauf an der Hecke hin, über das Bahngleis.
Bedauerlicherweise ist der Besuch der Mondscheinlinde,
(geradefort auf der Anhöhe), durch ihre Einbeziehung in den
Park des Rittergutes, nicht mehr gestattet. Ein prächtiger
Blick auf das Gebirge mit dem Lugau-Oelsnitzer Kohlenbecken im
Vordergrunde ist dadurch dem Naturfreund verloren gegangen.
Hinter dem Gleis dreifache Wegteilung. Wir benutzen den mittelsten,
nach einer Minute teilt sich der Weg abermals, wir wenden uns
nach links zu den drei Friedenseichen (1871 zur Erinnerung an den
Friedensschluß gepflanzt) und genießen den schönen Ausblick. Nun
wieder aufwärts am Waldrand hin und dann den ersten Schneisenweg vor
Grenzstein 384. Bis zur Fahrstraße (zirka drei Minuten). Auf dieser
links weiter bis Abteilungsnummer 36. Hier links weiter. Schöner Blick
auf Rabenstein und Chemnitz mit dem Beutenberg. Wir kreuzen bei den
Abteilungsnummern 35/36 und 44/45 sowie 34/35 und 44/45 Schneisen. Der
Weg führt stark abwärts zu einem waldigen Grund. Unten rechts Stein 17.
Wir gehen den eingeschlagenen Weg weiter (also nicht links abwärts).
Steil hinauf zu den Abteilungsnummern 43/44 und 32/33, kreuzen die
Schneise bei Wagners Ruh und gehen eine Minute weit nach rechts, wo
links ein Wegweiser nach Annas Ruh und dem Josefaturm zeigt. Wir gehen
bis zum Waldrand und an diesem hinab zum Bad _Grüna_.
Naturheilanstalt mit Park für Kur- und Badegäste und Gasthaus. Vom
Eingang der Heilanstalt die Landstraße links weiter am Zaun entlang,
an der Zaunecke rechts weiter dem Wegweiser »Pelzmühle« folgend. Links
das Wasserwerk Grüna. Nach Aufhören des Zaunweges am Feld- und Waldrand
hinab bis auf die Fahrstraße. Über die Brücke gehen wir nicht. Den
Fahrweg zirka drei Minuten nach links, den ersten Weg nach rechts ab
und zur _Pelzmühle_.
Von hier erreicht man in ¼ Stunde die Straßenbahn in Siegmar.
~c~) Kammwanderung nach der Pelzmühle.
Wanderzeit: 2 Std. Ausgangspunkt: Endstation Weststraße.
Die Weststraße bis zum Ende gehen, dann rechts die Kochstraße hinab
bis zur Waldenburger Straße. Diese links bis zum Kriegerdenkmal in der
Nähe der Kirche des Stadtteiles Altendorf. Gegenüber des Denkmals
den Fußweg links ab. Weg biegt nach rechts. Vor uns einige Villen,
rechts von diesen die stattliche Schönauer Schule. Auf diese zu. (Weg
führt rechts an den Villen vorbei). Aussicht auf Schönau, Siegmar,
Rabenstein, Rottluff, Chemnitz usw. Weg mündet in die querkommende
Rabenstein-Siegmarer Straße. Auf ihr nach rechts, die Eisenbahn
überschreiten, dahinter den Fußweg links ab, der erst neben der Bahn
hinführt, nach kurzer Zeit aber nach rechts umbiegt und auf die breite
Chaussee führt. Auf dieser rechts bis Bahnhof Rabenstein. Von hier nach
der Pelzmühle wie unter 2 ~b~.
3. =Siegmar= -- =Pelzmühle= (¼ Std.) -- =Bad Grüna= (½ Std.) --
=Totenstein= (½ Std.) -- =Tannenmühle= (¾ Std.) -- =Wüstenbrand= (¾
Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar.
Vom Gasthaus Siegmar zur Pelzmühle siehe Wanderung 2 ~a~. Am
Pelzmühlenteich rechts vorbei, den Feldweg zur Straßenkreuzung. Die
Häuser links lassend, die Straße weiter in den Wald. Den Weg zeigt uns
ein Wegweiser mit der Aufschrift »Sanatorium«. Hinauf bis zur Bahn,
dann links zur Naturheilanstalt Bad Grüna. Am Gartenzaun aufwärts,
unter der Eisenbahnbrücke der Linie Limbach--Wüstenbrand hinweg. Dem
Wegweiser »Josefaturm« folgen. Oben auf der Straße angekommen, gehen
wir links zum Aussichtsturm auf dem 479 ~m~ hohen _Totenstein_.
Der Name ist jedenfalls eine Verstümmelung aus Taubenstein,
da man ohne wesentliche Erfolge dort nach Erzen grub und
nur »taubes Gestein« fand. Daß hier die Richtstätte der
Rabensteiner Herrschaft gewesen soll, gehört wohl in das
Gebiet der Sage, die den Ort auch mit allerlei gruseligen
Geschichten umgeben hat. Der Turm ist nur an den Sonntagen des
Sommerhalbjahres geöffnet, Wochentags muß man den Schlüssel
im Bad Grüna mitnehmen. Hinter dem Turme befindet sich an
zwei vergitterten Stellen Leuchtmoos. Der Turm ist vom
Erzgebirgsverein Limbach erbaut und nach der Prinzessin Josefa,
der Tochter des Königs Georg und als Gemahlin des Erzherzogs
Otto von Oesterreich die Mutter des letzten Kaisers von
Österreich, benannt. Er steht genau nach den Himmelsrichtungen
und bietet eine sehr lohnende Aussicht. Gelegenheit,
Erfrischungen zu kaufen, gibt es nur Sonntags. Vom westlichen
Felsvorsprung hübsche Aussicht nach Pleißa-Limbach.
Verschiedene Wegetafeln geben die Entfernungen nach einigen Orten an.
Wir folgen dem »Nach der Tannenmühle, 30 Minuten«, man kann aber 45
Minuten rechnen. Die Wegemarkierung unseres Weges ist rot-gelb. Auf der
Straße weiter bis zu der von links kommenden Straße Pleißa--Wüstenbrand
und auf dieser rechts hinauf bis zum Wegweiser »Tannenmühle«. In
kürzester Zeit erreichen wir die _Tannenmühle_, eine ehemalige
Mahlmühle, jetzt Landgasthof. Die Mühlsteine sind in das Gebäude
eingemauert.
Zurück auf die Straße und auf dieser in ¾ Stunde bei reicher Aussicht
nach _Wüstenbrand_.
Dorf mit etwa 1800 Einwohnern. Im Osten erhebt sich über
dem Orte der _Heidelberg_ mit dem am Südabhange gelegenen
Laubwäldchen. Dieses hat der Ortsverein durch Anlegung von
Spazierwegen und Aufstellen von Ruhebänken zu einem hübschen
Park umgestaltet. Auf der Höhe des Berges hat er einen
eisernen, 22 ~m~ hohen Aussichtsturm, den Königin-Carolaturm,
erbauen lassen, von dem aus ein guter Überblick über das
terrassenförmig sich aufbauende Erzgebirge von Norden
her ermöglicht ist. Das Panorama reicht von den Höhen des
Vogtlandes bis zur Gegend von Marienberg. Am Fuße des Berges,
drei Minuten vom Turm, liegt das Gasthaus »Zum Kronprinz«.
Von Wüstenbrand mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
4. =In die Gegend von Hohenstein-Ernstthal.=
Der Besuch der anmutigen Schwesterstadt Hohenstein-Ernstthal ist zu
empfehlen, da man reizvolle Wanderungen damit verbinden kann. Außerdem
bieten verschiedene Aussichtspunkte in der Nähe der Stadt ganz
herrliche Blicke vor allem auf das mittlere und westliche Erzgebirge.
Der terrassenförmige Aufbau des ganzen Gebirges ist prachtvoll zu
übersehen. Straßen- und Eisenbahnen erleichtern die Ausflüge wesentlich.
~a~) _Siegmar_ -- _Totenstein_ (1¼ Std.) -- _Wind_ (1 Std.) --
_Berghaus_ (½ Std.).
Ausgangspunkt Siegmar.
Bis zum _Totenstein_ wie unter Wanderung 3. Die Wanderung wird nun
ostwärts fortgesetzt. Kurz vor der Wüstenbrand-Limbacher Chaussee
zweigt rechts eine Schneise ab. Auf dieser, die genannte Chaussee
überschreitend, bis zur Wüstenbrand-Pleißaer Straße. Dieser aufwärts
folgend zum »kühlen Morgen« (einer zu Wüstenbrand gehörenden
Häusergruppe) und hier rechts abgehend durch die Felder zum Gasthause
zum »_Wind_«. Der rechts sichtbar werdende und mit einer Steinsäule
versehene Gipfel des Pfaffenberges ist Station der mitteleuropäischen
Gradmessung (480 ~m~ ü. M.). Nördlich hebt sich die bewaldete
Kuppe der Langenberger Höhe (485 ~m~) in unmittelbarer Nähe aus
dem Grunde, den das Schönburgische Forstrevier Oberwaldenburg mit
erfüllt und südlich zieht sich die Kette der Höhenzüge und Bergkuppen
des Zentral- und westlichen Erzgebirges hin. Bald zeigen sich
auch die im Lungwitztale liegenden Orte und das Lugau-Oelsnitzer
Steinkohlenrevier, während die Stadt Hohenstein-Ernstthal trotz ihrer
Nähe unsichtbar ist. Nach Durchquerung eines Wäldchens, das der
rotbedachte Turm des Berghauses überragt, sieht dann der Wanderer
über Spiel- und Sportplätze hinweg das am Steilabsturze des Berges
errichtete _Berghaus_ des Erzgebirgsvereins zu Hohenstein-Ernstthal
und die ihm benachbarte Turnhalle des dortigen Turnerbundes vor sich.
Die Stadt selbst ist auch hier noch nicht zu sehen, bis der Wanderer
endlich die Terrasse oder die obere Plattform des Berghauses betritt
und nun 100 ~m~ tief unter sich die von Osten nach Westen sich lang
ausdehnende Stadt liegen sieht, hinter der sich die Geländeterrassen
des Erzgebirges immer höher hinauftürmen, um schließlich in den Gipfeln
des Fichtel-, Spitz- und Auersberges zu enden.
In wenigen Minuten gelangen wir hinab nach _Hohenstein-Ernstthal_.
Die Stadt liegt 345--440 ~m~ hoch am Glimmerschieferwall des
Granulitgebirges und hat gegen 16000 Einwohner. Ursprünglich
bestand sie aus den beiden Gemeinden Hohenstein und Ernstthal,
die sich 1897 verschmolzen. Ernstthal soll 1680 von
Hohensteiner Bürgern gegründet worden sein, die der in ihrer
Stadt herrschenden Pest entflohen. Die rege Industrie erzeugt:
Tisch- und Bettdecken, Strümpfe, Wirknadeln, Strumpfstühle,
Trikotagen, Handschuhe u. a. m. Früher bedeutender Bergbau.
Im St. Lampertusschacht grub man Arsen und Kupferkies, sowie
etwas Gold (einzige Ausbeute in Sachsen). Geburtsort des
Naturforschers ~Dr.~ Gotthilf Heinrich v. Schubert; ihm
hat man an seinem 100jährigen Geburtstag ein Denkmal auf
dem Christophori-Kirchplatz errichtet. Einen sehenswerten
Zierbrunnen erhielt 1912 der malerische Altmarkt aus Mitteln
des sächsischen Kunstfonds, ebenda der reiche Fachwerkbau des
1691 erbauten Postgutes.
Hohenstein-Ernstthal ist der Ausgangspunkt der elektrischen
Bahn nach Oelsnitz i. Erzgeb.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Grüna_ -- _Bad Grüna_ -- _Rabensteiner Wald_ -- _Tannenmühle_ --
_Wind_ -- _Berghaus_ -- _Hohenstein_.
Wanderzeit: 3--4 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Grüna. Hierher mit der Bahn.
Wanderung am Bade (Naturheilanstalt) _Grüna_ vorüber, hinauf in den
Rabensteiner Wald. Auf der rot-gelb markierten Straße (von Rabenstein)
bis zur Schneise, die mit dem Wegweiser »Tannenmühle« versehen ist.
Auf der Schneise, die Straße Wüstenbrand--Limbach und die Straße
Wüstenbrand--Pleißa überschreitend und anschließend auf Waldwegen zur
_Tannenmühle_. Von da nach dem Wind und zum Berghaus wie unter ~a~.
Empfehlenswert ist, die östlich unterhalb des Berghauses gelegenen
Steinbruchsanlagen zu besuchen, in denen sich das Naturtheater
befindet. Bis zum Rande der Glimmerschieferwände reichend und von
unten (dem Naturtheater aus) sichtbar, die Schrebergärtenanlage
des Naturheilvereins mit öffentlichen Luft- und Sonnenbädern und
Unterkunftshalle.
Bis zum Bahnhof 15 Minuten.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~c~) _Wüstenbrand_ -- _Heidelberg_ -- _Wind_ -- _Berghaus_ --
_Windmühle_ -- _Mineralbad_ -- _Hüttengrund_ -- _Hohenstein-Ernstthal_.
Wanderzeit: 4 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Wüstenbrand. Hierher mit Bahn.
Nordwärts bergauf durch den Ort, wobei dem turmbekrönten _Heidelberg_
(Seite 13), der eine hübsche Aussicht gewährt, ein Besuch abgestattet
werden kann. An der Kirche ist das Dorf zu Ende. Nun westwärts
zum Wind und weiter nach dem _Berghause_ auf dem Pfaffenberg
bei Hohenstein-Ernstthal. Von da durch den Stadtpark nach der
Hohenstein-Langenberger Straße (immer auf der Höhe bleiben!). Auf
dieser zur _Windmühle_. Gasthaus mit Sommerwohnungen und Verkaufsstelle
für Reiseandenken aus Hohensteiner Serpentinstein. Im Hofe zwischen
zwei alten Inschriften ein Löwenkopf, der in der alten Windmühle als
Kleienspeier diente. Auf der Straße weiter. 200 Schritte hinter dem
letzten Hause links Weg nach dem Wald und dem _Mineralbade Hohenstein_
(Eisenquelle) mit Sommerwohnungen. An der Straße nach Glauchau gelegen.
Nun entweder _direkt_ zum Bahnhof Hohenstein-Ernstthal (½ Std.) oder
auf rot-gelb bezeichnetem Wege durch den _Hüttengrund_ und dann den
rot-weißen Marken folgend (1--1½ Std.).
Im Hüttengrunde auf der jenseitigen Höhe das Bethlehemstift mit
Frauengenesungsheim sichtbar.
Bahnfahrt ab Hohenstein.
~d~) _Hohenstein-Ernstthal_ -- _Hüttengrund_ -- _Forsthaus Haynholz_
-- _Hüttenmühle_ -- _Bethlehemstift_ -- _Hohenstein-Ernstthal_ oder
_Kuhschnappel_ -- _St. Egidien_.
Wanderzeit: 2 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hohenstein-Ernstthal.
Vom Bahnhof hinauf in die Stadt zum sehenswerten Altmarkt, nach
dem Ausspruch des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz ein
Glanzpunkt der sächsischen Städtebaukunst. Von den grünen mit Rosen
bepflanzten Terrassen wunderschöne Fernsicht auf das Lugau-Oelsnitzer
Steinkohlen-Abbaugebiet. Am unteren Altmarkt reicher Fachwerkbau von
1691 und der Seite 16 erwähnte Zierbrunnen.
Nun durch die Bismarckstraße in den waldreichen _Hüttengrund_ zum
_Forsthaus Haynholz_ (alte schöne Bäume, Rehe) und der Hüttenmühle
(Saal, Konzertgarten) und durch den Wald nach dem _Bethlehemstift_
des Niedererzgebirges (Kinderheilstätte) mit dem Chemnitzer
Frauengenesungsheim. Durch den Hüttengrund den rot-weißen Marken
folgend zur Stadt und dem Bahnhof zurück.