L. _Bleierde_.

Derbes und erdiges kohlensaures Bleioxyd.

_bly-jord_ im Schwedischen;--_lead earth_ im Englischen, belland beym

Bergmanne;--_plombe carbonaté terreux_ im Französischen;--_belowa_ im

Czechischen;--_swinzowaja iswesti_ im Russischen;--_onmesz_ im

Magyarischen.

* * * * *

#§. 18. Zinn#.

A. _Das metallische Zinn_.

Ein bekanntes leichtflüssiges Metall, welches vorzugsweise aus Indien,

England und dem böhmisch-sächsischen Erzgebirge kommt. Es dient besonders

zu zinnernem Geschirr, zum Verzinnen von Kupfer und Eisen, zur Fertigung

der Bronce u.s.w. Es stehet dem Blei und Zink sehr nahe, daher in mehreren

Sprachen diese 3 Metalle durch denselben Gattungsnamen bezeichnet werden.

Das in sehr feine Blattchen [Blättchen] geschlagene Zinn heisst stanniol,

stagniol, sagnol.

_sy, la-sy, ting, sik, tschilja_ im Chinesischen; _teou-sy_ ist Zinn aus

Malacca;--_muk_ in Siam;--_sik_ in Japan;--_nap_ auf Korea;--_tocholcha,

dogolgan_ im Mongolischen, auch _tulga_ und _tschagan-gorold-dsin_;

--_toholon_ im Tartarisch-Mandschu;--_todjah, tudjla_ im Tungusischen;

--_chorgol, dogum_ im Jakutischen;--_akerlok_ im Grönländischen bey den

Eskimo's (bedeutet auch Blei);--_tlai_ in Tunkin;--_bulai_ auf Awa;

--_lolpi_ im Ostjäkischen (Samojedischen);--_hattusch_ im Wogulischen.

_kalang_ (von der Insel Kalah im indischen Meerbusen) im Malaiischen, ein

durch ganz Asien verbreiteter Name, auch _kalah, tinah-putih, mipis_ und

_mimpis_;--_kelley_ in Hindostan;--_k'hé_ in der indischen Provinz

Tenasserim;--_ckalai_ im Tartarischen, auch _ackkorgasch_ und

_korgoschik_;--_kalai_ im Türkischen, auch _korgot, enück_;--_kalai, kale,

quale_ im Georgischen;--_galai_, auch _such, sachu_ im Tscherkessischen und

den kaukasischen Sprachen;--_kala_ im Ossetischen;--_kalai_ im

Arabischen;--_kalay, qualay_ im Kurdischen;--_qualat_ im Persischen, auch

_arsis, arzihz_ (wie _arzihz_ im Sanscrit);--_arsis_ im

Bucharischen;--_osis_ im Permischen;--_[Greek: kalai, kalagi]_ im

Neugriechischen.

_anak, anag_ im Armenischen (anaki ist zinnern) auch _glajek, galajek; nak_

im Aethiopischen;--_gnaek_ im Abessinischen;--_thran_ im Koptischen (anin

ist zinnernes Geschirr), basnes, basns, auch durch Zinn übersetzt, ist wohl

ehern;--_bdil, bedil_ im Hebräischen;--_cheseth_ im

Altägyptischen;--_djaurigge_ im Dungalischen;--_drina nobürde_ in Burnu

(Nordafrika);--_korekone_ im Amharischen, auch _arare_ (wie Blei), makebate

ja arare ist verzinnen.

_olowo, olobo, lova_ im Russischen (in den übrigen slawischen Sprachen ist

olowo das Blei, kositer das Zinn);--_on, olom_ im Magyarischen, eigentlich

_foger-on_ (d.i. Weissblei).

_kastira, kastra_ im Sanscrit, auch _rangu, arzihz trapu_, ferner:

_trapula, trapusha, apusha, pattra, barbatira, surebha, nagadschirana,

hima, alinaka, gurupatra, singata_ (aus Ceylon), _banja_ (aus

Bengalen);--_rân, ranga, swarnadscha_ im Bengalischen;--_ranga_ im

Hindu;--_ra-nya_ im Tibetanischen (rarnye und zan-nye mit Blei übersetzt

kann hieher gehören).

_kasdir_ im Arabischen; auch _kalai, qualui_ (wie im Tartarischen, ein

durch Asien verbreitetes Wort) und russas abead (Weissblei), russas,

ryssas, raesus ist der gemeinschaftliche Name für Blei, Zinn, Zink (wie

rsas im Maltesischen), übrigens heisst althe oder calhi die beste Sorte von

Zinn, cerab ist eine schlechtere Art, inoe oder unot hat eine dunklere

Färbung und keinen Klang (wohl ein legirtes Zinn), calicon ist

strengflüssiger, wohl unser Zink, semkary ist verzinnen;--_kastir_ in

Darfur und im Szauakischen (Nordafrika);--_kastira, kistara_ im

Chaldäischen, auch _abaz, abza, biz, pathkith, bdil, bedil_ (wie im

Hebräischen);--_kasdrin_ im Syrischen (onco wird auch mit staunum,

kerutinon mit plumbum album übersetzt);--_kastora, kistira_ im

Phönizischen;--_kositorin_ im Walachischen (kositar ist

Zinngiesser);--_[Greek: kassiteron]_ und _[Greek: kattiteron]_ im

Griechischen ([Greek: geganômena] war verzinntes Geschirr); _cassiteron_

der Römer, auch plumbum album (Weissblei), ihr stannum war aber--wenn man

die auf uns gekommenen Stellen der Classiker prüft--nicht Zinn, sondern

unser Zink, obwohl das lateinische Wort stannum von stan im Gälschen

herkommt, was allerdings Zinn heisst; Zinnerze fehlen in Italien und

Griechenland, aber aus zinkischen Kupfererzen wurde auch in Cypern stannum,

d.i. Zink gewonnen;--_kositer_ im Illyrischen, kositeritti ist

verzinnen;--_kositer_ im Windischen (Krain), obkositerati ist

verzinnen;--_kositer_ im Slowakischen, auch _kalai_, daher kalayscar der

Zinngiesser;--_kositer_ in Bosnien;--_kossiter_ im

Ragusanischen;--_kosziter_, auch _czing_ in Croatien;--_kaster_ im

Altnordischen.

_tina_ im Altfinnischen und Finnländischen (vielleicht mit ting im

Chinesischen zusammenhängend):--_tinna_ im Ehstnischen;--_tidne, tadne_ im

Lappländischen;--_tenn_ im Schwedischen;--_tin_ im Dänischen und

Holländischen;--_tin_ im Isländischen, tinna ist verzinnen;--_tinn_ im

Platteutschen;--_tin_ im Angelsächsischen, tinnan ist verzinnen;--_tin_ im

Englischen, to tin ist verzinnen; block tin ist sehr reines Zinn in

Blöcken; streamtin ist das aus den Seifenerzen geschmolzene Zinn, dieses

durch ein Umschmelzen gereinigt giebt das reine grain tin, Kornzinn. tin in

England wird nicht einheimischen, keltischen Ursprunges seyn, sondern ein

fremdes Wort; in Cornwall, wo seit den ältesten Zeiten Zinnbergbau war,

heisst das Zinn staern, stan (wie stan, staoin im Gälischen), stannary laws

ist die Bergordnung für den Zinnbergbau, stan nary court ist das dasige

Ober-Bergamt; pol stean ist ein Zinnsteinschacht, huel stean die Zinngrube;

spalliard heisst der Zinnbergmann, flooran ist fein eingesprengter

Zinnstein, pillion ist Zinn, welches nach der ersten Schmelzung noch in den

Schlacken zurückbleibt;--_pewtur_ ist legiertes Zinn, auch zinnernes und

überzinntes Geschirr; dieses Wort ist auch keltischen Ursprunges, ist das

gälsche peotar, feodar, das bretonische fewtur.

_cyn, ceyn_ im Czechischen; cynugi, po cynowati ist verzinnen, cynar,

konwar der Zinngiesser (dieses cyn, woher das teutsche zihn, zinn, scheint

nicht sowohl slawischen, als finnischen Ursprunges, da bey den meisten

slawischen Stämmen das Zinn kositer oder olowa heisst);--_cyna_ im

Polnischen, cynowy ist zinnern;--_cin_ im Slowakischen;--_czin-edeny_ im

Magyarischen.

_stan, staoin_ im Gälischen, auch _feodar, peotar_ ist auch das legirte

Zinn zu Geschirr (wie pewter im Englischen, peltre im Spanischen);--_slian_

im Cornischen;--_ystaen_ im Wälschen (auch _alcan_, von can weiss),

ystaeniaw ist überzinnen, ystenawr der Zinngiesser;--_sten, stean, steinn_

im Bretonischen, steinage ist Zinngeschirr, steinnein ist

verzinnen;--_feutur_, auch _fitur_, und gloan ist (wie pewter im

Englischen) zinnernes oder verzinntes Geschirr;--_estan_ im

Provenzalischen;--_etain_ im Französischen, auch _estain_; etamer ist

verzinnen, etamage ist Verzinnung;--_estain_ im Altfränkischen;--_estanno_

im Spanischen; sita heisst das feine chinesische Zinn (wohl von tschitja im

Chinesischen), peltre, pêlterria ist das überzinnte oder zinnerne Geschirr

(wie pewter im Englischen);--_estanho_ im Portugiesischen; das feine

indische heisst calain (der asiatische Name), eine andere Sorte ist

tutanaga, wird aber wohl Zink seyn, von tutanag im Indischen.

_stagnum, stannum celtiberium_, auch _cositerium_ im Mittelalter, ferner

_[Greek: stagnon, staktimolybdon, stannion]_; daher [Greek: stanniazein]

und [Greek: stanniarein] verzinnen;--_Jupiter_ bey den Alchemikern, auch

_alnec, alenel, alkalap, aleth, asabum, almiba, caldar, cardir, feruzegi,

kaufor, razdir, laos, meselrabira, rasar, zarfu, elkaley_;--_plumbum

candidum_ im neuern Latein.

B. _Zinnlegierungen_.

a) Zinn und Kupfer giebt die Bronce, die schon erwähnt ist.

b) Zinn mit wenig Blei giebt das Metall zu dem Zinngeschirr, ist das coarse

pewter der Engländer, feodar im Gälschen.

c) Zinn mit gleichem Theil Blei giebt das bekannte Schnellloth, Schlagloth,

argentarium tertiarium der Römer.

d) Zinn und Wissmuth giebt ein höchst leichtflüssiges Metall, das Zinnloth,

das besonders zum Zusammenschmelzen des Zinnes gebraucht wird; ist das

eigentliche pewter der Engländer (aus 9 Theilen Zinn und 1 Theil Wissmuth).

e) Zinn und Schwefel giebt das Musiv- oder Muschelgold von schön goldgelber

Farbe;--(_or mussiv, or de mosaique_ im Französischen);--_malare gull_ im

Schwedischen.

Mineralogia Polyglotta · 第 77 / 84 题