Theuerste Frau Schwägerin

Ich kan Ihnen das, was ich und die Meinigen über den Todt meines lieben

Bruders, (der nicht blos ein Großer, sondern auch ein Nachahmungswürdiger

guter Mann war,) empfinde, mit Worten nicht schildern, und Niemand wird

wohl die unheilbaren Wunden, welche Ihnen die Vorsehung geschlagen hat,

mehr fühlen als ich, doch der Trostspruch eines Hiobs im Unglük kan mich

und Sie aufrichten und erhalten. Gott wird Ihnen beistehen; Ihr Verlust

ist zwar auf dieser Welt nicht zu ersetzen, doch wird Sie und Ihren Sohn

die gerechte Preusische Regierung, welche unsern Verewigten Freund

schäzte, nicht verlaßen.

Ihren gerechten Anspruch, welchen Sie an der Maße der Verlaßenschaft

unserer seel. Eltern machen, und welcher sich laut Ihres werthen

Schreibens vom 1 _Febr._ auf Einhundert Thaler beläuft wird Ihnen von

meinem Geschwister nicht erschwert oder verkürzet werden.

Gerichtskosten wird die Herrschaft viel machen, sie hat vorjetzo alles

im Beschlag genommen, und wird uns die Freiheit nicht wieder geben, daß

wir vor uns verkaufen und unter einander theilen können; dieses Recht

kam der Herrschaft zu, und sie hat dieses vor ganz nothwendig glauben

mußen, weil wir Geschwister in aller Welt zerstreut sind, und über

dieses wird sie Ansprüche an zwei Brüdern machen, welche Kraft ihrer

Lehr Briefe und Kundschaften ihr Unterkommen finden konnten, ohne sich

von der Erbunterthänigkeit los zu kaufen; und wenn die Herrschaft alle

nur möglich zu machende Kosten abgezogen hat so macht sie noch 5 _pr.

C._ Abzug von der Maße. Häuser zu verkaufen ist jezt ein sehr ungünstiger

Zeitpunkt, und das Haus auf beßere Zeiten aufzubehalten ist nicht rathsam,

die gar nicht zu berechneten Kriegsunkosten, und die Reparaturen, welche

der Krieg verursacht hat, (die Gartenzäumung ist gantz verbrannt worden,

und eine bedeutente Haußrepratur giebt es auch) würden, uns in diesen

Falle einen beträchtlichen Theil von den daraus gelößten Gelde rauben.

In Rücksicht Ihrer Anforderung glaube ich bestimmt daß dieses das beste

Mittel wäre, wenn Sie Ihre Forderung von der Obrigkeit unter welcher sie

stehen authorisiren liesen, und an den H. v. Kleist, als Erb-Lehn- und

Gerichts-Herr auf Rammenau übersendeten, nur wünschte ich wenn Sie mir

eine Abschrift davon übersendeten, ich werde mir es zur heiligsten

Pflicht machen diese Ansprüche zu unterstützen und sollte, wie ich nicht

glauben will, der H. v. Kleist auch _pr. C._ von den Ihrigen abziehen,

so würde ich wenn ich es nicht hintertreiben könnte, solches auf die

Maße wenden.

Ich empfehle Sie mit Ihren lieben Sohne den Schutze Gottes und bethe

daß Gott ferneres Unglük in Gnaden von Ihnen abwenden möge und Sie

gesund und bei dem Leben erhalten, damit Sie vorjetzo eine Stütze Ihres

lieben Sohne seyn mögen, welcher in etlichen Jahren zuverläßig Ihre

Stütze werden wird.

Meine Frau und Tochter welche äuserst betrübt über Ihr Unglük sind,

laßen Sie von Hertzen grüßen.

Ihr getreuer Freund

J. Gottl. F.

So scheiden wir denn von dem großen Manne, den wir von dem Anfange

seiner Laufbahn bis zu seinem Ende in den verschiedenartigen

Beziehungen zu seiner Familie begleitet und auch von dieser Seite neu

lieben gelernt haben, wir scheiden von seinem guten, milden Vater,

von seiner wackeren Mutter -- den Vollendeten; wir scheiden auch von

Denen, deren Lebensgang wir nur zum Theil in die Sonnenbahn jenes

leuchtenden Genius hereintreten sehen, von seinen ihm theils

ähnlichen, theils unähnlichen Geschwistern; wir scheiden endlich auch

von dem Charakter, der nach ihm selbst uns am innigsten anzieht, von

seiner edlen Gattin, die ihn um fünf Jahre überlebte, aufgehend in der

Liebe zu ihrem Sohne, dem würdigen Erben seines Namens, in dem Geist

und Seele des Vaters und der Mutter sich verschmolzen haben.

Druck von C. E. Elbert in Leipzig.

[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei

jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile

steht.

Wolfishein d. 13. Mai. 787.

Wolfishein d. 13. Mai. 1787.

(1, 32 f. 39). Ende März des Jahres 1790 reiste er von dort wieder ab

(I, 32 f. 39). Ende März des Jahres 1790 reiste er von dort wieder ab

Fichte's Ausbildung sorgte Derselbe nahm den Knaben Fichte zuerst

Fichte's Ausbildung sorgte. Derselbe nahm den Knaben Fichte zuerst

eigene Aeußerungen über sie II, 154. 220. 256. 432. 503 ff, und ihre

eigene Aeußerungen über sie II, 154. 220. 256. 432. 503 ff., und ihre

beifüge, zuweilen zu hart erschien (vgl. besonders den Brief N. 14).

beifüge, zuweilen zu hart erschien (vgl. besonders den Brief Nr. 14).

Kiudern ist aus den vorliegenden Quellen natürlich nicht so deutlich

Kindern ist aus den vorliegenden Quellen natürlich nicht so deutlich

umliegenden Familien etwas vermögen. ([Zusatz am Rande]: Dieser ganze

umliegenden Familien etwas vermögen. ([Zusatz am Rande:] Dieser ganze

wozu Gottlob Fichte ihnen verschiedene Geldsummen schickte,

wozu Johann Gottlieb Fichte ihnen verschiedene Geldsummen schickte,

geschrieben, wie der au des Kindes Pathen Johann Erich von Berger

geschrieben, wie der an des Kindes Pathen Johann Erich von Berger

Die Aspekten für jeden Handel standen in Leipzig auf der Messe dsehr

Die Aspekten für jeden Handel standen in Leipzig auf der Messe sehr

traurig. Um jedoch nicht Schaden zu machen, un den Credit auf die Wage

traurig. Um jedoch nicht Schaden zu machen, und den Credit auf die Wage

Ich habe au unserm soeben gewesenen Jahrmarkte meiner Frau den Auftrag

Ich habe an unserm soeben gewesenen Jahrmarkte meiner Frau den Auftrag

rechnen, denn Weife, Gebind, und dergl. ist verschieden, und giebt

rechnen, denn Weise, Gebind, und dergl. ist verschieden, und giebt

Adalbert von Chamisso in einem 1808 aus Berlin an Friedrich de la

Adelbert von Chamisso in einem 1808 aus Berlin an Friedrich de la

ist wieder hier Er baut sehr auf die Oestreicher, die ihm sehr

ist wieder hier. Er baut sehr auf die Oestreicher, die ihm sehr

nähern, innigern Anschauuug, und Anbethung Gottes gewürdigt zu werden.

nähern, innigern Anschauung, und Anbethung Gottes gewürdigt zu werden.

Nun war's an unserem Fichte, für seine Mutter zu sorgeu und sie

Nun war's an unserem Fichte, für seine Mutter zu sorgen und sie

In diesem und in dem 48. Briefe wird Rittmeister vou Kleist, (vgl.

In diesem und in dem 48. Briefe wird Rittmeister von Kleist, (vgl.

1) Ihre Wohnuug stehet noch unversehrt, ob es schon in Pulßnitz

1) Ihre Wohnung stehet noch unversehrt, ob es schon in Pulßnitz

]

Achtundvierzig Briefe von Johann Gottlieb Fichte und seinen Verwandten · 第 23 / 23 题