Diese Gattung stehet in Hinsicht ihres Glanzes dem Demant am nächsten,
ähnelt auch sehr der Gattung Korund und Spinell, unterscheidet sich aber
durch Krystallform, Härte, Schwere, chemische Bestandtheile, besonders
durch weniger reine und schöne Farben.
Man unterscheidet: a) den _rothen Zirkon_, er ist seltener tief roth,
häufig gelbroth, und heisst dann _Hyacinth_; dieser findet sich meist
säulenförmig krystallisirt, während der Zirkon grösstentheils in Körnern
vorkommt, und die Juweliere betrachten diesen gelbrothen, krystallinischen
Zirkon als eine eigene Edelstein-Gattung unter dem Namen Hyacinth; auch
Werner trennte ihn vom Zirkon, erst später ist er mit diesem mineralogisch
ganz verbunden. Der Hyacinth dient häufig als Ringstein, wahrend [während]
die übrigen Arten des Zirkons mehr zur Garnirung angewendet werden, da ihre
Farbe meist ins Graue sticht; b) der _gelbe Zirkon_; c) der _blaue Zirkon_,
meist dunkel gefärbt; d) der _grüne Zirkon_; e) der _graue, weisse_ oder
_wasserhelle_; dieser ist am häufigsten, wird sehr allgemein statt Diamant,
und unter dessen Namen zur Garnirung angewendet; die gefärbten Arten brennt
(glühet) man häufig, um sie zu entfärben.
Der Zirkon wie der Hyacinth sind häufig in Ceylon, finden sich auch in
Europa, aber weniger schön.
Der Name Hyacinth stammt aus dem Oriente und Alterthume von hyacinthos im
Griechischen, jakinth im Armenischen, jakut im Arabischen u.s.w., wo er
aber den Rubin und Korund bezeichnete (s. oben), und fälschlich hat man
diesen Namen auf den rothen Zirkon übertragen, der aber jetzo in allen
neuern Sprachen denselben führt, als jacintho im Spanischen und
Portugiesischen; giancinto im Italienischen, hyacinthe im Französischen,
hyacinth im Englischen, Teutschen.
Der Name Zirkon ist indischen Ursprunges, _cercars_ heisst der Stein in
Indien, _cerkon_ oder _gargum_ auf Ceylon.
Die Zirkone waren den Juwelieren längst bekannt, als jargon de Ceylon im
Französischen, sargone im Italienischen, circone, giargone im Englischen,
cerconier im Teutschen; in die wissenschaftliche Mineralogie aller Sprachen
ist der Name Zirkon übergegangen.
Wie der Stein in den orientalischen, besonders den semitischen Sprachen
heisst, ist noch nicht ermittelt, obwohl man ihn gut gekannt haben muss.
Der oben erwähnte kerkend im Persischen mit karkand, karkeden u.s.w., hat
eine Namens-Aehnlichkeit mit cerkon; da er aber nur von dunkelrother Farbe
angegeben wird, so ist darauf nicht viel zu geben. Der laal im Persischen,
der balchasch hat eine Farbensuite wie der Zirkon, es wäre möglich, dass
man unter diesem Namen den Zirkon begriffen hätte.
_gargchhkan_ im Armenischen heisst ein Stein, der mit carbunculus übersetzt
wird und eine Namens-Aehnlichkeit mit gargum hat.
_zumbel_ im Türkischen wird mit hyacinthus orientalis übersetzt; ob er aber
hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben.
_[Greek: lichnitês], lichnis, lichnitis_ der Griechen und Römer, mag
vielleicht hierher gehört haben.
Die Jargons von Ceylon rechnete man früher stets zu dem Hyacinth; Werner
fixirte sie 1783 als Gattung Zirkon, in welcher Klaproth 1789 die
Zirkonerde entdeckte, die er auch bald im Hyacinthe nachwiess.
E. _Unsere Gattung Kaneelstein oder Essonit_.
Er ist dem Hyacinthe sehr verwandt, gelbroth, von meist unreinen Farben,
findet sich nicht in vollkommnen Krystallen oder Körnern, sondern als
krystallinische, eingewachsene Masse in granitischem Gesteine, ziemlich
häufig auf Ceylon, auch in Indien, selten in Europa. Er wird wenig als
Schmuckstein verarbeitet, häufiger dient er als Schleifpulver. Er scheint
vom Hyacinthe nicht specifisch verschieden, sich zu diesem zu verhalten,
wie der Diamantspath zum Korund.
Seit längerer Zeit ist er den Juwelieren bekannt als Zimmtstein, wegen
seiner rothbraunen Farbe, cinnamon stone im Englischen, hyacinth brun im
Französischen.
Im Oriente hat man ihn gewiss stets gekannt. _komedegan_ im Ceylonesischen
soll Zimmtstein oder Granat seyn. _chamachan_ im Persischen und Arabischen
kann hierher gehören, s. oben.
Hauy gab dem Steine den Namen Essonit von _[Greek: hêsson]_ im
Griechischen, d.i. geringer.
F. _Unsere Gattung Granat_.
Der edle Granat ist ein geschätzter Edelstein, doch von weniger Härte und
geringerem Feuer als die erwähnten Edelsteine, der sehr häufig auf Ceylon,
in Indien, auch in Europa ist, öfter von bedeutender Grösse, und in
deutlichen Rhomboedern, am häufigsten in Körnern vorkommt. Er hat meist
dunkelrothe Farben, gewöhnlich mit einem Stich ins Bläuliche, die mehr beym
Durchsehen, als beym Daraufsehen hervortreten; man benutzt die Granaten
daher mehr zu Ohr- und Halsschmuck als zu Ringsteinen, die dunkelrothen
werden häufig en cabouchon geschliffen, d.i. halbrund und unten hohl, die
dann auch Granatschalen heissen. Zu unterscheiden sind 2 Hauptarten:
a) der pyrop, granat pyrop oder rouge, von blutrother Farbe, der öfter
einen Stich ins Gelbe hat, dem Hyacinthe sich nähert, dann vermeille im
Französischen, giacinto gnarnecino im Italienischen heisst; seltener in
Indien, häufiger in Europa, besonders in Böhmen vorkommt, als böhmischer
Granat sehr bekannt ist;
b) der eigentliche Granat oder Carfunkel von sehr dunkelrother Farbe, die
ins Blaue fällt, sich besonders beim Durchsehen schön ausnimmt. Dieser ist
in Indien (bey Salem, Nellore) in Pegu, besonders auf Ceylon heimisch, als
orientalischer Granat sehr bekannt, heisst carbuncle, oder rubino dirocco
im Italienischen, escarboncle, grenat syrien (von einer zerstörten Stadt
Sirian in Pegu) oder de sorane im Französischen, syrischer Granat,
Karfunkel, Almadin im Teutschen.
_rawa_ im Ceylonesischen;--_rauwa_ im Malaiischen; auch wird pusma ragam
hierher gehören.
_badensch, madensch, madebensch_ im Persischen, der en cabouchon
geschliffen wurde, wird hierher gehören;--
_badschadi, basadi, baradi_ und besonders der _madisch_ im Arabischen, von
sehr dunkelrother Farbe, mit einem Stich ins Blaue, der meist en cabuchon
geschliffen wurde, wird hierher gehören, doch kann man auch hierunter
dunkele Turmaline mit begriffen haben (s. Turmalin);--_betschate_ im
Amharischen;--_bidschadet, bigiad, bigiade_ im Türkischen (woher bigiazaek,
was überhaupt Edelstein heisst).
_sejlan, seljan lascht, hadschr seilan_ (d.i. Stein von Ceylon) sollen die
türkischen Juweliere den Stein meistens nennen.
_sumaki_ heisst jetzo der Granat im Allgemeinen, im Türkischen und
Arabischen (nach einer gefälligen Notiz des Hrn. Dr. Rohrig in
Constantinopel). Ben Manssur hat im Persischen einen jakut sumaki, d.i.
einen porphyrrothen.
_basch_ in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit
Basalt; im Klange des Namens scheint Aehnlichkeit zu seyn mit basadi im
Arabischen.
_spu_ in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit
Granat, aber in keiner andern Sprache finde ich einen ähnlich klingenden
Namen.
_nopek, nophech_ im Hebräischen, wird mit carbunculus übersetzt (hängt wohl
zusammen mit pechan d.i. glühende Kohle);--im Samaritanischen ist nopeck
mit chacum, chacan, chacamcam gegeben, was ganz mit dem arabischen
chamachan übereinkommt (s. oben), der ein härterer Stein, vielleicht
Kaneelstein gewesen seyn kann;--_karkehan_ im Armenischen wird mit
Carfunkel übersetzt, _mjeghjesik_ mit Granat.
_fehen_ im Aethiopischen ist carbunculus, auch carbo (die Kohle).
_kebnoni_ im Koptischen (von jebs die Kohle, und one Stein), auch _jebbes,
jebs, jaibes, dschebbes_ und _anthrax_, ist carbunculus, anthrax.
[Greek: anthrax] im Griechischen ist Kohle und carbunculus (Granat),
(wohl entlehnt und übersetzt aus dem Koptischen).
[Greek: anthraka] im mittelalterlichen Griechisch auch [Greek: pezepos,
pezepota], Worte welche mit bitschade, betschate (s. oben) sehr verwandt zu
seyn scheinen;--[Greek: anthrax], auch [Greek: geranata] im
Neugriechischen;--_anthrax_ der Römer, nach dem Griechischen, eigentlich im
Lateinischen carbunculus (von carbo die Kohle), wohl Uebersetzung aus dem
Koptischen, mit den Abänderungen: a) indicus, b) garamanticus oder
carchedonius, c) alabandicus. In Hinsicht der Farbe unterschied man: a)
amethystizontae (bläuliche), b) lithezontae (blasse), c) sititae (dunkle).
Der hier (sub b.) erwähnte carchedonius hat seinen Namen von dem oben
erwähnten kerkend, dem karkeden im Aethiopischen, karkedno im Syrischen.
Im Mittelalter begriff man unter Carbunculus sehr verschiedene rothe
Edelsteine; als Art auch die granati, und da unsere Granaten häufig in
rundlichen Körnern vorkommen, so scheint man diesen Ausdruck allmählig auf
die Granatkörner beschränkt zu haben; ich muss dahin gestellt seyn lassen,
ob Hammer von Purgstall Recht hat, dass granate von bidschade herkomme.
Granatus kommt gar nicht im Alterthume vor; zuerst erwähnt Marbodeus (um
1100) einen hyacinthus granatus, also eine Art Rubin, wohl wegen der Form
in Körnern. Auch pyropus, woher unser Pyrop, findet sich nicht im
Alterthume.
_carbunculus_, auch _alabandina, alamandina, alavanus_ im Mittelalter.
_winussa, wenisa_ im Russischen, auch granat;--_uhlik_ im Czechischen, auch
karbunkut, granat;--_oglik_ im Krainischen;--_dragi_, auch _svietlikamen_
im Windischen;--_amaursak_ im Grönländischen.
_karfunkel_ im Altteutschen, auch _granaat_, welcher Name in die
wissenschaftliche Sprache der neuern Völker übergegangen
ist;--_escarboncle, grenat, almandine_ im Französischen;--_carbuncle,
granato, guarnaccio_ imItalienischen;--_carbuncle, garnet_ im
Englischen;--_carbunculo, granato, piropo_ im Spanischen und
Portugiesischen;--_karbonkle, granaat_ im Holländischen;--_granat_ im
Schwedischen, Dänischen, Norwegischen.
Anhang.
Der _gemeine, unedle Granat_ ist undurchsichtig, nicht schön gefärbt, dient
nicht als Schmuckstein, kommt meist in derben Massen, selbst als
Gebirgsgestein vor, ist theils schwarz (_Menalith_), theils roth und
manganhaltig (_Mangangranat_), theils braun, gelb, grün und so eisenhaltig,
dass er als Eisenerz verschmolzen wird.
Ich finde hierher gehörige Fossilien weder in der römischen und
griechischen, noch in der orientalischen Litteratur erwähnt.
In der Krystallform ähnlich dem Granat, ist der _Leucit_ der Mineralogen,
der anfänglich vulkanischer, auch weisser Granat oder Schörl genannt wurde,
bis ihn Werner 1791 als eigne Gattung aufstellte und Leucit (von [Greek:
leykos], weiss) nannte, der aber Hauy den Namen Amphigene (d.i. von
zweifachem Ursprunge) gab. Er findet sich häufig in den vulkanischen,
Gesteinen, besonders in der Gegend von Rom, konnte kaum der Aufmerksamkeit
des Alterthumes entgehen. Gleichwohl finde ich nirgends eine Notiz über
denselben.
granato bianco im Italienischen; leucit in den neuern Sprachen; leizit,
belaja wenisa im Russischen.
G. _Unsere Gattung Turmalin und Schörl_.
Der _Turmalin_ oder edle Schörl ist am häufigsten roth und braun, seltener
grün und blau, zuweilen mehrfarbig in demselben Krystall, mehr oder weniger
durchsichtig, und in dieser Hinsicht der Gattung Korund ähnlich, aber
weniger hart. Characteristisch ist seine starke electrische Eigenschaft
(die hier mehr als bey allen andern Steinen hervortritt), am stärksten bei
der nelkenbraunen Abänderung aus Ceylon gefunden wird, da er erwärmt, auf
der einen Seite leichte Körper anziehet, auf der andern abstösst, wesshalb
er auch früher Aschenzieher oder Aschendrecker hiess.
In Ceylon kommt er meist braun und hyacinthroth, selten nur gelb und grün
vor, in Siberien auch karmesinroth (edler Apyrit, Siberit, Rubellit), in
Brasilien grün und blau (die anfänglich für Smaragde und Sapphire gehalten
wurden), in Europa meist braun und schwarz, selten roth, aber
undurchsichtig.
Er gehört zu den Edelsteinen, dient als Schmuckstein, ist jedoch wegen der
dunkeln Farben nicht sehr geschätzt.
Die Juweliere nennen diesen Stein meist--seiner Farbe nach--sehr
verschieden; den dunkelrothen: siberischen Rubin; den rosenrothen: Siberit,
Rubellit; den blauen: Sapphir oder Indicolith; den grünen: Smaragd,
emeraude de Bresil, esmeralda, auch Chrysolith; die indischen Smaragde
gehören meist in diese Gattung.
In Asien war dieser Stein und seine Electricität seit alter Zeit bekannt,
in Europa erhielt man erst seit etwa 1700 Kenntniss davon, nannte ihn
Turmalin, Aschendrecker, auch borax electricus (seit 1768 durch Linné);
Rinnmann entdeckte ihn 1766 in Schweden; allmählig wurde er an mehreren
Orten gefunden; früher wurde er meist unter die Eisenerze gestellt,
Rinnmann stellte ihn 1770 unter die Zeolithe, Romé de l'Isle 1771 unter
Schörl, von dem ihn Werner 1780 als eigene Gattung trennte. Erst später
erkannte man die Relation zu dem gemeinen Schörl.
_trip_ soll er auf Ceylon heissen; aber Thunberg (Abhandlungen der
schwedischen Akademie v.J. 1784) bemerkt: dass der elektrische Turmalin im
Ceylonesischen _kalla-palingu,_ im Malaiischen _karte palingu_ (d.h.
dunkler Krystall) heisse; was man dort aber _turemali_ nenne, sey
röthlicher oder bläulicher Quarz.
_trinagraphin_ (d.i. Gras anziehend) im Sanscrit und _trinamani_ (d.i.
Grasstein) mag hierher gehören.
_tournamal_ im Hindu; _turnamali_ im Malabarischen;--_turmala_, auch
_hadschar albuzedi_ im Arabischen (den Serapio um 1080 ganz gut
beschreibt), auch wohl der electrische _basadi, bagiadi_ (s. oben bey
Granat), die Wörter albuzedi und basadi sind wohl sehr verwandt.
_kuser_ im Persischen gehört vielleicht hierher (s. oben).
_lygirion_ im Koptischen;--_[Greek: ligyrion, aigyrion]_ im
Griechischen;--_lincurios_ der Römer wird der rothbraune, _ionia_ der blaue
Turmalin seyn; der _carchedon_ der Römer, _[Greek: karchêdon]_ der Griechen
war auch electrisch, aber schwächer als die ionia scheint Zirkon gewesen zu
seyn, doch kann man auch Turmalin darunter begriffen haben; der Name wird
zusammenhängen mit kankire im Chaldäischen und Syrischen, der auch öfter
durch lincurios übersetzt wird.
_leschem_ im Hebräischen, meist mit _[Greek: ligyrion]_ übersetzt, kann
hierher gehören.
_turmalin_ in allen neuern Sprachen.
Der _Schörl_ oder gemeine Turmalin ist ein sehr häufiges, überall
verbreitetes, krystallinisches Mineral, von meist dunkelschwarzer Farbe,
und undurchsichtig. Er findet keine technische Anwendung und wird im
Alterthume und Oriente wohl nicht näher berücksichtiget seyn. Als die
neuere Mineralogie sich zu bilden begann, wurde er basaltes und schörl
genannt; aber unter diesen Namen begriff man eine grosse Menge von
verschiedenen dunkelgefärbten Mineralien, in welche erst Romé de l'Isle und
Werner einige Ordnung brachten. Henkel (1727) nennt den Schörl: Wolfram von
Altenberg, Linné, Cronstaedt u.s.w. nennen ihn basaltes.
Woher der Name Schörl stammt, ist sehr zweifelhaft; Henkel leitet ihn
daher, weil das Gestein in Wasser (bey der Erzwäsche) mit aufschörlt oder
aufquillt (im Wendischen ist zorlo die Quelle, zorlin quellen), auch leitet
man ihn von schor im Altteutschen, das Unreine, von skiörl im Schwedischen,
das Zerbrechliche, von tscherd im Persischen, d.i. schwarz her. Wenn er im
Czechischen skoryl heisst, so kann daher der Name entlehnt seyn, denn beim
Bergbau sind viele Ausdrücke slawischen Ursprunges.
_schörl, schurel, schürl, schrul_ in ältern teutschen Schriften;--_skjorl_
im Schwedischen; _chorlo_ im Spanischen; _schörl, cokle_ im Englischen;
_schörl_ im Französischen; _skoryl_ im Czechischen; _scherl_ im Russischen.
H. _Der Sard_.
Der ächte, wahre Sard ist ein edler, schöner, unkrystallisirter Stein, der
nur im Oriente vorkommt, in bedeutendem Werthe stehet, im Alterthume
häufiger war, als er bey uns ist, und das Material lieferte, welches
vorzugsweise von den Steinschneidern des Alterthumes zu den vollendetsten
Werken der Kunst verwendet wurde. Aehnlich sind ihm unser Carneol,
Calcedon, Achat und Onyx, die überall, auch in Europa häufig vorkommen,
aber dem Sard an Schönheit der Farben, wie an Feinheit des Korns weit
nachstehen, auch sonst verschieden sind. Im natürlichen Zustande findet
sich der indische Sard nicht roth (wie unser Carneol), sondern weiss
(milchfarbig) grünlich und schwarz; erst durch ein starkes Glühen oder
Brennen erhalten die schwärzlichen Abänderungen das schöne Carminroth,
welches den Sard vorzugsweise auszeichnet. Er ist theils einfarbig, theils
mehrfarbig, heisst dann Sardonyx oder edler Onyx, der mit unsem Agath-Onyx
nicht zu verwechseln ist.
Der ächte Sard erscheint gegen das Licht gehalten völlig klar und
durchsichtig, nicht trübe und wolkig, hat ein gewisses Feuer, eine grosse
Politurfähigkeit und eine solche Feinheit des Korns, dass er auf das
zarteste geschnitten werden kann.
Die ausgezeichneten Sarden, die beym Durchsehen ganz blutroth, beym
Daraufsehen mehr schwarzroth sind, das Hauptmaterial der antiken Gemmen,
kannte man nur durch Stücke aus dem Alterthume, oder die einzeln aus Indien
kamen; über den Fundort haben wir erst in der neuern Zeit bestimmte
Nachricht erhalten, durch Copland: account of the Cornelian mines of
Baroach (in den Transact. of the Bombay Soc. 4. I. 289) und Kennedy: of
Boroda and the Cornelians of Guzurate (Transact. of the med. and phys. Soc.
of Calcutta III. 1827. 428), auch ist zu vergleichen Ritter's Erdkunde VI.
1836. Pag. 603. In Ostasien liegt am Nerbudaflusse der District Turcasier,
an der Grenze von Guzurate, eine der wildesten Berggegenden, und hier wird
seit den ältesten Zeiten der Sard (wie es scheint, in Geschieben) erbeutet,
10 Stunden von Baroach, man legt ihn 1 bis 2 Jahre in die Sonne, und brennt
ihn dann durch Ziegenmist, wodurch erst die schönen Farben hervortreten.
Bey Kompurwunye und Ratampur in Guzurate wird auch Sard gewonnen und
gebrannt. Ob in andern Gegenden der wirkliche Sard vorkommt, ist sehr
zweifelhaft; nach Taifaschi soll er aus Arabien, besonders aus Jemen
kommen, wenn das kein Irrthum ist (der Stein nur durch den Handel dahin
kam), so werden vielleicht die dortigen Gruben noch aufgefunden.
Wir haben als Abänderungen zu unterscheiden: a) den rothen Sard (der durch
Brennen aus dem schwarzen entstehet), bekannt den Steinschneidern als
carniola nobile, cornaline de vielle roche; b) den milchfarbigen kacholong
oder edlen Calcedon; c) den grünlichen, der selten angewendet wird.
_kasch-tschilon_ (gesprochen dscholon), d.i. schöner Stein im Kalmückischen
und Tartarischen, woher unser Name kascholong, auch wohl joholom im
Hebräischen.
_akika_ im Bengalischen. In den indischen Sprachen habe ich sonst keinen
Namen auffinden können; im Sanscrit kommt dugdhakscha als milchfarbener
Stein vor; ob er hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben. In
Kaschmir heisst essm oder sank essen der Calcedon, der bey Iskordu in
Stücken his zu einem Centner schwer gefunden wird, er scheint aber nicht
der ächte Sard zu seyn.
_akik_ im Persischen, mit den Abänderungen: a) leberroth, b) rosenroth, c)
gelbroth, _serd_ genannt (woher sardum in [im] Syrischen, [Greek: sardion]
im Griechischen, sarda im Lateinischen), d) weiss (unser Kascholong), e)
schwarz, f) bläulich, g) zweyfarbig;--_akyk_ im Türkischen; _balghami_
scheint der weisse Sard zu seyn;--_akik_ im Arabischen, mit den Arten: a)
roth, b) fleischroth, c) bläulich, d) schwarz, e) weiss; besondere
Abänderungen sind: jana, jemani, dschesi (unser Onyx);--_akik_ im
Chaldäischen (gewiss fehlerhaft mit topazius übersetzt); ob der arkin
hierher gehört, ist zweifelhaft; samkan wird auch mit sardius übersetzt,
kann mit sammok d.i. roth zusammenhängen;--_akat_ im Armenischen, auch
_agathes_ (meist mit Achat übersetzt) wird hierher gehören;--_agagi_ im
Georgischen;--_akates_ im Aethiopischen.
_jakolom_ im Hebräischen, meist mit jaspis übersetzt, klingt ganz wie
dscholon im Kalmückischen, kann hierher gehören; _oden_, d.i. roth im
Hebräischen, meist mit sardius übersetzt, hat übrigens keine Relation mit
den orientalischen Namen dieses Steines.
In der alten ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion: ammhet
(amamhit) mit gemme de coeur, cornaline (von aham Edelstein und hit);--hms
durch gemme rouge sombre;--schnm durch jaspe rouge (hat mit schoham und
jaholon im Hebräischen Aehnlichkeit), das an dscholon im Tartarischen
erinnert.
_sardinon_ im Koptischen;--_sardum, saridum_ im Syrischen, auch mag
_sordon_ hierher gehören, was mit hyacinthus übersetzt wird;--_ethkjo, ethk
jo_ (übersetzt mit alabandicus niger) scheint eine gewisse Aehnlichkeit mit
akik zu haben, auch mit eskto im Syrischen, iska im Chaldäischen, was
Siegelring heisst (der meist aus Sard bestand);--_[Greek: sardion]_ der
Griechen, auch _[Greek: sarx]_, welcher Name von serd im Persischen (s.
oben), sered, d.i. roth im Hebräischen, stammen wird;--_[Greek: sardion]_
im Neugriechischen;--_sarda_ der Römer, besonders die männliche Art.
Plinius 37. 31 irrt gewiss sehr, wenn er meint: der Name stamme von Sardes
her, wo der Stein zuerst gefunden sey; man unterschied 3 Abänderungen bey
dem indischen: a) den rothen, b) den dionum oder demium (was mit odem, d.i.
roth im Hebräischen, zusammenhängen könnte) c) und eine Art, unter welche
Silberfolie gelegt wird. Die weiblichen sind trübe und nicht
hell;--_sardion_ im Wlachischen;--_serdolik, golgasch, kascholong_ im
Russischen;--_sardyk_ im Polnischen.
In den neuern Sprachen und Mineralogien unterscheidet man nicht gehörig den
Sard von dem unedlern Carneol, fasst beide zusammen (s. diesen).