Meist krystallisirt, ein sehr häufiges, verbreitetes Gemengtheil des
Granites und ähnlicher Felsmassen. Er findet keine technische Anwendung,
als zur Porzellanfabrikation, wozu er seit den ältesten Zeiten von den
Chinesen unter dem Namen _petun-se_ gebraucht wird. Er war dem Oriente und
Alterthume gewiss bekannt, da der in Aegypten sehr verbreitete Granit und
Syenit oft sehr grosse Feldspathkrystalle enthält; wir wissen aber nicht,
unter welchen Namen. Unsere ältern Mineralogen nannten ihn spathum
scintillans.
_feldspath_ in den neuern Sprachen;--_szikrazokovats_ im Magyarischen.
E. _Gemeiner dichter Feldspath oder Feldstein_.
Die dichte, unreine Masse des Feldspathes, die oft quarzig wird
(petrosilex), für sich keine technische Anwendung hat; bildet ganze
Gebirgsmassen, selten allein, häufig als Grundmasse der Porphyre, oder in
der Verbindung mit Hornblende wo grüne zähe Gesteine gebildet werden, wie
Grünstein, Grünporphyr u.s.w., die zu schönen Werken der Kunst im
Alterthume dienten (s. Marmor). Der Haelleflinta der Schweden gehört
hierher, auch der petroselze der Italiener und deren Jade (eigentlich esada
im Spanischen), ein Name, der wahrscheinlich aus Amerika stammt, woher der
Stein als Amulet kam, wie Chiocco erwähut im Museum calciolarianum 1622
Pag. 333.
F. _Zeolith_.
Ist jetzo eine Familie von Gesteinen, die sich dem Feldspathe noch am
meisten anschliessen (zu welcher auch der oben erwähnte Leuzit gehört), die
meist in kleinen krystallinischen Massen, vorzüglich in vulkanischen
Gesteinen vorkommen, gar keine technische Anwendung finden, im Oriente und
Alterthume wohl stets übersehen waren, von den älteren Mineralogen auch
wenig beachtet wurden. Axel von Cronstad machte 1756 zuerst auf diese
Fossilien aufmerksam, die sich durch ein starkes Aufschäumen vor dem
Löthrohre auszeichneten, und nannte sie _zeolithes_ (von [Greek: zeô] ich
brause). 1780 lieferte Werner eine oryctognostiscbe Beschreibung dieser
Gattung Zeolith; aber 1791 zeigte Hauy, dass aus krystallographischen
Gründen dieser Zeolith mehrere Mineralgattungen bilde, man müsse
unterscheiden den _Mesotype, Stilbite, Analcime_ und _Chabasie_ (den Werner
Cubizit nannte). Diese Namen gingen in die wissenschaftliche Sprache über,
allmählig reiheten sich noch viele neue Gattungen an.
Prehn entdeckte 1774 in England ein grünes Fossil, das zum Chrysolith,
Prasem, Schörl u.s.w. gerechnet wurde; Werner gab 1785 den Namen _Prehnit_,
der nun in die wissenschaftliche Sprache überging, und stellte denselben zu
den Zeolithen.
Ein weisses Fossil vom Harze kommt meist in Zwillingskrystallen vor, die
rechtwinklig der Breite nach durchwachsen, daher kreuzförmig sind; diese
wurden von den älteren Mineralogen weisser Hyacinth genannt; Werner nannte
die Gattung Kreuzstein, Hauy Harmotome.
G. _Der Chiastolith_.
Erscheint stets in eingewachsenen säulenförmigen Krystallen von grauer
Farbe, die meist nach den Achsen von schwarzer schiefriger Masse durchsetzt
werden, die daher ein schwarzes Kreuz auf hellem Grunde bildet, was etwas
sehr Auffallendes hat. Es ist desshalb nicht unwahrscheinlich, dass schon
das Alterthum auf dieses Fossil aufmerksam wurde; wir kennen aber darüher
zur Zeit keine Nachricht. Die ältesten Mineralogen der neuern Zeit, Boetius
de Boot 1609 und Chiocco 1622 beschreiben den Stein schon ganz genau, als
lapis crucis oder crucifer. In Frankreich bezeichnete man ihn später als
macle (ein Wort, das aus der Wappenkunde entlehnt ist, und ausgebrochene
Raute bedeutet). Man setzte ihn früher in die Familie der cornuum, d.i. zu
den Versteinerungen, dann zu den Talken und zu dem Schörl; Karsten gab den
Namen Chiastolith, Werner nannte ihn Hohlspath, Hauy macle. Alle diese
Namen sind in die wissenschaftliche Sprache der verschiedenen Völker
übergegangen.
H. _Obsidian_.
Ein schwarzes vulkanisches Glas, mit höchst scharfkantigen Bruchstücken,
theils in derben Massen, theils in Körnern, die man meist als _Marekanit_
bezeichnet. Die Mexikaner wendeten es sehr allgemein zu schneidenden
Instrumenten an, und wahrscheinlich schon die ägyptischen Priester zu ihren
Opfermessern. Man fertiget aus diesem Steine Spiegel, auch andere
Schmucksachen, besonders wenn er einen gewissen braunrothen Schein zeigt,
wo er dann wohl Luchssapphir oder Pseudo-Chrysolith heisst.
Er ist nicht selten in Europa, auch in Aethiopien und Arabien, so auch im
asiatischen Russland, besonders bey Ochozk im marekanischen Gebirge (woher
der Name marekanit), eben so in Island. In Indien scheint er zu fehlen, war
aber wohl wie in Aegypten bekannt; wir kennen aber noch nicht die Namen,
doch sind mehrere Kunstsachen davon auf uns gekommen.
Herodot (II. §. 86) und Diodor erwähnen: dass beym Einbalsamiren der
ägyptischen Leichen der Paraschistes den Leib mit einem scharfen
_äthiopischen Steine_ geöffnet habe, welcher nur Obsidian gewesen seyn
kann, der sich hierzu allein eignet, und die alten Brüche in Aethiopien hat
neuerlich Salt da aufgefunden, wo sie der periplus des rothen Meeres
angiebt. Von hier kam er, wie es scheint, durch Obsidius nach Rom, wo man
den Stein _obsidianus_ nannte, verschiedene Kunstsachen daraus fertigte,
ihn auch in Glas sehr gut nachmachte (vitrum obsidianum);--daher stammt
unser Name. Uebrigens hiess der Stein bey den Griechen _[Greek:
liparaios]_, bey den Römern _liparius_, da man ihn von der Insel Lipari
erhielt, wo er sehr verbreitet ist, mit Bimsstein wechsellagert.
_sabach_ oder _sandsch_ im Arabischen, von dem Taifaschi erwähnt: dass er
ein schwarzer, schmelzbarer Stein sey, der sich ganz wie ein Spiegel
verhalte, dünne Scheiben als Augengläser stärkten das Gesicht.
_scheback_ und _weschich_ im Persischen kann hierher gehören.
_hraf-tinna, rafetinna, ravntinne_ im Isländischen (von hraur, raun der
vulkanische Auswurf, Lava und tinna Stein).
In Teutschland nannte man ihn früher: _Glasachat, Isländischen Agat,
schwarzen Agtstein, Aidstein, dunkles Lavaglas_, bis Werner den Namen
Obsidian gab, der in die neuere Mineralogie übergegangen ist.
Im Französischen: _agath noir, agathe d'Island, pierre de gallinace,
obsidienne_;--im Englischen: _iseland agate, obsidian_;--im Italienischen:
_agata d'Islanda, obsidianna_;--im Spanischen und Portugiesischen: _agatha
de Islandia_;--im Holländischen: _glasacht_;--im Russischen: _islandskoi
Agat, Obsidian_.