Ein octaedrisch krystallisirtes braunes Titanoxyd mit etwas Kieselerde,
wurde von Saussüre octaedrit, von Hauy anatase genannt, von Klaproth als
Titanoxyd erkannt.
_titane oxydée, anatase, oisonite, octacdrite_ im Französischen;--_red
oxyde of titanium, octaedrit_ im Englischen;--_sorlo rosso_ im
Italienischen.
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#§. 13. Wolfram oder Scheel#.
Das Metall ist aus dem Wolfram erst neuerlich (1781) durch Scheel
dargestellt, hat dadurch seinen Namen erhalten, hat keine technische
Anwendung, doch dient das gelbe Scheeloxyd zu mehreren schönen gelben
Farben. Die Erze kommen nicht häufig, fast nur in den nördlichen Gegenden
vor, sie waren seit alter Zeit dem Bergmanne bekannt, aber unnütz.
A. _Wolfram_.
Scheelsaures Eisen, eisenschwarz, krystallisirt, wurde früher den
Eisenerzen beygezählt, bis man das Scheelmetall entdeckte, hiess in der
lateinischen Terminologie spuma lupi (wohl Uebersetzung von Wolf-ram),
magnesia, suma jovis.
_woltschez_ im Russischen;--_chorec_ im Czechischen;--_wolfram_ im
Polnischen;--_wolfram_ der alten Böhmischen und teutschen Bergleute, oder
_wolfrumb, wolfart, wolfert, wolfruss_ (welche Worte unbekannten,
wahrscheinlich aber czechischen Ursprunges sind), auch _saissbickel_ und
_schurell_; der Bergmann begriff darunter auch unsern Schörl, und ähnliche,
ihm unnütze Gesteine;--_wolfram_ im Schwedischen, Dänischen, Französischen
und Englischen, _cal_ beym englischen Bergmanne in Cornwall, wohl aus dem
Keltischen, wo das Wort hart und Stein heisst.
B. _Tungstein, Schwerstein, Scheelit_.
Es ist scheel- oder wolframsaurer Kalk von weisser oder gelber Farbe,
spathiger Textur, häufig krystallisirt, sehr schwer, kommt besonders in
Sachsen und Schweden mit Zinnstein vor, war dem Bergmann immer bekannt, der
ihn in Schweden tungstein (d.i. Schwerstein), in Sachsen weissen zinnstein
nannte, bis Scheele (1781) die Tungsteinsäure nachwies.
_tungsteen_ im Schwedischen, von tung, d.i. schwer, daher gab ihm Werner
den Namen Schwerstein, für welche viele Mineralogen den Namen Scheelit
substituirten, Scheele, dem Entdecker der Scheelsäure, zu Ehren;--_weisse
zinngraupen, weisser zinnstein, zinnspath, weisser misspickel_ der alten
sächsischen und böhmischen Bergleute;--_gossan_ der Bergleute in
Cornwall;--_tungstène blanc_ im Französischen;--_tungstena_ im
Spanischen;--_tungstate of lime_ im Englischen;--_farkaskyal_ im
Magyarischen;--_belaja woltschezovaja ruda_ und _täschelüj kameni_ im
Russischen.
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#§. 14. Molybdän, Wasserblei#.
Das Wasserblei, der Molybdänglanz der Mineralogen, ist eine Verbindung von
Schwefel und Molybdänmetall, meist in bleigrauen glänzenden Blättchen oder
Täfelchen, sehr weich und etwas abfärbend, hat Aehnlichkeit mit Reissblei
oder Graphit, auch mit Glimmer, wurde bald mit letzterm (wie von Rome de
l'Isle) bald mit ersterm vereiniget, bis Scheele (um 1780) hierin die
Molybdänsäure entdeckte, und Lampadius in Freiberg das Wasserblei für eine
Zusammensetzung von Molybdänmetall und Schwefel erkannte. Das Wasserblei,
das nur sparsam meist im granitischen Gebirge vorkommt, gewährt kaum
technischen Nutzen; zusammengeschmolzen mit Schwefel liefert es sehr
schlechte Bleistifte; das molybdänsaure Zinnoxyd giebt eine Farbe, den
blauen Karmin.
_wasserblei_ im Teutschen;--_blyerz_ im Schwedischen;--_zeslec_ im
Czechischen;--_kïllow_, auch _wadd_ im Altenglischen;--_potelot, galene
sterile_ im Altfranzösischen.
[Greek: molybdoides] im Griechischen, erwähnt von Dioskorides, kann hieher
gehören, daher ist der neuere Name entlehnt;--_molybdaena, sulfuret of
molybdaena_ im Englischen;--_molybdène sulfuré_ im
Französischen;--_molybdena, lapis plomo_ im Spanischen;--_molibdena_ im
Russischen und Polnischen;--_malibda, malibdika_ im Bengalischen, übersetzt
mit molybdate, molilybdic, ist wohl neuern, europäischen Ursprunges.
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#§. 15. Kobalt#.
Das Kobaltmetall kommt nicht gediegen vor, lässt sich schwer aus den Erzen
reducieren, gewährt keinen technischen Nutzen. Am häufigsten findet sich
der Schwefelkobalt oder Kobaltkies (Glanz- und Speiskobalt), der zur Smalte
verwendet wird, unbedeutender das Kobaltoxyd, mit verschiedener Färbung,
als schwarzer und rother Erdkobalt, Kobaltblüthe u.s.w. Das Wort kobalt
wird slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängend mit kow d.i. Erz, kowalti
erzartig, daher kobolt, kobelt, womit der Hüttenmann die unreinen
Metallgemische bezeichnet, die beym ersten Schmelzen der Kiese u.s.w.
fallen, der Bergmann aber vorzüglich die Erze, die arsenikalische Dämpfe im
Feuer ausstossen wie Arsenik- und Kobaltkies, daher er auch den gediegenen,
scherbenförmigen Arsenik scherbenkobalt nennt. Wissenschaftlich ist der
Name Kobalt auf das eigentümliche Metall beschränkt, auf den Kobalt, der im
Czecishchen [Czechischen] dasik heisst.
Die Chinesen kannten seit ältester Zeit das blaue Kobaltglas, daher auch
die Kobalterze; ans dem römischen und griechischen Alterthume ist blaues
Kobaltglas (Smalte) auf uns gekommen, man muss daher auch damals die
Kobalterze gekannt haben, wir wissen aber nicht mit Gewissheit, wo dasselbe
bereitet wurde, wie die Erze hiessen, aber wahrscheinlich begriff man sie
unter androdamas und argyrodamas (s. Arsenikkies).
A. _Speiskobalt_.
Das häufigste Kobalterz, eine Verbindung von Kobalt, vielem Arsenik und
Eisen, entwickelt daher auf glühenden Kohlen starke Arsenikdämpfe. Ist von
weisser und grauer Farbe, häufig krystallisirt. Behufs der
Smalte-Fabrikation wird das Erz geröstet, um den Schwefel und Arsenik zu
verdampfen, dann mit Quarz und Pottasche zusammengeschmolzen, dabey
scheidet sich eine metallische Verbindung aus, die Nickel, Wissmuth, Silber
u.s.w. enthält und _Speise_ heisst. Das Wort Speise, woher Speiskobalt, ist
in der sächsisch-böhmischen Bergwerkssprache ziemlich verbreitet, wird
slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängen mit _spitz, spiza_ im
Czechischen, was Bronce oder Broncefarbe bedeutet, daher nennt man Speise,
Glockenspeise das Glockenmetall, Speise heisst der gelbe Kobaltkönig, den
man beym Probieren kobalthaltiger Erze erhält, bleispeise ist beym
Bleischmelzen das gelbe Gemisch von Kobalt, Kupfer und Schwefel, das im
Ofen über dem Werke stehet; kobaltspeise ist der unreine gelbe Kobalt, der
sich beym Schmelzen kobalthaltiger Silbererze, auch beym Schmelzen des
Kobaltglases bildet, speisiges erz ist gelbes, kiesiges u.s.w.
_koboljt_ im Russischen;--_kobalt_ im Polnischen;--_kobalt_, auch _dasik_
im Czechischen;--_kobold, kobelt, graupenkobelt, kobaltspiegel_, auch
_speise_ der sächsischen und böhmischen Bergleute;--_koboltercz szörke_ im
Magyarischen;--_kobolt_ im Schwedischen;--_cobaltgris-arsenical_ im
Französischen;--_arsenical cobalt_ im Englischen.
B. _Kobaltglanz, Glanzkobalt_.
Kobaltmetall mit Eisen und wenigerm Arsenik als der Speiskobalt, röthlich
weisser Farbe, meist krystallisirt, besonders häufig in Schweden.
_koboltglantz, koboltmalm_ im Schwedischen;--_koboljt loskowoi_ im
Russischen;--_saudasec_ im Czechischen;--_oright, white kobalt,
kobaltglance_ im Englischen;--_zaffera_ im mittlern Latein.