Blaues Kobaltglas, gemahlen, geschlemmt und weiter zu verschiedenen blauen
Farben präparirt ist die Smalte; escher, eschel ist eine blasse Smalte;
zaffer heisst im gemeinen Leben das geröstete Kobaltoxyd mit Kieselpulver
vermengt, das zur blauen Töpferglasur dient. Obwohl das Alterthum die
Smalte kannte, so war doch die Kunst sie zu bereiten gänzlich verloren
gegangen; erst um 1540 erfand wahrscheinlich Ch. Schürer, ein böhmischer
Glasmacher sie wieder und bereits um 1570 bestanden mehrere Smalte-Fabriken
in Böhmen und Sachsen, bald bemächtigten sich die Holländer dieses
Handelsartikels, der als azura del alemagna nach Italien ging. Der Name
smalte wird slawischen Ursprunges seyn, heisst smele, szalc im Slawischen.
_pe-tsing_ im Chinesischen.
_smele_ im Czechischen;--_szmalc_ im Polnischen;--_smolcz_ im
Croatischen;--_spushanstvu, svaritge_ im Windischen;--_smalts,
blästarkelse_ im Schwedischen;--_smaltum_ im Mittelalter, auch _azura del
alemagna_ in Italien (d.h. teutsches Ultramarin); ferner _zaffera_ (wie
damals auch die Kobalterze hiessen) wahrscheinlich von [Greek: sapheiros],
d.i. Lasurstein; daraus bildete sich safflor, wie man noch jetzo die rohe
nicht gehörig präparirte Smalte nennt;--_safr_, auch _azur sacado de
cobalto_ im Spanischen;--_zaffer_ im Englischen;--_esmalte_ im
Portugiesischen;--_smalt_ im Französischen.
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#§. 16. Wissmuth#.
A. _Das metallische Wissmuth_.
Der gediegene Wissmuth findet sich von den Wissmutherzen am häufigsten, ist
aber doch ein seltenes Metall, das nur in Sachsen im Grossen ausgebracht
wird, sparsamer findet sich der geschwefelte Wissmuth oder Wissmuthglanz
und das erdige Oxyd, der Wissmuthocker. Das Metall wird vorzugsweise
characterisirt durch seine ausserordentliche Leichtflüssigkeit, es schmelzt
an der Flamme des Lichtes, schon auf einem heissen Ofen. Mit Spiesglanz
giebt es das Metall zu den Buchdrucker-Lettern;--mit Zinn und Blei versetzt
giebt es ein besonders leichtflüssiges Metall, welches bey gewissen
Verhältnissen schon im siedenden Wasser schmilzt, das vorzüglich zum Löthen
des Zinnes und Bleies dient. Das Zink wird durch Wissmuth härter und diese
Legierung hiess sonst conterfait, guntelfer (wie man auch den Zink nannte),
und ein solches Metall bezog man sonst aus Indien, wo der Wissmuth stets
bekannt gewesen seyn wird. Die Römer und Griechen haben das Metall
vielleicht gekannt und es unter plumbum begriffen, doch stehet darüber
nichts fest. In den Apotheken hiess es sonst: margasita officinalis,
aschblei, plumbum cinereum, stannum cinereum. Der Name mag aus dem
Slawischen stammen, wenn er nicht indischen Ursprunges ist.
_wismata_ (gesprochen bismuta) in Bengalen (ob vielleicht aus den
europäischen Sprachen?);--_vismouth, wismut_ im Russischen;--_vizmunt,
biszmut_ im Polnischen;--_wyzmut_ im Czechischen;--_biszmot_ im
Magyarischen;--_vissmut, askbly_ im Schwedischen und Dänischen;--_bismuth_
im Holländischen;--_tinglas_, auch _bismuth_ im Englischen;--_bismute,
etain de glace_ im Französischen;--_bismute_ im Italienischen, Spanischen,
Portugiesischen.
Die Alchemiker erwähnen zuerst den _wismut_; als ziemlich synonym nennen
sie conterfayn und mythan (wohl ein orientalisches Wort, dessen Bedeutung
dunkel ist), scheinen unter wismat auch wohl Schwefelkies verstanden zu
haben;--Albert der Grosse (um 1250) begreift den Wissmuth unter marchasita,
Basilius Valentin (um 1500) erwähnt wismut und bismuth.
B. _Wissmuthglanz_.
Ein Schwefelwissmuth, von grauer Farbe.
_bismuth sulfuré_ im Französischen, ähnlich in den neuern Sprachen.