Ist ein künstlich bereitetes salpetersaures Silber, sehr corrosiv, welches
die Haut, Haar u.s.w. schwarz färbt.
_lapis infernalis_ im neuern Latein.
_charanakhar, kisanogh-khar_ im Armenischen.
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#§. 4. Quecksilber#.
A. _Das metallische Quecksilber_.
Es findet sich theils natürlich, gediegen, heisst dann meist
Jungfernquecksilber, wird anderntheils künstlich, aus den Quecksilbererzen
durch Sublimation gewonnen, hat vielfache Anwendung, auch in
hüttenmännischer Hinsicht, um Silber und Gold aus den Erzen durch
Amalgamation zu gewinnen (anzuquicken). Die Quecksilbererze kommen nicht
häufig vor, werden vorzüglich und seit urältester Zeit in Spanien gewonnen.
_chouy-yn_ (Wassersilber), auch _hong_ im Chinesischen;--_chouy-yn,
dannla-chhu, chugultschu_ (Silberwasser) im Tibetanischen;--_para, siwa,
rasa_ (das flüssige) im Sanscrit, auch _paratra, siwawidsha, diwjarasa,
rasadhata, rasindra, rhalamurtti, tshapala_ (das zitternde), _açora,
mukunda, dehada_ (rasakarpura ist weisser Quecksilber-Sublimat);--_parada,
rasaltpura_ im Bengalischen;--_rasa_ im Hindu (rascapur ist
Sublimat);--_rasa_ im Malabarischen, auch _ayer perak_ im
Malabarischen;--_ajehr-perak_ im Malaiischen;--_dschindorup_ in der
Zigeunersprache (d.i. lebendiges Silber, von rup in Indien das Silber).
_sentik_ im Armenischen;--_doschass_ im Tscherkessischen; _awsiss-don_ im
Ossetischen;--_gumisch-ssu_ im Tartarischen;--_toholon mouke_ im
Tartarisch-Mandschu (toholon ist Zinn).
_giwa_ im Türkischen (aus dem Sanscrit), auch _shuwa, dgeva, abuk_;--_giwe,
ciwe_ im Arabischen, auch _sibik, sibak, sovak, savuk, zaibar, zebere,
zembe_;--_sivah_ im Persischen; auch _simab_ (Silberwasser), _sindji,
senden, jawesh, zawasch_;--_zeiback, dschuna_ im Kurdischen;--_seibak_ in
Darfur (Nordafrica);--_bazeka_ im Amharischen;--_thrin_ im
Koptischen;--_sejug_ im Syrischen, auch _aro, arco, chalbo, dabktulto,
laohsiro, darnicko_ und _puritisi_ (die alchemische Benennung).
_rtoute, rtutj_ im Russischen,--samorodnaja ist das natürlich
gediegene;--_rtut, rtuc_ im Czechischen;--_rtec, trtec_, auch _zijwe
srebro_ im Polnischen;--_sgiuua sgiuo srebro_ in Bosnien;--_koshubarg,
kosherbas, shivu srebru_ im Windischen;--_xivo szrebro_ in
Dalmatien;--_ziwe sribro_ im Slowakischen;--_gyws sidabras_ im
Litthauischen.
_ellaw höbbe_ im Esthnischen;--_kenesö, termesz keneso_ im
Magyarischen;--_gkizapsoui_ im Albanischen;--_azogueo_ im
Baskischen;--_azougue_ im Portugiesischen;--_azogue, argento vivo_ im
Spanischen, azog. virgin ist das Jungfernquecksilber, az. muerto das
oxydirte, azoguero das Amalgam, azogar amalgamiren; azogue heisst auch das,
zur Amalgamation geeignete Erz, az. apowilado ist vorzüglich reiches Erz,
az. ordinario das gewöhnliche.
_airgiod beo, bi chearb_ im Gälischen (d.i. lebendes Silber);--_arian byw_
im Wälschen;--_lihue argantt_ im Bretonischen;--_[Greek: argyron chyton]_
im Griechischen (d.i. flüssiges Silber), auch _[Greek: hydargyros]_
(flüssiges Silber) und zwar [Greek: kathautos], wenn es natürlich gediegen
ist;--_[Greek: adiargyros, hydrargyros]_ im Neugriechischen und im
Mittelalter, auch _[Greek: trechôn]_;--_argentum vivum_ der Römer war das
natürlich gediegene, _hydrargyrum_ das künstlich bereitete;--_vif argent,
mercure_ im Französischen;--_argento vivo, mercurio_ im
Italienischen;--_cwic seolver_ im Angelsächsischen (von cwic, cwich
lebendig, was zusammenhängen kann mit chwai im Wälschen, daher auch quicken
im Belgischen beleben, und die teutschen Worte: Quickerz, Quickmühle,
anquicken;--_quicksilber_ im Englischen, von quick lebend, to quicken
beleben);--_quicksoelv_ im Plattteutschen (von quick Leben, daher auch
erquicken);--_quehsipar, höchsilber_ im Altteutschen;--_quicksoelv_ im
Isländischen;--_quicksilver_ im Schwedischen;--_quegsölv_ im
Dänischen;--_quickzilber_ im Holländischen.
_mercur_ bey den Alchemikern, auch _ansir, adibar, alborca, alecharit,
alembic, anatris, aludit, alozet, alkaut, altaris, antaris, azon, azomses,
gumatifacoum, marthath, ruscias, segil, sernech, sebar, tarith, vener,
zaaibac, zeida_.
B. _Zinnober_.
Zinnober ist Schwefelquecksilber, von hochrother Farbe, das theils
natürlich vorkommt (nur prapärirt zu werden braucht), theils auch künstlich
zusammengesetzt wird. Seit ältester Zeit ist es eine sehr wichtige Farbe in
der Malerei. Ein feiner, zur Malerfarbe besonders präparirter Zinnober
heisst vermeillon, doch belegt man auch fein präparirte rothe Mennige
(Bleioxyd) mit diesem Namen. Seit urältester Zeit liefert Spanien Zinnober,
aber unter römischer Herrschaft wurde die Zinnoberfabrication für ein
Regale erklärt, und nach Rom verlegt.
_dsu, tchu-cha, yn-tchou, theout-chou, tan, tancha, hong_ im
Chinesischen;--_tchin-ouhoun_ im Tartarisch-Mandschu;--_tsial-ghö_ im
Tibetanischen.
_rasagarbha_ im Sanscrit, auch _rasasthana, kapisirvaka, chinavari_
(sindura ist nicht Zinnober, sondern Mennige), rasafindura ist ein
Zinnober-Präparat, das als Pflaster gebraucht wird;--_rasagarbha_ im
Bengalischen;--_schengerf_ im Hindu.
_sindschefr, sinkarf, kinbar_ im Persischen;--_sindscharf, sindschafr,
zingefr, kynjar_ im Arabischen;--_kinnabaris, tinnabaris_ im
Armenischen;--_chinovariu, cinabor_ im Walachischen;--_[Greek: kinnabaris]_
im Griechischen, auch _[Greek: ammion, autophoes]_ war der natürliche,
[Greek: ergation] der künstlich bereitete (der [Greek: kinnabaris indikê],
oft auch bloss [Greek: kinnabaris] genannt), war unser officinelles
Drachenblut, von den Früch [Früchten] des calamus draco, eines ostindischen
Strauches;--_[Greek: kinnabri]_ im Neugriechischen;--_[Greek: synabri]_ im
Mittelalter.
_cinnabre_ im Französischen;--_cinnabar, cinoper_ im
Englischen;--_cinabrio_, auch _azarcon_ im Spanischen;--_cinabrio_ im
Portugiesischen, ist eigentlich der natürliche, vermelhao der künstlich
bereitete;--_cinabro_ im Italienischen;--_cinnaber_ im
Isländischen;--_cinnober_ im Schwedischen, Dänischen, Altteutschen,
Holländischen.
_czinnober_ im Magyarischen;--_kinovare_ im Russischen;--_cynobr_ im
Polnischen;--_cynobr, mednomodr_ im Czechischen;--_czinober_ im
Windischen;--_czinaber_ in Croatien;--_cinaber_ im Bosnien;--_rumenicza_ im
Dalmatischen und Ragusanischen.
_bascart_ im Gälischen (von basc roth); basg-luaidh ist Vermillion,
Scharlach, schön roth; _mwycoch_ im Wälschen (d.h. zartes Roth);--_minea_
im Baskischen, auch, _arminea_ (mit dem Artikel ar);--_minium_ der Römer
(wohl aus dem Baskischen, da die Römer allen Zinnober aus Spanien zogen);
daher vielleicht _[Greek: ammion]_ im Griechischen;--_minium, mino_ im
Mittelalter war der natürliche, _cinnobrio_ der künstliche;--_alzemasor,
affrengi_ der Alchemiker.
_süligen_ im Türkischen;--_schascher_ (?) im Hebräischen;--_sikra_ (?) im
Chaldäischen, ist auch Bolus.