D. _Asbest, Amianth_.

Ausgezeichnet durch fettiges Anfühlen und fasriges Gefüge, zuweilen so zart

und fein, dass das Mineral gesponnen und verwebt werden kann, zu

feuerfester Asbest-Leinwand, die man schon in ältester Zeit kannte, auch

jetzo noch zuweilen fabricirt. Eine klein- und verworren fasrige Abänderung

nennt man Bergkork, Bergleder, Bergpapier, papier fossile, sughero montano,

mountain leather. Die flachsartige Abänderung heisst Bergflachs, die

festere Asbest, aus dem durch eine Art von Verwitterung der biegsame

Amianth entstehet.

_sung i bumbo_ (d.i. Baumwollenstein) in Hindostan.

_aspest_ im Persischen (ob aus den neuern Sprachen übergegangen?).

_iskustos_ im Arabischen.

_anshidhanjeli, khar ankisjeli_ (der unverbrennliche) im Armenischen.

_ystinos_ im Wälschen, auch _urael_ (von ur das Unverletzliche, Heilige),

diesen Namen trägt auch die Asbestleinwand;--_liein difflam_ im

Bretonischen.

_[Greek: amianthos]_ und _[Greek: asbestos]_ der Griechen, auch gehört der

Stein von Scaptesyll hierher, der zu Lampendochten diente. [Greek:

asbestos] kann vielleicht mit ystinos im Wälschen zusammenhängen.

_[Greek: karistia]_ im Neu-Griechischen vom Fundorte.

_amianthos_ und _asbestos_ der Römer;--_amianto, asbesto_ im Spanischen,

Italienischen und Portugiesischen, auch _pedra de linho_;--_amianthe,

asbeste_ im Französischen und Englischen;--_asbest, kobör_ im Magyarischen,

auch _kölen foskö_ und _fonalkö_;--_asbeste_ im Russischen; _kamiene

niezgorzisti_ (der unverbrennliche) im Polnischen;--_skalnilen_ im

Czechischen.

_steenvlas_ (Steinflachs) im Holländischen;--_federweiss, Erdflachs_ im

Alt-Teutschen.

E. _Speckstein, Steinmark, Magnesit_.

Ein verhärteter Talk, ein fettiges, derbes unschmelzbares, durch Umbildung

entstandenes Gestein, zuweilen voll Afterkrystalle, das verwendet wird zum

Schreiben auf Zeug, Reinigen von Fettflecken, zur Politur von Marmor,

Alabaster, Serpentin, Glas, zur Grundlage von Schminke, in China sehr

häufig das Material liefert, aus dem Götzenbilder geschnitten werden,

(welche Abänderung als Agalmolith bekannt ist), wo es auch zur

Porcellanfabrikation dient.--Eine weichere Art, wenigstens im frischen

Zustande, nennt man _S einmark_, lithomarge im Französischen; medulla im

barbarischen Latein.

_hoa-chy, kabasche_ im Chinesischen, und nach der verschiedenen Farbe:

_kan-chy-tchy_ den bläulichen; _tchy-chy-tchy_ den röthlichen;

_kouang-sy-hoa-chy_ den weissen; _sse-tchuen-hoa-chy_ den fettigen, der zum

Fleckausmachen und zur Porzellanmanufactur dient; _tao-hoa-chi_ der zu

Götterbildern verwendet wird;--_nanthsirr irdinai_ im Mandschu;--_irdina_

im Mongolischen.

_ballapam_ im Hindu;--_hingwiasan_ in Indien, Provinz Tennasserim.

_kodreti, isfidadsch_ im Persischen.

_isfidadsch_ im Arabischen, auch _hadschar lebenik_ und _alhasi_.

_[Greek: galaxias]_ (von [Greek: gala] die Milch) im Griechischen, auch

_[Greek: galaktitapron]_ (steinerne Milch), _[Greek: moroxon, lithos

morochthos, lêdaion, anaktitin adamanta, leukographida]_ (die

weissschreibende);--_[Greek: agalyatitê, petrokolla]_ im

Mittelalter;--_galactites_ (aus dem Griechischen) im Lateinischen, auch

_leucogaea_ (Weisserde), _leucographis_ (weissschreibende), _sytiophites,

sinochites, ananchites_;--_galaxia, estatita_ im Spanischen.

_steatite, piedra di lardo_ im Italienischen;--_steatite, pierre de

lard,--du lait, smectin, craie de Briancon_ und _d'Espagne_ im

Französischen;--_steatite_ im Englischen.

_specteen_ im Holländischen und Dänischen;--_spectein, seifenstein,

spanische Kreide_ im Teutschen.

_gis_ im Portugiesischen (von gisar liniiren);--_sloninik, statyl_ im

Polnischen;--_tucek_ im Czechischen;--_tutchnak, schirowik_ im

Russischen;--_balfanykö, szappankö_ im Magyarischen; _kövölö_ ist

Steinmark.

F. _Magnesit, kohlensaure Talkerde_.

Eine verhärtete, weisse, ziemlich reine kohlensaure Talkerde findet sich

bey Castella monte, ohnweit Turin, in Mähren u.s.w., sie wurde von Mitschel

entdeckt, von Buchholz 1806 analysirt, als Magnesit im Systeme aufgenommen,

hat aber keine technische Anwendung.

Eine erdige, kreideartige, kohlensaure Thonerde, findet sich in mehreren

vulkanischen Gegenden, auch in den Kalkstraten in Sicilien, besonders bey

Palermo, die als terra di Baida zu häuslichem Gebrauche dient. Plinius 18.

29 erwähnt: das Mehl von zea (Spelz) wird nur dadurch zur feinsten alica,

dass ihr eine creta aus der Gegend von Neapel zugesetzt wird, die in hohem

Preise stehet, wodurch das Backwerk die ausgezeichnete Schönheit erhält, zu

der verfälschten (adulterina) alica setzt man statt dessen Gyps. Diese

creta leucogaica wird wohl natürliche kohlensaure Talkerde gewesen seyn,

denn es ist bekannt, besonders in London sehr allgemein, dass man dem

Waizenmehle etwas Alaun oder kohlensaure Talkerde zusetzt, wodurch es

besonders weiss und locker wird.

G. _Topfstein_.

Ein unreiner Speckstein, ein grünlich graues, grobes talkiges Gestein, das

in ganzen Bergmassen vorkommt, ist weich, unschmelzbar, wird im Feuer hart,

wird viel zu Kochgeschirren und ähnlichen Gegenständen verarbeitet,

besonders in Aegypten seit ältester Zeit, und in der Schweiz, im Canton

Tessino, val maggia und in Graubünden, hier bekannt als _Guglia, Giltstein,

Lavetzstein_ (von lavezzo im Italienischen, der Topf), die graubündner

Steintöpfe gehen über Como nach allen Theilen Italiens;--im barbarischen

Latein _lebetum, lapis, lapis ollaris_.

_ballapam_ im Hindu (wie Speckstein).

_baram_ in Aegypten, eigentlich Stein von baram, wie der Ort in Oberägypten

heisst, wo der Topfstein gewonnen wird. (In Syene macht man aus gestossenem

Topfstein und Thon Gefässe, die gebrannt werden.)

_Stein von siphnos_ der Griechen.

_lapis comensis_ der Römer;--_piedra di Como_ im Italienischen;--_pierre de

Come, -ollaire, -lavége_ im Französischen;--_piedra ollar_ im

Spanischen;--_potstene_ im Englischen;--_telgstene_ im Schwedischen.

H. _Serpentin_.

Dem Topfsteine ähnlich, hart, grün, verschiedenfarbig, nimmt eine gute

Politur an, wird zu verschiedenen Gegenständen verarbeitet.

_kelo, berkelo_ im Malaiischen;--_ophites_ der Römer (s.

Marmor);--_Serpentin_ in den neuern Sprachen. _kigyokö_ im Magyarischen.

_mar nathaer, lubach, cuairteagach_ im Gälschen.

_smejewik, serpentin_ im Russischen;--_memphites_, vielleicht auch

_nephrites_ der Römer und Griechen, können hierher gehören.

_net_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit

_pierre verd, serpentine_.

Mineralogia Polyglotta · 第 32 / 84 题