D. _Das Glas_.

Am häufigsten ist, und zu allen Zeiten das Natron verwendet zur

Glasfabrication, wobey es mit Sand, oder überhaupt Quarz

zusammengeschmolzen wird, im Alterthume, besonders in Aegypten, stand die

Glasfabrication auf einer Stufe der Entwickelung, die wir in mancher

Hinsicht noch nicht erreicht haben mögen, auch die keltischen Völker

scheinen viel Glaswerk gehabt zu haben.

_po_, auch _siao-tseu_ im Chinesischen;--_kshara_ im Sanscrit, und

_katscha_ (was auch Krystall heisst);--_kacha_ im Malaiischen;--_shela_ im

Tibetanischen (heisst auch Krystall).

_abaki_ im Armenischen;--_abajeini, abeseein_ im Koptischen;--_abgine,

dschesch, syrce_ im Persischen;--_abgine, eser_ im Türkischen;--_giag,

zügiag, sadschdsch_ im Arabischen, zagiag ist der Glashändler.

_segugitho, sechuchith, sgugitta_ im Chaldäischen;--_sagugitho, saphungo,

rugag_ im Syrischen;--_mahewe_ im Abessinischen;--_kesasa, chesaska_ in

Darfur (Nordafrica).

_kelke, kelkie_ im Albanischen;--_stikla_ im Walachischen;--_steklu_ im

Windischen;--_staklu, sklem, sklyn_ im Krainschen;--_staklo_ im Bosnischen,

Illyrischen, Slowakischen, auch _serska_;--_zteklo, zklo, zaklo_ in

Croatien;--_zaklo_ im Ragusanischen;--_sklo_ im Polnischen und

Czechischen;--_cmeklo_ im Russischen;--_schklenza_ im Wendischen.

_gwydr_ im Gälischen, gwydredd und gwydraue ist glasig (glas ist blass,

grau, blau);--_guitr_ im Bretonischen; guitreri ist Glashütte, guezrer

Glasblaser;--_gloine, glain_ im Gälschen.

_[Greek: hyalos]_ im Griechischen; _[Greek: gyali]_ im Neugriechischen;

_[Greek: gialê, gyalia]_ im Mittelalter (welche Worte aus dem Gälschen

stammen mögen);--_vitrum_ im Lateinischen (aus dem Wälischen);--_vitro_ im

Italienischen;--_vitrio_ im Spanischen;--_vedro_ im Portugiesischen.

_vidrioa, beira, beiraquia_ im Baskischen;--_iiveg_ im

Magyarischen;--_wahlin_ in der Zigeunersprache;--_liaegnak_, auch _glas_ im

Lappländischen.

_glas, gler_ im Isländischen;--_glaes_ im Angelsächsischen und

Alemannischen;--_glas, gleez_ im Friesischen;--_glass_ im Englischen,

glassy, auch vitreous ist gläsern;--_glas_ im Schwedischen, Dänischen,

Holländischen.

* * * * *

#§. 7. Kali, Potasche und Verwandtes#.

A. _Kali, Gewächsalkali, Potasche im Allgemeinen_.

Das Kali, dem Natron sehr verwandt, ist in seinem reinen Zustande, in dem

es in der Natur nicht vorkommt, ein chemisches Element, aus der Classe der

Alkalier, von sehr ätzender Qualität (ätzendes Kali, kali causticum, pierre

de cauterre); in Verbindung mit Säuren giebt es vielfache Salze, die von

den Natronsalzen wesentlich verschieden sind. Das gemeinste von diesen

Salzen, welches am meisten technisch verwendet wird, ist das _kohlensaure

Natron_, zu dem die Potasche gehört. Dieses kommt im Mineralreiche wenig,

nur als Bestandtheil einiger Mineralien vor, aber ausserordentlich

verbreitet ist es im Pflanzenreiche. Die Asche der meisten Pflanzen,

besonders des harten Holzes, der ästigen Farrenkräuter (pteris aquilina

u.s.w.), der Weintrester u.s.w. enthält viel kohlensaures Kali, der

Weinstein bestehet aus weinsteinsaurem Kali, beide Gegenstände werden

vorzugsweise auf Kali benutzt. Die Asche wird ausgelaugt, enthält nur das

unreine kohlensaure Kali oder Potaschesalz, das durch Abdampfung gewonnen

und gereinigt werden kann. Dieses Salz wird vielfach, vorzüglich zur Seife

verwendet, wozu aber auch kohlensaures Natron dient.

_kien_ im Chinesischen, wird Soda und Potasche seyn;--_k'har, k'hari_ im

Sanscrit;--_garan alkali_ im Malaiischen, wird auch hierher

gehören;--_scebbo_ im Maltesischen; wie man in den semitischen Sprachen das

kohlensaure Kali von dem kohlensauren Natron unterschied, muss ich dahin

gestellt seyn lassen.

[Greek: atispodon] (von [Greek: spodos], Asche) der Griechen, [Greek: trix

oinouontê] war das aus Weinstein gewonnene Salz, das auch [Greek: pheklê]

und [Greek: pephrygmenê] hiess;--_antispodon_ und _empireume_ der Römer;

das künstlich fabricirte _nitron agrium_, aus verbranntem Eichenholz, war

offenbar Kali; die Lauge machte man--wie bey uns--durch gebrannten Kalk

ätzend (da dieser sich mit der Kohlensäure verbindet und das reine ätzende

Kali frei wird), dieses hiess [Greek: protastakton];--[Greek: alkalê] im

Mittelalter;--_alcali_ im Spanischen und den neuern Sprachen, was das

Alkali überhaupt bedeutet.

_luath rainich_ im Galischen; _salann na groide_ ist das Alkali im

Allgemeinen.

_potasche_ im Teutschen, vielleicht aus dem gemeinen Leben entnommen, weil

die Lauge in einem Topfe--Pot--abgedampft und geschmolzen wird, oder mit

[Greek: spodos] im Griechischen zusammenhängend;--_potasse, sel lixiviel_

im Französischen, sal tartre ist das aus Weinstein bereitete;--_potasse_ im

Italienischen;--_potashes_ im Englischen;--_potaske_ im

Dänischen;--_potasz, sol lugowa_ im Polnischen;--_potas, draslo_ im

Czechischen;--_potaschnajo soli, schtschelotschn ja soli_ im

Russischen;--_erusol_ in Krain;--_hamuzser szalajka_ im Magyarischen.

B. _Der Weinstein_.

Aus dem Weine sondert sich der Weinstein (tartarus crudus) ab, der sich als

eine krystallinische Cruste an die Fässer legt, ans weinsteinsaurem Kali

bestehet (wie 1770 zuerst Scheele zeigte, der die Weinsteinsäure

darstellte). Man benutzt den Weinstein viel, theils auf Kali, theils auf

Weinsteinsäure (acidum tartaricum), die in der Medicin Anwendung findet.

_samech_ im Arabischen.

_[Greek: tryx]_ der Griechen, _[Greek: pheklê]_ (faecula im Lateinischen),

_[Greek: pephrygninê]_ war das Kali aus dem gebrannten Weinstein;--_[Greek:

tartaron, skandyx]_ im Mittelalter.

_chwigl_ im Wälschen;--_fion dheasgann_ im Gälschen (von fion Wein).

_orchal, orgal, dregges_ im Englischen;--_draegg_ im Schwedischen.

_tartaro_ im Italienischen;--_tartar_ im Französischen.

C. _Die kalihaltige Asche der Pflanzen, welche durch Auslaugen die Potasche

giebt_.

_tsin, yao_ im Chinesischen;--_foulengui_ im

Tartarisch-Mandschu;--_katscho, tatsha, parghata_ im Sanscrit;--_tschhai_

im Bengalischen;--_adschium, moschir_ im Armenischen;--_kuna_ im

Lappländischen;--_as, kakesther_ im Persischen;--_ermida, kiuk_ im

Türkischen.

_ramel, rmyd_ im Arabischen, auch _zana, bitsan, bils_, ist vorzüglich die,

welche auf Kali benutzt wird;--_remmadij_ in Darfur (Nordafrika);--_ramag_

der Alchemiker;--_kerme, kürmi_ im Koptischen.

_epher_ im Hebräischen;--_ephra, dischun, ketam_ im Chaldäischen;--_[Greek:

tephra, konia, spothos, axilia]_ im Griechischen;--_[Greek: staktê]_ im

Mittelalter und Neugriechischen.

_luath, luaitthre_ im Gälischen;--_ludu, isque_ im Bretonischen;--_lliudw_

im Wälschen.

_cenuça_ im Walachischen;--_chi_ im Albanischen;--_cinis_ im

Lateinischen;--_ceniza_ im Spanischen;--_cinza_ im

Portugiesischen;--_cenere_ im Italienischen;--_cendre_ im Französischen.

_autsa, ausa, auscua, errautsa_ im Baskischen;--_asja, azo_ im

Gothischen;--_asca, ahsa_ im Angelsächsischen;--_aksa, eysa_ im

Isländischen;--_esk_ im Friesischen;--_asko_ im Schwedischen;--_ashes_ im

Englischen;--_as_ im Holländischen;--_popiol, luzyna, machluga_ im

Polnischen;--_popel, luscja_ im Czechischen;--_luxniza_ im

Ragusanischen;--_popel_ im Sorbischen;--_pepel_ im Krainschen und

Croatischen;--_pepeu_ im Windischen;--_pepeo_ im Bosnischen und

Slowakischen;--_parlug_ im Magyarischen.

D. _Die kalihaltige Lauge_; wird sie mit ätzendem Kalk verbunden, wie sie

zur Seifenfabrication u.s.w. dient, so heisst sie _Aescher_.

_sychar_ im Arabischen (woher der Name Aescher kommen soll);--_kuna tjatse_

im Lappländischen;--_ehea_ im Baskischen.

_alsibe_ im Albanischen;--_lesie_ im Walachischen (lesiu ist

auslaugen);--_lleisw_ im Wälschen, lleisw coed ist Lauge aus Holzasche von

coed Holz, lleiswaw ist laugen;--_leisu, licion, leisio_ im Bretonischen,

coaeret ist die ausgelaugte Asche, charrée im Französischen;--_[Greek:

alisia, antispodos]_ im Griechischen;--_[Greek: lêsiba, ligda]_ im

Mittelalter;--_[Greek: alousia, alybisa]_ im Neugriechischen;--_lix,

lixivium_ der Römer;--_lye, lie_ im Englischen; buck ist die Lauge zum

Waschen, die Beuche;--_lisciva_ im Italienischen, bucata die Lauge zum

Waschen;--_lessive_ im Französischen, auch lotion, boué, buguee, bugade die

Beuche;--_lixia, colada_ im Spanischen, bugelada die Beuche;--_leah, laag_

im Angelsächsischen;--_lud_ im Dänischen;--_lut_ im Schwedischen.

_lug_ im Polnischen, Krainschen, Croatischen, Bosnischen,

Slowakischen;--_lauh_ im Czechischen;--_lun_ im Windischen;--_lugh_ im

Ragusanischen;--_lungh_ in Dalmatien;--_luygh_ im Magyarischen.

E. _Die Seife_.

Seife ist die Verbindung der Alkalien mit Oel, Talg u.s.w. Die Kaliseifen

werden nicht fest, sind Schmierseifen.

_saboon, savin_ in Indien;--_sabum_ im Malaiischen;--_sabon, savaun,

odscharr_ im Armenischen;--_sabon_ im Persischen;--_sabun, saban_ im

Arabischen;--_sapon, ahala_ im Chaldäischen;--_sapun_ im

Maltesischen;--_zub_ im Hebräischen;--_samegma_ im Amharischen.

_sapoun_ im Albanischen;--_sapune_ im Walachischen;--_siabunn, sebon_ im

Gälschen;--_sebon_ im Wälschen;--_suan, suaon_ im Bretonischen;--_[Greek:

sapôn, saponion, sapoynin]_ im Griechischen;--_[Greek: sapouni]_ im

Neugriechischen;--_sapo_ im Lateinischen (die Römer und Griechen zogen ihre

Seife meist aus Gallien und Germanien);--_savon_ im Französischen;--_sabon,

xabon, azabon_ im Spanischen;--_soap_ im Englischen;--_sapa_ im

Isländischen;--_sape, saepe_ im Angelsächsischen;--_sepe_ im

Niedersächsischen;--_saepa_ im Schwedischen;--_saebe_ im

Dänischen;--_saape_ im Norwegischen;--_zaepe_ im Belgischen;--_zeep_ im

Holländischen;--_siep_ im Friesischen;--_seife_ im Hochteutschen;--_shefa,

sopum_ im Windischen;--_shaifo_ im Krainschen;--_szapun_ im

Dalmatischen;--_saplun_ im Ragusanischen;--_szopun_ im

Croatischen;--_szappan_ im Magyarischen;--_chuboa_ im Baskischen.

_meiydo, mydlo_ im Czechischen;--_meydo_ im Polnischen;--_midlo_ im

Bosnischen und Slowakischen;--_modioo_ im Sorbischen.

* * * * *

#§. 8. Borax, Tinkal#.

Der gewöhnliche Borax, wie er in Handel kommt, bestehet aus Boraxsäure (der

ein eigenes chemisches Element zu Grunde liegt) und etwas Natron. Er kommt

seit alter Zeit aus Indien, Tibet, China und Persien, wo er aus einer damit

geschwängerten Erde gezogen und meist in Krystallen versendet wird, die

unter den Namen _Tinkal_ oder _Swaja_ bekannt sind. In einigen Quellen von

Italien hat man neuerlich Borax gefunden, auch sollen bey Babylon

dergleichen seyn. Der Borax ist ausserordentlich leichtflüssig, befördert

den Fluss der Metalle; vorzugsweise dient er zum Löthen des Goldes (heisst

auch Goldloth), zum Zusammenschmelzen und Reinigen der Metalle, zur

Fabrication feiner Gläser u.s.w. Die reine Boraxsäure war sonst unter den

Namen Sedativsalz, sal sedatif bekannt.

_pong, poun_ im Chinesischen, pon-che, poun-xa ist die Erde, aus welcher

der Tinkal gezogen wird; bey letzterm unterscheidet man; pin-poun, die

grössten Krystalle, my-poun, die kleinen Bohnen, noui-poun, die kleinen

Körner.

_tincar, tancar, tankana, tagara suhaya_ im Sanscrit, auch: malatitirandsha

(d.i. von Malatiufer), dhatumarani (Metall flüssig machend), lohadrawin

(Metallschmelzer), rasasodhana (Metallreiniger);--_tankana, sohaya_ in

Bengalen;--_tinkal_ im Hindu;--_tingkal, patari, pateri_ im

Malaiischen;--_tincal, tencal, borech_ im Persischen;--_tingar, tancar,

tengar_ im Arabischen.

_swago, zala, tsha-le_ im Tibetanischen, tsha-lehi-sky-ura-rtsi ist die

Boraxsäure.

In der griechischen und römischen Litteratur scheint diess Salz nicht

erwähnt zu seyn; was von der [Greek: chrysokolla], chrysocolla (d.i.

Goldloth) gesagt wird, passt nicht wohl darauf, diese war vielmehr theils

ein Kupferoxyd, theils ein leichtflüssiges Metallgemisch.

_anticar, ancinar, attincar_ bey den Alchemikern, auch _alinzadir, anucar,

anatron, denoquor_.

_burak_ im Armenischen, auch _oskjeborak_ (d.i. Goldborak); _burak_ im

Turkischen;--_burach_ im Syrischen;--_borax, atincar, crisocola_ im

Spanischen;--_borax, tincal_ im Portugiesischen;--_borace, tincal_ im

Französischen;--_borace, colla d'ora_ im Italienischen;--_borace, tincal_

im Englischen;--_borax, guldlun_ (Goldloth) im Dänischen;--_boras, tincar_

im Holländischen;--_bura, byra_ im Russischen;--_olvaszioso_ im

Magyarischen.

* * * * *

#§. 9. Ammonium#.

Das Ammonium hielt man für einen eigenthümlichen chemischen Grundstoff aus

der Classe der Alkalien, der in reinem Zustande nur gasförmig erscheint,

ausgezeichnet durch seine grosse Flüchtigkeit, stechenden Geruch und

scharfen Geschmack, das sich rein nicht natürlich findet, in Verbindungen

häufig im Thierreiche, auch im Pflanzenreiche, selten im Mineralreiche

findet, vorzüglich in den Excrementen der Thiere. Berthollet zerlegte

zuerst 1785 dieses Alkali in Stick- und Wasserstoff, neuerlich hat man, bey

anderer Behandlung, daraus einen metallischen Körper reducirt, der daher

ein chemisch componirter ist. Das Ammonium gehet mit den verschiedenen

Säuren Verbindungen ein; mit Kohlensäure bildet es das Riechsalz, mit

Chlor- oder Salzsäure den Salmiak, mit Schwefelsäure den Maskagnin, der

sich bey einigen Laven als Ausblühung findet.

Nicht zu verwechseln mit Ammoniak ist unser gummi ammoniacum, ein

Schleimharz, [Greek: ammoniakon] der Griechen, hammoniacum, auch metopium

der Römer, oshac und calai der Araber. Das sal ammoniacum der Römer ist

Steinsalz.

A. _Kohlensaures Ammoniak, Riechsalz_.

Das kohlens. Ammoniak ist das bekannte Riechsalz, theils fest, theils in

Wasser aufgelöst (Salmiakgeist), theils mit öligen Substanzen verbunden

(Hirschhorngeist), das in der Medicin ein altes, wichtiges Reizmittel ist.

_nao-cha, naoch_ im Chinesischen; besondere Arten sind: yen-nao-cha,

che-nao-cha, ta-hong, fan-nao-cha;--_rgya--tsha_ im

Tibetanischen;--_navagura acranum_, auch _soongneh_ (d.i. Riechsalz, von

coogna riechen) der Hindu, die es seit den ältesten Zeiten durch Erhitzung

von Salmiak und Kreide bereiteten.

In der Litteratur der Griechen und Römer finde ich keinen Namen dafür,

gleichwohl kannten sie wohl das Ammoniak, wendeten den Urin mehrfach auch

in der Medicin an; die künstliche [Greek: chrysokolla] wurde mit Urin

bereitet, und die fullones in Rom hatten überall Urinfässer stehen.

_taejr, taejrul-chorasani_ im Arabischen, batachijum wird auch mit

ammoniacum übersetzt.

_alacal_ der Alchemiker, auch alfatide, alfoi, alcocar, alemzadar,

alisteles, ocoo, racri.

B. _Salmiak_.

Der Salmiak ist chlor- oder salzsaures Ammonium; findet sich natürlich in

den Laven mehrerer Vulkane, wird bey Kutsche in Turkistan in Höhlen

gewonnen, ist ein Handelsartikel der Kalmücken, unter dem Namen

tartarisches Salz, sel de Tartarie. Grösstentheils wird er künstlich

gewonnen, besonders in Aegypten aus dem Miste der Kamele, sonst auch aus

Urin u.s.w. Er dient vorzüglich der Färberey und Medizin.

_nao-cha_ im Chinesischen, wie Riechsalz;--_schoza, schaza_ im

Tibetanischen.

_nuosadur_ im Sanscrit;--_nuoschadur, nosader_ im Hindu, auch

_nova-charum_, alles wohl aus dem Chinesischen;--_nuschader,

koh-nuoschadur_ im Persischen;--_naschatyre, naschatürj_ im

Russischen;--_misader, amizadir hasacium_ der Alchemiker.

_[Greek: miax]_ im Mittelalter;--_szalamia_ im Magyarischen;--_tepe-rigu_

[or: _teperigu_] im Walachischen.

_salmiak_ in den neuern und wissenschaftlichen Sprachen.

* * * * *

#§. 10. Vitriol#.

A. _Vitriol im Allgemeinen_.

Der Vitriol ist die Verbindung der Metalle mit Schwefelsäure, es giebt

daher so viele Arten von Vitriol als Metalle. Kupfer-, Eisen- und

Zinkvitriol finden die allgemeinste Anwendung, finden sich natürlich wieder

im Grossen künstlich bereitet. Bis ins 16. Jahrh. kam fast aller Vitriol

durch die Venetianer besonders aus Cypern nach Teutschland.

_fan_ im Chinesischen;--_tutia_ im Hindu, worunter man auch das Zinkoxyd

begreift;--_trausi_ im Malaiischen;--_ardschasp_ im Armenischen;

_kankanton_ im Chaldäischen;--

_schechiro, surto_ im Syrischen; mit diesem oder einem ähnlichen

semitischen Worte könnte vielleicht sory im Griechischen zusammenhängen.

_zadsch_ im Türkischen, zadshi kybrys ist cyprischer Vitriol;--_zadsch_,

auch _sak, resker_ im Persischen, _sadsch, schabb, sech, zech, gez_ im

Arabischen, auch resger, resgez, siprè;--_zegi_ der Alchemiker, auch azegi,

azig, asagi, zet, alech, zoroba, sactin, altinuaraun.

_sory_ der Römer und Griechen könnten hierher gehören, doch lässt sich mit

Sicherheit über einen allgemeinen Namen derselben nichts bestimmen.

_uisge nimhe, uisge loisgeach_ im Gälschen (d.i. giftiges, brennendes

Wasser).

_coupross_ im Bretonischen;--_couperrosce, couperouse_ im

Altfranzösischen;--_coparrosa, caparrosa_ im Spanischen, auch cabarros, was

eigentlich Eisenvitriol ist;--_copperas, scoperas_ im

Altenglischen;--_kopporök_ im Schwedischen;--_kouporos, kyporoch_, auch

witriol im Russischen;--_koperwas, koperwaser, siarkan_ im Polnischen, auch

wytryol;--_coperwater_ im Holländischen;--_kupferwasser_ im Altteutschen

(kommt wohl nicht mit Kupfer und Wasser zusammen, bedeutet nicht

Kupfer-oder Cementwasser, stehet wohl mit den erwähnten Namen, vielleicht

auch mit kubreet Schwefel im Semitischen in Zusammenhang). Die unreinen

Vitriolerze heissen in Goslar Tintenerze (vielleicht wegen des

Tintengeschmacks, daher im Englischen auch inkstone). Man unterscheidet

grünes, gelbes, weisses Kupferwasser oder Atrament.

_calacan, calacana_ im Walachischen;--_skalice_, auch _zmyda_ im

Czechischen;--_galic_ im Illyrischen;--_galiska_ in Bosnien;--_galiz,

galitzkö_ im Magyarischen; auch jetzo nennt der Bergmann das unreine

Vitriolerz Galitzienstein, was aus dem Slawischen stammen wird.

_gökel_ ist der altteutsche Name, der sich auch in Ungarn findet; jetzo

noch heisst bey dem teutschen Berg- und Hüttenmann der unreine Vitriol

_gökelguth, gogkelguth_, hängt wohl mit galic zusammen, nicht mit joküll

der Eisberg im Isländischen, isgökil der Eiszapfen im Niedersächsischen.

_[Greek: bentriolon]_ im Mittelalter;--_[Greek: bitriolon]_ im

Neugriechischen;--_witryol_ im Russischen;--_witrolym, gitrolyn_ im

Czechischen;--_fitriol_ im Windischen;--_vitrill, victrol_ im

Altteutschen;--_victril_ im Schwedischen;--_vitriolo_ im

Italienischen;--_vitriola_ im Spanischen;--_vitriol_ im Englischen,

Französischen, Teutschen u.s.w. ist der neuere Name statt des alten coupe

rosce u.s.w.; woher derselbe stammen mag, erscheint noch ganz zweifelhaft.

B. _Kupfervitriol_.

Schwefelsaures Kupfer, meist von blauer Farbe, daher auch blauer Vitriol.

Er findet sich natürlich in einigen Kupferbergwerken, hier auch in den

Cementwassern, aus denen er durch Abdampfung gewonnen wird; meist erzeugt

man ihn künstlich aus Kupferkies. Er wird vielfach, besonders in der

Färberey angewendet.

_tan-fan, tsing-fan_ im Chinesischen;--_spana-ma_ im

Tibetanischen;--_tutya_ im Bengalischen;--_nila-tutia_ (d.i. die blaue) im

Sanscrit, auch nilaka, nilandshana, tutaka, _tutha, tutthaka_ (in

medicinischer Anwendung) tamra-garba (d.i. aus Kupfer entstanden),

_sikhigrtwa_ (pfauenhalsig), mrita, mada.

_kalkant_ im Arabischen war eigentlich der grüne Eisenvitriol, _zeg_ der

blaue;--_kalkantos, kanston_ im Syrischen, von kalkitis das

Kupfer;--_kankanton_ im Chaldäischen;--_[Greek: chalkalthon, chalkitis,

styptêria]_ im Griechischen; [Greek: chalkitis] war der zu weissem Pulver

zerfallene Vitriol, überhaupt der weisse, wie auch mysi und sory; [Greek:

lonchoton] war der natürliche tropfsteinartige, [Greek: promalakteria] war

das natürliche Cementwasser; die Griechen und Römer zogen den Vitriol

vorzugsweise aus der Insel Cypern, deren Kupferbergwerke bis ins 17.

Jahrhundert betrieben wurden;--_chalcanthum_ der Römer, lonchotos war das

natürliche stalactitische, pecton das aus Cementwasser abgesetzte, coctile

das durch Abdampfung gewonnene;--_calacanu_ im Walachischen; _alcaranum_

bey den Alchemikern, auch _dehenz_, duenec viride.

_glas faen_ (blauer Stein) im Wälschen.

_kek-galiz_ im Magyarischen;--_kada_ im Czechischen;--_koperwas miedzi,

siarkan miedzi_ im Polnischen (woda koperwassowa ist

Cementwasser);--_kouperosa mednoi_ und _senei_ im Russischen; _blau

kuperwasser_ im Altteutschen;--_copperosa turchina, vitriolo di cipro_ im

Italienischen;--_couperose bleu, vitriol di chypre_ im

Französischen;--_azigue, vitriol azul_ im Spanischen;--_aziche_ im

Portugiesischen wird hierher gehören;--_blösten bloe viktril_ im

Schwedischen;--_blue vitriol_ im Englischen.

Mineralogia Polyglotta · 第 48 / 84 题